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"genderINNEN"

"genderINNEN"

06.06.2018 19:46

Im Gegensatz zur völlig verantwortungslosen Flüchtlingspolitik im hellen Teil der EU unter Protagonisten wie Juncker, Quasselborn und regionalen Hasardeuren wie Merkel und deren Paladinen, dienen Länder wie Australien oder Ungarn als Vorbild. Sie machen Nägel mit Köpfen. Entweder im Sinne einer Wonderwall wie der bewährte Zaun in Ungarn. Oder mit dem Prinzip NO WAY. Australien hat allen potentiellen schiffsbruchwilligen „Flüchtlingen“ unmißverständlich klar gemacht: „Es ist zwecklos, euch mit dem Ziel Australien in Boote zu setzen. Ich werdet nie bei uns ankommen. Entweder durch Zurückweisung oder durch Rückführung.“
Es führt kein Weg am Ziel der rigorosen Zurückweisung an Grenzen vorbei Die sofortige Zurückweisung hat unschlagbare Vorteile. Sie erspart uns immense Kosten, setzt Arbeitskräfte für die eigene Bevölkerung frei, geht mit unseren Ressourcen mit Augenmaß um, schont unsere Gesundheit und Nerven und bewahrt uns vor sinnlosen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Jeder Flüchtling verdampft ein Heer an Betreuern.
Zurückweisung verhindert Kollateralschäden. Niemand muß mehr im Mittelmeer ertrinken. Das entlastet immerhin die Tränendrüsen der Linken.
Die Bunten haben in Talkshows keine Wasserleichen mehr, mit denen sie humanitär-argumentativ punkten könnten. Es ist so einfach, Willkommensbesoffenen das Wasser abzugraben. Und ungebetenen Gästen aus Shitholia keine Gelegenheit zu bieten, sich über unser schlechtes Essen und unzureichenden Freizeitangebote zu beschweren. Die aggressive Anti-Abschiebe-Industrie müsste umschulen. Baumschule statt militante Baumkletter-Aktionen. Keine Vorwürfe mehr über zu wenig Taschengeld, Essens-Gutscheine oder Lagerkoller.
"Politik ist die Kunst, für viele möglichst wenig und für wenige möglichst viel zu tun." (Karlheinz Deschner)
(rjhCD6149)


Italien will „Rettungsschiffe“ zurückweisen

Humanitärer Minnedienst an Luxus-Flüchtlingen ist Sisyphus-Arbeit. Ein Faß ohne Boden. Investitionen für Lernmuffel und die Illusion von der Integration. Kopftuchtragende Frauen votieren tagtäglich gegen Integration und für Parallelgesellschaften. Ein Bekenntnis gegen die Köterrasse und Ungläubige. Willkommenskultur ist unnötige Verbrennung von Geldern und Belastung von Gerichten mit Klagen, Überlastung von Gefängnissen und dem Personal des Strafvollzugs. Überlastung von Kreißsälen, von Kliniken und Praxen wegen Medizin-Tourismus, Überlastung von Polizei und Behörden.

