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"Odyssee"

"Odyssee"

12.06.2018 20:06

Viel hätte ich dafür gegeben, Augenzeugin der dummen Gesichter an Bord der Aquarius just in jenem denkwürdigen Moment sein zu dürfen, als den notorischen Schleppern dämmerte, dass Bunt-Europa nicht nur die Tür hinter ihnen zugemacht, sondern auch gleich den Schlüssel weggeworfen hat. Aber man kann ja nicht alles haben.
Als die Maske fiel
Manchmal kommt die Genugtuung spät, aber sie kommt. Ich erinnere mich noch lebhaft an die gehässige Schadenfreude der NGOs, als im vergangenen Sommer auf ihr Betreiben hin (und vermutlich mit nicht wenig Soros-Geld im Hintergrund) die Besatzung der C-Star sprichwörtlich in Sichtweite des Schleuserhafens von Valletta (Malta) „weichgeklopft“ werden sollte. Weder durfte das Schiff der Mission Defend Europe den Hafen anlaufen, noch durfte es von dort aus versorgt werden.
Nicht zuletzt angesichts der zur Neige gehenden Trinkwasser-Vorräte an Bord könnte man durchaus festhalten: Die selbsternannten Vorkämpfer grenzenloser „Humanität“ hatten spontan eine Sympathie für Grenzen entwickelt und keinerlei Probleme damit, ihre Kritiker vor den Augen der Weltöffentlichkeit verrecken zu lassen. Man muss kein PR-Genie sein, um die nachhaltige Wirkung dieser Geste zu verstehen.
Natürlich hatten sie die Rechnung ohne jene Malteser gemacht, die mit wehenden Fahnen und ausgestrecktem Mittelfinger kurzerhand die Blockade ihres korrupten Staatschefs Joseph Muscat brachen. Es sollte nicht seine letzte Blamage bleiben. Unvergessen ist jenes Foto der identitären Aktivisten, die — tatsächlich längst auf dem Heimweg — unmittelbar vor Muscats Büro für ein „Selfie“ in die Kamera lächelten; während die Behörden fieberhaft nach einem Schiff suchten, das nie einlaufen würde… (von Sina Lorenz)
"Das einzige, was noch schwieriger ist als ein geordnetes Leben zu führen? – Es anderen nicht aufzuzwingen." (Marcel Proust)
(rjhCD6149)


Eine Seefahrt, die ist… zwecklos?

Wilder Westen im Süden

Eine verrückte Zeit. Das „Geschäft“ auf der Zentralen Mittelmeerroute lief wie geschmiert. Zehntausende und Aberzehntausende Migranten wurden durch eine kleine, stetig wachsende Armada gutmenschlicher Transportunternehmen direkt von der libyschen Küste weg, wo sie sich unter fachmännischer Anleitung in Seenot begaben, „gerettet“ und hunderte Kilometer nach Norden verschifft. Nicht wenige dieser Schatzsuchenden haben es später sogar bis in deutsche Lokalnachrichten geschafft. Aber das ist ein anderes Thema.
Flankiert von weit verästelten Fluchthelfer-Organisationen und deren Anwälten, einer gut geölten Asylindustrie und dem medialen Sperrfeuer tränentriefender „Retter-Dokus“ zur besten Sendezeit standen die Behörden auf verlorenem Posten. Libyens tapferer wie aussichtsloser Kampf gegen die Schleuserbanden und ihre europäischen Helfer konnte kaum besser in einem prägnanten Bild zusammengefasst werden als durch sein letztes schwimmfähiges Patrouillenboot.
Mittendrin, statt nur dabei: Schiffe von Frontex, europäischer Seestreitkräfte und Küstenwachen, deren — zumindest theoretisch — eigentliche Aufgabe der Schutz von Europas feuchten Außengrenzen sein sollte. Nicht selten fanden sie sich unversehens „aufgrund der Umstände“, plötzlich zu Humanspediteuren degradiert, inmitten dieses zynischen Spektakels wieder. Das passiert schon mal, wenn man Seerecht derart beugt, dass es jeden Moment brechen könnte. Kaum ein Jahr ist das nun alles her.
Abgang mit Ansage

