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"Rinderwahn"

"Rinderwahn"

15.09.2018 21:57

Friede Springer hat die Freundschaft zu Angela Merkel aufgekündigt. In ihrem Schlachtschiff „WELT“ darf der Herausgeber Stefan Aust, zwar hinter der Bezahlschranke, aber dennoch nach Lust und Laune das aussprechen, was Seehofer und Maaßen schon lange denken, aber nicht wagten auszusprechen.
Journalistenwatch.com hat den Aust-Artikel ausführlich zitiert, so dass der Inhalt, wie sicherlich gewünscht, die Bezahlschranke überwunden hat. Ich verlinke am Schluss dieses Artikels darauf, möchte aber vorher auf die herausragende Bedeutung dieses Vorstoßes aus der Ecke der deutschen Medienmacht hinweisen.
Waren auch früher schon in der Welt Kommentare zu lesen, die diesen Dammbruch ankündigten, handelte es sich bei den Verfassern doch immer um Leute aus den hinteren Linien, die man auch leicht hätte wieder zurückrufen können.
Wenn der Herausgeber selbst sich des Verdachts kaum noch erwehren kann, es sei in diesem Lande der kollektive, parteiübergreifende, galoppierende Rinderwahn ausgebrochen, dann ist das ein Statement, das nicht mehr zurückgenommen werden kann.
Gut, dass die Springerin nicht auf Facebook angewiesen ist, dort wäre dieser Text vermutlich als hate-speech identifiziert und gelöscht worden, doch ein Zeitungsdurchsetzungsgesetz hat Herr Maas eben nicht erlassen – und das rächt sich jetzt.
Natürlich schießt Aust auch ein respektables Eigentor, wenn er schreibt, es sei für jeden, dessen Blick nicht von tränenverschwommener Rührung verschleiert war, von Anfang an klar gewesen, wo die Politik der Grenzöffnung hinführt. Fällt ihm nicht ein, dass dieses – von Anfang an Klare – mit allen Mitteln der Medienmächtigen drei Jahre lang unter der Burka der Vollverschleierung verborgen wurde? Aber, egal. (von Egon W. Kreutzer)
„Wenn die Menschen das 'Unkraut' nicht nur ausreißen, sondern einfach aufessen würden, wären sie es nicht nur los, sondern würden auch noch gesund.“ /Johann Künzle
(rjhCD6149)


Abgesang auf Merkel – Galoppierender Rinderwahn

Springer hat sich auf die Seite der CSU geschlagen, wenn nicht gar schon auf die Seite der AfD. Merkel ist nicht mehr länger zu halten. Die galoppierende SPD mit ihrer Rücktrittsforderung an Maaßen, hilfsweise Entlassungsforderung an Seehofer, hilfsweise Entlassungsforderung für beide an Merkel adressiert, stellt fest, dass mit dem Fall der ersten und einzigen Kanzlerin auch ihre Felle hoffnungslos davonschwimmen.
Springer ist wieder konservativ-national gesinnt. Dies offenbart aber auch, dass die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Amtszeit Donald Trumps aufgegeben wurde. Alte transatlantische Verbindungen, die stark schienen, wie armdicke Unterseekabel, haben sich als nicht mehr hilfreich erwiesen. Die Anti-Trump Kampagnen führen ins Nirgendwo. Es gilt, sich der Realität zu stellen und sich auf die Wünsche und Vorstellungen des neuen Herren des Weißen Hauses einzustellen.
Wer mag am lautesten interveniert haben, am Kaffeetisch der Friede Springer, als Merkel auf Dienstreise war? Die Vertreter der deutschen Automobilindustrie, die sicherlich ihre Aufwartung gemacht haben? Waren es die Bayer-Leute, die von der plötzlich auftauchenden Monsanto-Last erdrückt werden? Siemens? SAP? Die Deutsche Bank?
Oh, die Liste derer, die sich nach den Regeln Trumps gute Geschäfte versprechen, gegen seine Regeln jedoch Verluste befürchten, ist lang – und keiner davon hat ein Problem damit, die Geschäftsinteressen in den Vordergrund zu stellen.
Die nächste Weiterung wirft die Frage nach der Zukunft der EU auf. Mit einem Trump-Deutschland als Taktgeber werden alle Träume von der Konkurrenz auf Augenhöhe zu den USA schnell platzen. Es heißt nun für alle: Rette sich, wer kann, und nur wer in der Lage ist, den eigenen Staat mit eigenen Mitteln vor aller Unbill von außen zu schützen, wird mit einem blauen Auge davonkommen.

Es kommt jetzt nur noch darauf an, wie schnell und intensiv die Anti-Merkel-Kampagne fortgesetzt werden wird. Ob der Abschuss noch vor der Bayern-Wahl erfolgen wird oder erst danach – und spannend ist die Frage, wer wohl von Springer auf den so plötzlich freigewordenen Thron gehoben werden soll.
Viel Auswahl gibt es da ja nicht. Aber dafür ist die Chance dafür, dass die SPD vollends untergeht und an der 5%-Hürde kratzt jetzt phänomenal hoch. Zudem ist die Chance, dass sich die CSU nicht rechtzeitig erholt, gerade weil sie nicht wagte, was Aust nun wagt, ebenfalls hoch.
Wenn die öffentliche Meinung nun richtig getriggert wird, kann der nächste CDU-Bundeskanzler in Fraktionsgemeinschaft mit einer ganz schwachen CSU eventuell sogar alleine regieren.
Aust hat erklärt, der Kaiser ist nackt. Nun wird sich herausstellen, dass die Betrüger, welche die Kleider aus jenem Wunderstoff gewoben haben, vor allem aus der SPD und von den Grünen gekommen sind. Was ja auch stimmt, und nun haben alle Betrogenen, die Wähler und die CDU/CSU, die ganz schnell in die Opferrolle wechseln wird, alles Recht der Welt, sich von denen abzuwenden.