Die fahrlässige – oder was einschlägige Parteien oder NGOs anbelangt vorsätzliche – Plünderung von Staatskassen und Volksvermögen zu Lasten derer, die oft ein ganzes Leben für ein funktionierendes Sozialsystem geschuftet haben ist für vernünftig denkende Menschen sittenwidrig und ethisch nicht vertretbar.
Das mag den Vertretern egalitärfrömmlischer Kreise aus Politik, Klerus und Medien wohl ein Dorn im Auge sein. Aber wo gehobelt wird, da fallen Späne. Wer nicht ganz bei Trost ist, den kann ein Sprung ins kalte Wasser bisweilen wieder zu Räson bringen. Arbeitslose Journalisten könnten sich als Hilfsgärtner nützlich machen, und buntversiffte Würdenträger im Kräutergarten.
Dass der gemeine Buntblödel (homo decadens confusus) sich gerne über humanitäre Imperative echauffiert, gehört zu dessen Zwangscharakter. Die Ablehnung von Obergrenzen in der Größenordnung von 220.000 mit unseren Werten und Traditionen nicht kompatiblen Zuwanderen zu jonglieren ist Beweis genug, daß diese Zeitgenossen jegliche Bodenhaftung verloren haben.
220.000 Personen – das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die Bundeswehr kommt dagegen nur auf eine Personalstärke von 180.000. Im Jahr 2015 sind je nach Quelle 1 Million oder mehr Menschen zu uns gekommen. Das entspräche allein in einem Jahr fünf Armeen.
220.000 Personen – hier geht es keineswegs nur darum 220.000 hungrige Mäuler zu stopfen. Wieviele Tiere müssen hierfür getötet werden? Lämmer, Rinder, Hühner, Schweine oder sonstige Lebewesen. Wer denkt angesichts des notorisch zitierten CO2-Ausstosses, wieviel Futter für diese Tiere – im Klartext: Schlachtvieh – erzeugt und beigebracht werden muß? Wieviel Antibiotika? Wieviele Schlachthöfe? Wieviele Tierverwertungsanstalten?

220.000 Personen – das entspricht einer Größenordnung von Städten wie Saarbrücken, Kassel, Hagen, Rostock, Graz, Ulm und übertrifft Städte wie Salzburg oder Innsbruck signifikant. Diese Städte sind innerhalb von Jahrhunderten moderat gewachsen. Die Einwohner haben selbst für deren Infrastruktur gesorgt. Kanalisation, Wasserleitungen, Müllentsorgung, Stromversorgung, medizinische Grundversorgung, Handwerk, Kliniken, Verkehrsnetz.
All das trifft bei Neubürgern nicht zu. Merkels Gäste setzen voraus, sich hier bei uns mit allem Komfort ins gemachte Nest setzen zu können, und wenn das Essen nicht schmeckt, sich das Recht auf Randale anmaßen zu dürfen. Unsere Heimat und Sozialnetze zu plündern, zu vermüllen und nach erfolgter Landnahme die autochthone Bevölkerung zu belehren, wo der Hammer hängt. So wie das einige prominente Neubürger in Oberlehrermanier wie eine türkische Schauspielerin und ein indischer Moderator populärwissenschaftlicher Sendungen durchaus mit militanter Vermessenheit in Talkshows unmißverständlich klar machen.
Unsere Heimat verkommt zum Hort für Messerstecher aus Eritrea, Äthiopien, Marokko und Tschetschenien. Wovor flüchten Eritreer? Die Italiener haben Eritrea Schulen, Straßen und andere Infrastruktur hinterlassen. Ein Fundament das man pflegen und ausbauen hätte können. Junge Eritreer flüchten vor der Arbeit. Oder vor der Armee. Armee bedeutet Ordnung. Arbeit. Schweiß.
Gestern habe ich wieder mal Eritreer beim Herumlungern vor einem deutschen Discounter beobachtet. Die Zeit mit Smartphone und Zigarette tot schlagend. Ein Typ Anfang 20, mit T-Shirt und Sonnenbrille, die Verkörperung des Müßiggängers, bei dem ich mein Unbehagen mit Händen greifen könnte. Die Wahrscheinlichkeit, daß dieser irgendwie an einen Strichjungen erinnernde bunte Tupfer in seinem weiteren Leben jemals einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen wird, taxiere ich als nicht überbordend. Allein schon der Umstand, daß die aus einer ehemaligen italienischen Kolonie stammenden Jungspunde über Versorgung und Ausstattung in Italien die Nase rümpfen, könnte einem halbwegs intelligenten Menschen zur Einsicht bringen, daß mit solchen „Fachkräften“ Hopfen und Malz verloren ist. Nur Begriffsstutzige und Lernmuffel, die besonders unter Grünen und bei Genossen durch die Gaue dümpeln, untermauern hier viel Pech beim Nachdenken. Aus Gesprächen im Bekanntenkreis weiß ich von Personen aus verschiedensten Branchen, daß Afrikaner eine angetretene Beschäftigung nicht selten nach wenigen Tagen wegen seelisch-körperlicher Erschöpfung wieder schmeißen, um bei Ärzten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen abzustauben. Die Vorstellung vom schnellen Geld und vom pünktlichen Erscheinen am Arbeitsplatz sind zu verschiedene Welten. Drogendealen, easy money, Tingeln in Discotheken, Hüftschwingen und Schnackseln kommt afrikanischen Präferenzen schon näher. Der deutsche Sozial- und Humanitärstaat bietet dem „lazzarone“ Taschengeld, Unterkunft, Verpflegung, makellose Kleidung – was auf exotische Fachkräfte unwiderstehliche Sogwirkung ausübt. Die Steuerkartoffel wird´s schon richten.