Vermutlich dachten die beteiligten Akteure selbst dann noch, dass alles seinen gewohnten Gang gehen würde, als Italien mit Rückendeckung der europäischen Innenminister seinen Verhaltenskodexauf den Weg brachte. Anders kann man sich die schnoddrige Herablassung kaum erklären, mit der einige Protagonisten ihre Unterschrift für selbst grundlegendste Regeln und Selbstverständlichkeiten demonstrativ verweigerten.
Und, wenn man ehrlich ist: welche Folgen hätten sie in jenem Europa, das unermüdlich nach neuen Wegen sucht, illegale Migration zu legalisieren, realistisch auch fürchten sollen? Es war sicher eine naheliegende wie fatale Fehleinschätzung, die bevorstehenden Wahlen in Italien, Österreich und Deutschland zu unter- und zugleich die eigene Wichtigkeit zu überschätzen. Auch schäbige Politiker möchten (wieder) gewählt werden. Dafür springt dann schon mal eine NGO über die Klinge, wenn es der Imagepflege dient.
Zu allem Unglück stürzte sich dann bekanntermaßen, mit ihrem berüchtigten Gespür für gutes Timing, auch noch die identitäre Mission Defend Europe mitten ins Getümmel. Kaum etwas ist peinlicher für einen im Überlebenskampf begriffenen Politiker als Amateure, die seinen Job machen und mit geringsten Mitteln, gegen alle nur denkbaren Widerstände, das angeblich Unmögliche vollbringen. Nicht zuletzt dieser Gemengelage ist die Beschlagnahme der Iuventa von „Jugend Rettet“ zu verdanken. Und das sollte erst der Anfang sein.
Ein Odysseechen
Seit diesen denkwürdigen Wochen im Sommer 2017 hat sich die politische Landkarte Europas deutlicher verändert, als ich zu hoffen gewagt hätte. Das „Ankunftsland“ Italien mag nicht mehr, das „Durchgangsland“ Österreich ebenso nicht, und im Bundestag des Flüchtilanten-Paradieses ist es mit der gemütlichen Selbstbeweihräucherung auch vorbei. Während drinnen das System Raute Tag für Tag tiefer im eigenen BAMF-Morast versinkt, zerschnippeln derweil „draußen im Land“ emotional aufgewühlte Fachkräfte die Menschen, die dort schon länger leben und mit ihnen die letzten Reste der Willkommenskultur.
Jetzt hat es also, um wieder zurück aufs Mittelmeer zu schwenken, mit der Aquarius von SOS Mediterranée und Ärzte ohne Grenzen einen weiteren notorischen Darsteller in der Manege des Wahnsinns getroffen. Völlig zurecht. Langsam aber sicher wird es dort recht übersichtlich. Man kann nur hoffen, dass irgendeine geistesgegenwärtige Nation diesen Pott, natürlich nach Löschung seiner wertvollen Fracht und Verhaftung der Mannschaft, auf den Grund schickt. Es wäre ein standesgemäßes Ende für ein Schiff diesen Namens. Vielleicht sogar der Beginn einer wundervollen Taucher-Attraktion.
Und auch wenn diese Geschichte undank des Spielverderbers Spanien letztlich leider (vorerst) keinHappy End fand, entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet die kuschelige Heimstatt aller bunten Seefahrer, ausgerechnet Malta, so wenig von der Aussicht begeistert war, die eigentlich für die Durchreise bestimmten Goldstücke behalten zu dürfen, dass es der Aquarius gleich mal den Hafen verweigert hat. Diesen Humor muss man mögen.
Prost
Mir bleibt an dieser Stelle eigentlich nur, diesem neuerdings vom Pech verfolgten Schiff mit einer Buddel Rum zuzuprosten und über die Reling einen maritimen Gruß zu signalisieren. Beispielsweise: „Ist ein scheiß Gefühl, vor verschlossener Tür zu stehen, oder? Ihr Lutscher!“ Ich weiß, was ihr letzten Sommer getan habt. Ich weiß, was ihr diesen Sommer tut. Den nächsten braucht ihr gar nicht erst einplanen.