Quelle: "Merkel-Angesang"
Stefan Aust über Merkel: „Galoppierender Rinderwahn ausgebrochen“ (von Wilhelm Schulz)

In einem fulminanten Text hat „Welt“-Herausgeber Stefan Aust mit dem politischen Establishment abgerechnet. In Anspielung auf den Spitznamen der Kanzlerin überschreibt er seine Philippika mit der Zeile: „Mutti aller Probleme“. Aust analysiert die Situation nach Chemnitz und Köthen, die Diskussion um Maaßen und kommt am Ende zu dem ironischen Fazit:
„Die Dinge vom Ende her zu denken gehört ja bekanntlich zu den großen Stärken der Physikerin im Kanzleramt. Es drängt sich der Verdacht auf, als sei in diesem Lande der kollektive, parteiübergreifende, galoppierende Rinderwahn ausgebrochen.“
Der Journalist fragt sich, wie der ratlose Bürger reagiere, „wenn in Köthen ein 22-jähriger Deutscher, der sich unklugerweise in womöglich bester Absicht in einen Streit zwischen drei afghanischen Asylbewerbern eingemischt hat, anschließend tot am Boden liegt?“
Was gehe im Bürger vor,

„wenn er anschließend aus der Pressekonferenz der Polizei erfährt, dass der junge Mann, der einen schweren Herzfehler und schon mehrere Herzoperationen hinter sich hatte, vermutlich nicht an den Schlägen ins Gesicht gestorben ist, sondern am Stillstand seines schwachen Herzens?“
Aust fragt weiter:
„Was denkt er, wenn damit die Schuld der beiden tatverdächtigen Asylbewerber – von denen zumindest einer längst hätte abgeschoben werden müssen – erkennbar relativiert werden soll? Wird hier signalisiert, dass es strafmildernd ist, wenn man auf einen Kranken einprügelt statt auf einen Gesunden?“
Und dann stellt er die entscheidende Frage:

„Was wäre geschehen, wenn zwei rechtsextreme Hooligans einen herzkranken Asylbewerber aus Afghanistan durch Schläge vom Leben in den Tod befördert hätten und irgendjemand behauptet, dass die Schläge der Neonazis nichts mit dem Tod des vorerkrankten Flüchtlings zu tun hätten?“
Seine Antwort: „Da sind einige Maßstäbe durcheinandergeraten.“
Über Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen und dessen geforderten Rücktritt schreibt der Herausgeber, dass dieser seit 2001 Referatsleiter für Ausländerrecht im Bundesinnenministerium unter Otto Schily war und 1997 zum Thema „Die Rechtsstellung des Asylbewerbers im Völkerrecht“ promovierte. Aust:

„Dass jemand sich mit der Materie auskennt, kommt im Kanzleramt offenbar nicht gut an.“ Maaßens „Ablösung dürfte auf der Prioritätenliste im Kanzleramt seit geraumer Zeit ganz oben stehen: ein Kritiker der Merkelschen Migrationspolitik.“
Genau darum geht es – Maaßen hat keinen Fehler gemacht, sondern angemerkt, was niemand sehen konnte: Hetzjagden auf Ausländer in Chemnitz. Aber Merkel hatte angegeben, sie gesehen zu haben. Der Verfassungsschutz-Chef hat die Verhältnisse zurecht gerückt – und soll dafür jetzt gehen.
Aber auch wer die Probleme benenne, „sollte mit seiner Wortwahl vorsichtig sein“, mahnt Aust: Wenn Innenminister Seehofer von der Flüchtlingskrise als „Mutter aller Probleme“ rede, dann wisse er vielleicht nicht,

„dass er damit den Wortschatz des Saddam Hussein von der drohenden ‚Mutter aller Schlachten‘ persiflierte“. Aber: „Recht hat er trotzdem.“
Ironisch merkt der Autor an:

„Vielleicht hat er sich auch nur versprochen und meinte eigentlich die ‚Mutti aller Probleme‘.“

Dabei sei von Anfang klar gewesen, wo Merkels Grenzöffnung hinführe:
„Für jeden, der sich seinen Blick nicht von der tränenverschwommenen Rührung über die eigene humanitäre Großartigkeit verschleiern ließ, war spätestens im Sommer 2015 klar, was auf das Land zurollte.“
Insgesamt seinen 2015 und 2016 rund 1,2 Millionen Zuwanderer registriert worden:
„Die Prozentzahl der eingereisten Männer unter 30 betrug gut 65 Prozent, in diesen beiden Jahren zusammen also rund 800.000.“
Aust macht einen interessanten Vergleich auf:
„Das ist deutlich mehr als die Zahl der Soldaten unter Waffen von Bundeswehr und DDR-Volksarmee zusammen – 1988 etwa 650.000.“
Inzwischen sei die Zahl der Schutzsuchenden zwar auf etwa 200.000 im Jahr zurückgegangen. Aber das entspreche immer noch „der Bevölkerungszahl der Stadt Mainz“. In Wirklichkeit liege die Migrantenzahl sogar
„jährlich bei über einer halben Million, wenn man den Familiennachzug, EU-Zuwanderung und Arbeitsmigration aus Nicht-EU-Ländern hinzurechnet“.

Aust:
„Wir wollen nicht rechthaberisch sein, uns aber auch nicht für dumm verkaufen lassen. Die Wurzeln der gegenwärtigen Misere lagen schon im Sommer 2015 blankgespült für jeden sichtbar offen da.“
(WS)
Quelle: "Mutti aller Probleme"

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