Unklar bleibt zunächst, wie Salvini eine solche Vorgehensweise juristisch darstellen wird.
Laut Straßburger Menschenrechtsjustiz besteht die Pflicht, schutzsuchende Seefahrer in den nächsten menschenrechtlich sicheren Hafen zu bringen (Nichtzurückweisungsprinzip nach Art 33 GFK), was Italien oder Tunesien sein könnte, wobei nur ersteres den Straßburger Richtern gehorcht.
Die Menschenrechtsvereine handeln im Einklang mit Straßburger Menschenrechten.
Bislang genossen sie die Unterstützung der italienischen Küstenwache.
Wenn der neue Innenminister wirklich Ernst macht, wird er eine Strategie zur juristischen Auseinandersetzung in Straßburg haben müssen.
Die kann entweder im (partiellen) Austritt aus der Straßburger Rechtssprechung und somit aus den zugrundeliegenden Konventionen (EMRK, GFK) oder aber in juristischen Hinhaltetaktikenen bestehen.
Sehr durchsetzungsstark ist der Straßburger Gerichtshof nicht ausgestattet, und der Kampf würde allemal leichter als in Brüssel, wo man auf reelle Interessen anderer Staaten und Völker prallt.

Quelle: "Italien-Migranten"
Gendersterne – das neue Make-up für die Sprache (von Bernhard Lassahn)

Sie haben es bestimmt schon bemerkt. In letzter Zeit steigen überall kleine Sterne auf, so genannte Gendersterne, wie bei „Leser*innen“. Warum?
Der 8. Juni steht vor der Tür. An dem Tag will sich der Rat für deutsche Rechtschreibung, der die amtliche Schreibweise von Worten festlegt, mit dem Thema „geschlechtergerechte Schreibung“ befassen. Dabei soll es auch um den Genderstern gehen, dem jetzt schon das Bett vorgewärmt wird. Im Vorfeld wird der Genderstern von manchen Erdbewohnern, zum Beispiel von Anna Dombrowsky, buchstäblich angehimmelt.
Katarina Barley wiederum ist die erste Stimme aus der Regierung, die sich für den Genderstern ausgesprochen hat. Sie ist nämlich unsere Kultusministerin ... nein, stopp, stimmt nicht ... sie ist unsere Frauenministerin und unsere Gleichstellungs- und Genderbeauftragte ... nein, stimmt auch nicht. Sie ist unsere Justizministerin. So ist es richtig.
Sie weiß, wo es lang geht. Sie sagte: „Die Politik muss die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen berücksichtigen, die sich keinem der beiden Geschlechter zuordnen.“ Wenn sie das sagt, gilt das auch. Wenn sie uns erklärt, was die Politik „muss“, dann sollten wir das ernst nehmen.
Ein Gerücht: Eine ominöse Debatte soll zu Veränderungen beigetragen haben