Quelle: "Schlepper"
Die ethnische Säuberung Nordzyperns Geständnisse eines türkisch-zypriotischen Massenmörders (von Uzay Bulut)
"Warum gibt es noch keinen Frieden? Wie können wir Frieden schließen, wenn wir tollwütige Mörder unter uns haben? Anstatt sie zu verfolgen, ermöglichen wir ihnen, im Fernsehen aufzutreten und mit ihren Morden zu prahlen... Wenn Sie nicht einmal einen Mörder zur Rechenschaft ziehen, der sagt: 'Töten war meine Art von Kunst', wen werden Sie dann zur Rechenschaft ziehen?" - Şener Levent, der Chefredakteur der türkisch-zyprischen Zeitung Afrika.
Diese "tollwütigen Mörder" wurden bisher nicht für die Tötung unschuldiger griechisch-Zyprioten - die ethnische Säuberung Nordzyperns - zur Verantwortung gezogen. Das noch größere Problem ist, dass er und seine Mittäter von den türkischen Behörden unterstützt und begünstigt wurden. Alle Verantwortlichen müssen vor internationale Strafgerichte gestellt werden - je früher, desto besser.

Versucht der türkische Präsident Tayyip Erdogan, der immer wieder von Zypern als Sicherheitsbedrohung für das östliche Mittelmeer redet, eine Botschaft zu übermitteln? Erdogan warnt seit langem zypriotische und internationale Unternehmen, die in der Region nach Energieressourcen suchen, davor, "der griechischen Seite in Zypern zu vertrauen".
Die wiederholten verbalen Angriffe des türkischen Präsidenten auf griechisch-Zyprioten werfen auch Licht auf ein kürzlich im türkisch-zypriotischen Fernsehen live ausgestrahltes Interview mit dem 84-jährigen Turgut Yenağralı - einem ehemaligen Mitglied der 1957 gegründeten und für ihre kriminellen Aktivitäten in Zypern bekannten paramilitärischen türkischen Widerstandsorganisation (TMT).
Yenağralı prahlte im Interview damit, welche Rolle er im Massenmord an griechischen Zyprioten gespielt hat und dem Grund dafür.
"Wir reisten durch Zypern und verprügelten oder töteten diejenigen, die Verbrechen gegen das Türkentum begangen hatten", begann er.

Frage: Warum haben Sie diese Aktivitäten unternommen? War es ein Abenteuer oder aufregend?
Yenağralı: Nein, es war für das Türkentum.
Frage: War es leicht, diese Leute zu töten?"
Yenağralı: Es gibt nichts schöneres... Wir haben uns immer sehr gefreut danach.
Frage: Hat es eine Rolle gespielt, ob diese Leute kriminell waren oder nicht?
Yenağralı: Warum sollte das jemanden interessieren? Kriminell oder nicht.... Solange sie Kafire [Ungläubige] sind, gehören sie zur selben Hunderasse... Als wir den Kafir erschießen wollten, versteckten [die beiden Frauen der Gruppe] Waffen in ihren BHs und trugen sie für uns.

Yenağralı sagte, dass er und seine Freunde nie von türkisch-zypriotischen Führern aufgefordert wurden, ihre Aktivitäten zu reduzieren oder einzustellen. Diese Unterlassung ist wohl nicht verwunderlich, denn einer der wichtigsten Gründer von TMT war Rauf Denktaş, der zwischen 1975 und 1983 als Leiter des "Türkischen Föderierten Staates Zypern" und von 1983 bis 2005 als Präsident der "Türkischen Republik Nordzypern" tätig war - beide "Staaten" nur von der Türkei anerkannt.
Yenağralı sagte, dass nach der Unabhängigkeit Zyperns von der britischen Herrschaft im Jahr 1960 die TMT ihre Waffen begruben und ihre Aktivitäten auf "unterirdische" Weise fortsetzten - nur um sie später wieder aufzunehmen. Doch "Waffen kamen immer wieder aus der Türkei", fügte er hinzu. "Wir fingen an, Männer zur militärischen Ausbildung in die Türkei zu schicken. Auch ich war vor 1960 zweimal in der Türkei, um militärisch und nachrichtendienstlich geschult zu werden."
Yenağralı behauptete, dass er, als 1964 die Friedenstruppe der Vereinten Nationen in Zypern (UNFICYP) etabliert wurde, sich mit einigen UNO-Beamten anfreundete - was es der TMT noch einfacher machte, sich neu zu organisieren und Stellungen in der Region einzunehmen. "Ein UNO-Kommandant bereitete eine UNO-Friedenskorpsuniform für mich vor", sagte er, "und ich trug sie und fuhr in seinem UNO-Fahrzeug. Weil ich ihnen jede Woche Lammfleisch und zwei Frauen (Prostituierte) für eine Nacht geschickt habe."
"Töten war meine Art von Kunst", sagte er und beschrieb die Aktivitäten seiner Gruppe nach der türkischen Invasion auf Zypern 1974. "Es waren die türkischen Zyprioten, die mehr griechisch-zypriotische Gefangene töteten als das türkische Militär."
Er brachte auch seine Trauer darüber zum Ausdruck, dass ein türkischer Befehlshaber ihn daran hinderte, griechisch-zypriotische Kriegsgefangene auf der Halbinsel Karpas nach der Invasion zu töten. "Ich trauere dem immer noch nach, dass ich [diese Gelegenheit] verpasst habe", sagte er.


Yenağralı sagte, dass er auch am Transport illegaler Siedler aus der Türkei nach Zypern beteiligt war, um die griechisch-Zyprioten zu ersetzen, die vor dem Massaker im nördlichen Teil der Insel geflohen waren, um im freien, südlichen Teil Zuflucht zu suchen. Die Invasion veränderte die demographische Struktur der Insel und machte die einstige griechische Mehrheit im Norden zum ersten Mal in der Geschichte der Insel zu einem türkischen Gebiet.
Mit den Geständnissen von Yenağralı wird die Lüge entlarvt, dass die Türkei ihre Invasion als eine "Friedensoperation" zum Schutz der türkischen Zyprioten bezeichnet. Die Türkei, wie Yenağralı illustriert, war vor der Invasion jahrzehntelang in kriminelle Aktivitäten auf Zypern verwickelt - sowohl vor als auch nach der Unabhängigkeit Zyperns im Jahr 1960.
Nach dem Interview mit Yenağralı schrieb Şener Levent, der Chefredakteur der türkisch-zypriotischen Zeitung Afrika:

"Unsere griechisch-zypriotischen Brüder, die aus Mesarya- [Mesaoria-] Dörfern ausgewandert sind, die dies lesen, könnten fragen: 'Hat dieser Mann [Yenağralı] meinen Vater getötet? Hat er meine Mutter, meine Schwester, getötet?' Ich würde das auch fragen, wenn ich sie wäre. Dieser Mann lebt noch und lebt in Mağusa [Famagusta]. Ich weiß, dass er nicht der Einzige ist. Es gibt noch andere. Ein Bürger von uns sagt, dass ein anderer in Serdarlı[Tziaos] sich auch so rühmte, weil er den Kopf eines griechisch-Zyprioten mit einem Stück Stein zermalmt hat. Und darauf ist er stolz!
"Dann fragen wir: Warum gibt es noch keinen Frieden? Wie können wir Frieden schließen, wenn wir tollwütige Mörder unter uns haben? Anstatt sie zu verfolgen, ermöglichen wir ihnen, im Fernsehen aufzutreten und mit ihren Morden zu prahlen. Suchen wir immer noch nach vermissten Personen? Geh und frag diesen Mann.... Nachdem er seine 'Kunst' ausgeführt hat, in welchen Brunnen hat er die von ihm Ermordeten entsorgt, oder wo hat er sie begraben? Wenn er und seinesgleichen es nicht wissen, wer dann? Wenn Sie nicht einmal einen Mörder zur Rechenschaft ziehen, der sagt: 'Töten war meine Art von Kunst', wen werden Sie dann zur Rechenschaft ziehen?"
Diese "tollwütigen Mörder" wurden bisher nicht für die Tötung unschuldiger griechisch-Zyprioten - die ethnische Säuberung Nordzyperns - zur Verantwortung gezogen. Das noch größere Problem ist, dass er und seine Mittäter von den türkischen Behörden unterstützt und begünstigt wurden. Alle Verantwortlichen müssen vor internationale Strafgerichte gestellt werden - je früher, desto besser.
Quelle: "Zypern-Türkei"

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  • Erstellt von meineHeimat In der Kategorie Allgemein am 12.06.2018 20:06:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 12.06.2018 21:03
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