Ich habe es versucht. Ich hatte nur wenige Worte aus einer Meldung vom Tagesspiegel zitiert und kommentiert und war nicht weit gekommen, weil mir alles falsch vorkam. Meine Widerrede war etwas lang geworden. Der Textausschnitt, um den es ging, ist vergleichsweise kurz:
Der Tagesspiegel fragt: „Soll Geschlechtergerechtigkeit sich auch in den offiziellen Regeln der deutschen Sprache durch ein kleines Zeichen bemerkbar machen?“ Katarina Barley findet das gut. Sie freue sich, sagt sie, „über jede Veränderung, die dazu beiträgt, unseren Blick auf andere Formen von Identität und Lebensweisen zu entspannen“.
Bis dahin war ich mit meinem Senf gekommen, den ich unter dem Titel Krötenschlucken mit Katarina Barley dazugegeben hatte. Weiter nicht. Es war nur der Anfang der Meldung gewesen. Es geht noch weiter.
Katarina Barley sagte: „Die „Gender-Debatte“ habe zu Veränderungen viel beigetragen, gerade weil ihre Protagonistinnen und Protagonisten sich „gegen einen gesellschaftlichen Konsens“ gestellt hätten.
Hier muss ich wieder innehalten. Es ist schon wieder alles falsch. Es kommt mir vor, als würde ich jemanden beobachten, der auf dem Schwarzmarkt eine gefälschte Uhr anbietet, schließlich einen Kunden findet, der mit Falschgeld bezahlt und daneben stünde ein Polizist und klatschte Beifall. Es stimmt einfach gar nichts.
Zunächst einmal verstehe ich den Satz nicht. Das heißt aber nichts. Es kann durchaus sein, dass unsere Ministerin etwas Richtiges gesagt hat und ich der Dumme bin, der es nicht kapiert. Doch ich wüsste wirklich nicht, wieso die Gender-Debatte gerade deshalb so viel zu irgendwelchen Veränderungen beigetragen haben soll, weil sie sich „gegen“ den „gesellschaftlichen Konsens“ gestellt hat? Aber vielleicht ist es so.
Der Satz ist ein Spiegel-Labyrinth, in dem sich ein fragwürdiger Begriff in einem anderen ebenso fragwürdigen Begriff spiegelt. Herausgekommen ist eine Wurst mit zwei Enden: ein Satz, der vorne und hinten nicht stimmt. Vorne steht „Gender-Debatte“, hinten „gesellschaftlicher Konsens“. Wovon redet sie an der einen, wovon an der anderen Stelle? Wie passen die Enden zusammen? Ich weiß es nicht.
Gut, dass wir darüber geredet haben

Der Anfang ist eine glatte Lüge. Es gab – und gibt – keine Gender-Debatte. Jeder Ansatz zu so einer Debatte wurde von Feministen im Keim erstickt. Es gab lediglich einige nicht enden wollende Gender-Monologe in Ergänzung zu den Vagina-Monologen.
Bassam Tibi hat neulich geklagt, dass es in der deutschen Öffentlichkeit keine „Islam-Debatte“ gibt, sondern lediglich „Gezänk“. Das gilt auch für die Gender-Debatte. Da war nichts und ist nichts. Wenn Frau Barley nun so tut, als hätte es doch eine Debatte gegeben, die sogar Ergebnisse vorweisen kann, dann ist das nicht nur falsch, dann ist das ... nun, da fehlen mir die Worte.
Die will ich bei anderer Gelegenheit suchen, sonst komme ich nicht voran. Ich will mir das andere Ende ansehen: den „gesellschaftlichen Konsens“. Welchen meint sie? Wir wissen es nicht – und können es nicht wissen. Denn es gibt nicht nur einen gesellschaftlichen Konsens, es gibt viele, die sich jeweils um unterschiedliche Fragen drehen.
Um welche Frage geht es? Eben das wissen wir nicht. Daher wissen wir auch nicht, was die Frage, zu der es den erwähnten gesellschaftlichen Konsens gibt, mit irgendeiner Frage zu tun haben könnte, die entsprechend dazu in der Gender-Debatte aufgeworfen wurde, die nicht stattgefunden hat.
Wir ahnen es. Es geht um den Genderstern und seinen Platz in den Regeln der deutschen Sprache. Gibt es da einen Konsens? Gibt es etwa einen Konsens in der Frage, was dieser Gender-Stern überhaupt bedeuten soll? Wie man ihn ausspricht? Gibt es einen Konsens in der Frage, an welcher Stelle eines Wortes der Stern auftauchen soll? Gibt es einen Konsens in der Frage, ob er regelmäßig angewendet werden soll oder nach Belieben? Nein.
Der Griff nach den Sternen ist ein Griff nach der Regel

Es gibt einen ganz anderen Konsens, den Katarina Barley sicherlich nicht meint. Aber ich. Ich meine den Konsens in der Frage, ob ein Eingriff in die Regeln der Sprache überhaupt möglich ist. In dieser Frage gibt es einen großen Konsens, einen sehr großen sogar, einen Mega-Konsens sozusagen, der in allen Gesellschaften und zu jeder Zeit Gültigkeit hatte und von jedem anerkannt wurde, der zur Sprachgemeinschaft gehörte. Der Konsens lautet, dass das Regelwerk einer Sprache nicht zur Disposition steht und grundsätzlich nicht freigegeben ist für Veränderungen, die sich irgendwelche Aktivisten wünschen, die sich gerade in einer Machtposition wähnen.
Gegen diesen Konsens kann sich niemand stellen. Wer es dennoch versucht, muss scheitern. Offenbar hat Katarina Barley das vor. Sie will am Regelwerk der Sprache rumpfuschen. Wenn sie das macht, kommt sie ... nein, nicht etwa in Teufels Küche, sondern in die Hexen-Küche des Sprachfeminismus. Wenn man Grundregeln bricht, gibt es keinen Halt mehr. Neue Regeln haben dann so wenig Gültigkeit wie alte, das Verfallsdatum wird zum ständigen Begleiter.
Vielleicht ist ihnen aufgefallen, dass Katarina Barley von „Protagonistinnen und Protagonisten“ gesprochen hat. Warum nicht von „Protagonisten“? Oder von „Protagonist*innen“ mit *? Sie wünscht sich doch den Gender-Stern. Warum nicht an dieser Stelle? Wollte sie etwa sagen, dass Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen können, an der für sie so wichtigen Gender-Debatte gar nicht teilgenommen haben? Waren sie etwa keine „Protagonistinnen“ und keine „Protagonisten“ dieser Debatte? Waren Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen können, von dieser legendären Debatte ausgeschlossen? Oder ist das nicht so gemeint? Soll die Verwendung des Sterns eine Aussage haben oder nicht?
Katarina Barley weiß es auch nicht. In der feministischen Hexenküche herrscht Chaos. Da kocht immer gerade irgendetwas über. Die Formulierungen, die da zusammengebraut werden, taugen nichts. Damit kann man über Geschlechterthemen nicht mehr differenziert und ergebnisoffen reden.
Weißt du, wie viel Sternlein stehen?

Sehen wir uns die Möglichkeiten an. Wie soll es denn nun heißen? „Protagonistinnen und Protagonisten“? Oder „ProtagonistInnen“ mit Binnen-I? Oder „Protagonist_innen“ mit Unterstrich? Oder „Protagonist*innen“ mit Genderstern in der Mitte oder mit Genderstern am Ende? Die willkürlich ausgedachten Regeln kommen sich zunehmend gegenseitig ins Gehege. Sie widersprechen einander. Keine kann Gültigkeit beanspruchen. Keine funktioniert. Wenn das die Lösungen sein sollen, möchte ich lieber wieder das Problem haben.
Wo gehört das Sternchen überhaupt hin? Überall hin? Das ist eine „gute Frage“, wie man heute gerne sagt. Soll der Gender-Stern auch dann eingesetzt werden, wenn Personen, die sich keinem Geschlecht zuordnen können, in dem Zusammenhang keine Rolle spielen? Soll ein Gender-Stern immer leuchten? Dann hätten wir nicht nur hier und da ein kleines Sternchen, dann hätten wir einen Sternenhimmel, in dem ein einzelner Stern nicht mehr auffällt.
Ich überlege noch, wie ich die Frage so formulieren kann, dass sie nicht wie ein naheliegender, aber womöglich als frauenfeindlich geltender Witz wirkt. Es ist die entscheidende Frage. Sie lautet: Sollen diejenigen, die sich keinem Geschlecht zuordnen können, „in der Regel“ erwähnt werden?
Das sähe dann so aus, wie in der Ankündigung eines kostenlosen Workshops zur neuen Datenschutz-Grundverordnung. Da heißt es: „Der Workshop richtet sich primär an Literaturveranstalter*innen sowie Solo-Selbständige der Literaturbranche wie freie Autor*innen, Lektor*innen, Übersetzer*innen.“
Hier sind die Sterne überall gesetzt. Wenn also bei den interessierten Autoren, Lektoren und Übersetzern jemand dabei sein sollte, der sich keinem Geschlecht zuordnen kann, dann darf der oder die oder das sich getrost angesprochen fühlen. Denn der oder die oder das wird durch die Einladung ausdrücklich nicht ausgegrenzt. Vielleicht ist es eine überflüssige Rücksichtnahme, weil von denen, die sich keinem Geschlecht zuordnen können, sowieso keiner, keine oder keines an dem Workshop interessiert ist und wenn doch, dann legt er oder sie oder es womöglich keinen Wert auf einen Stern. Aber es ist gut gemeint.
Wie aber verhält es sich mit der Ankündigung einer Veranstaltung im Literaturkeller in Berlin zum Gedenken an Günter Herburger? Da hieß es: „Freunde*innen, Weggefährten*innen und Leser*innen erinnern (sich) an den Dichter, der am 3. 5. 2018 starb.“
Die Literaten aus dem Keller üben noch, das merkt man. Haben sie es richtig gemacht? Muss es „Freund*innen“ oder „Freunde*innen“ heißen, „Weggefährt*innen“ oder „Weggefährten*innen“? Wie auch immer. Viel interessanter ist die Frage, was uns die Sterne in diesem Fall sagen wollen.
Bei dem Workshop handelt es sich um eine Einladung, da sollen uns die Sterne zeigen, dass niemand, der sich keinem Geschlecht zuordnen kann, ausgeschlossen werden soll. Bei dem Literaturkeller ist das anders. Da wird eine Ankündigung gemacht. Sollen die Sterne etwa zeigen, dass sich unter den angekündigten Weggefährten, Lesern und Freunden Personen befinden, die sich keinem Geschlecht zuordnen können und Wert darauf legen, dass das in der Ankündigung berücksichtigt wird?
Oder ist es gar nicht so? Ist es vielmehr so, dass die angekündigten Weggefährten, Freunde und Leser ganz genau wissen, welchem Geschlecht sie sich zuordnen wollen und die Gendersterne in ihrem Fall gänzlich fehl am Platze sind?
Dann hätte der Buchhändlerkeller sie falsch bezeichnet und schlecht angekündigt. Kriegt man sein Eintrittsgeld zurück, wenn man extra deswegen angereist ist und dann enttäuscht feststellen muss, dass unter den angekündigten „Weggefährt*innen“, „Leser*innen“ und „Freund*innen“ niemand dabei ist, der sich keinem Geschlecht zuordnen kann?
Geisterschiffe mit namenlosen Untoten an Bord

Katarina Barley hat es auch falsch gemacht, als sie von „Protagonistinnen und Protagonisten“ gesprochen hat. Das war nicht anders zu erwarten. Die Gender-Sprache verführt leicht zu falschen Sätzen. Was hat sie diesmal falsch gemacht?
Ich sagte ja schon, dass es keine Gender-Debatte gab. Es gab kein Thema, unter dem so eine Debatte gestanden hätte; es gab keine Fragestellung, die bei so einer Debatte aufgeworfen worden wäre. Es gab auch niemanden, der an so einer Debatte teilgenommen hat. Die Gender-Debatte, von der Barley behauptet, dass es sie gab, ist ein Geisterschiff mit namenlosen Untoten an Bord.
Wenn wir von ihr hören, dass es dabei „Protagonistinnen und Protagonisten“ gegeben hat, dann wirkt es auf den ersten Blick so, als hätten sich da zwei Lager gegenübergestanden, wie man das bei einer echten Debatte erwartet: Auf der einen Seite die Befürworter, auf der anderen Seite die Gegner; auf der einen Seite Frauen, auf der anderen Männer.
Aber es gab diese Personen nicht. Wenn wir bei Katarina Barley nachfragen und sie bitten würden, uns einige Namen der Protagonistinnen und Protagonisten zu nennen – wetten, dass sie keinen einzigen nennen könnte!
Warum spricht sie trotzdem von „Protagonistinnen und Protagonisten“, obwohl es diese Personengruppe nicht gibt? Weil sie es aus Prinzip tut. Weil sie es „in der Regel“ tut. Weil sie den feministischen Sprachvorgaben folgt. Da ist es nicht so wichtig, ob es eine Personengruppe, über die man spricht, tatsächlich gibt und wie bedeutend sie ist. Wichtig ist allein, wie sie bezeichnet wird.
Sie reden dann von „Gästinnen und Gästen“ und von „Mitgliedinnen und Mitgliedern“, auch wenn es sprachlich keine „Gästin“ und keine „Mitgliedin“ gibt. Sie reden von gefallenen „Soldatinnen und Soldaten“, auch wenn unter den 166 Bundeswehrsoldaten, die seit 1992 ihr Leben lassen mussten, keine einzige Frau ist. Manchmal verplappern sich Politiker und reden von den lieben „Wählerinnen und Wählerinnen“, einfach so, weil das automatisch so durchrattert. Sie merken es nicht einmal.
Das Weib will nicht die Wahrheit, heißt es bei Schopenhauer. Damit sagt er nicht, dass Frauen lügen (auch wenn er das vielleicht an anderer Stelle tut, das weiß ich nicht …), er sagt zunächst nur, dass Wahrheit nicht ihr Ideal ist. Wahrheit ist auch ein heikles Ideal. Vielleicht gefällt sie uns nicht, wenn wir ihr begegnen.
Wahrheit hat man nicht, man kann sie nur anstreben, man kann sie nicht für sich beanspruchen. Aber „das Weib“, wie Schopenhauer sagte (zu seiner Zeit war das die normale Rede), strebt nicht gerne in Richtung Wahrheit. Es könnte sein, dass die Wahrheit nicht gut aussieht. Angestrebt wird das, was gut aussieht. Das, was sich im Moment gut anfühlt. Angestrebt wird, was aktuell korrekt scheint – nicht das, was sich bei genauem Hinsehen als wahr erweist und dann womöglich nicht gefällt. Natürlich wollen alle, wie es heute heißt, „Gesicht zeigen“, aber sie wollen sich vorher schminken.
Das Gendersternchen ist das neue Make-up für die Sprache. Es geht nur um das Erscheinungsbild. Nicht um den Inhalt. Das Erscheinungsbild der Sprache wird mit Gendersternen bis zur Unkenntlichkeit mit moralischem Glitzer und mit falschem Toleranz-Glanz überschminkt. Die politisch korrekte Sprache sieht aus wie eine gealterte Nutte.
Sätze mit einem Genderstern sind irreführend oder falsch. Sie werden durch die kleinen Sternchen mit einem Firnis von Heuchelei überzogen.

Quelle: "Gendersprache"

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  • Erstellt von meineHeimat In der Kategorie Allgemein am 06.06.2018 19:46:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 06.06.2018 20:13
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