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"Klassenhass"

"Klassenhass"

17.09.2018 15:37

Massive Kritik an der von Angela Merkel geplanten Entlassung des Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen hat der Ex-BND-Chef geäußert. Gerhard Schindler warnt vor einem Bruch zwischen Regierung auf der einen und Bevölkerung sowie den Sicherheitsbehörden auf der anderen Seite: „Die meisten Angehörigen der Sicherheitsbehörden stehen hinter ihm, bewundern seinen Mut, dass er die freie Meinungsäußerung hochgehalten hat. Ganz viele, die bereits heute ihren Dienst mit der Faust in der Tasche verrichten, würden dadurch noch mehr frustriert.“ Wenn jemand etwas belegen müsse, dann nicht Maaßen, sondern die Kanzlerin.
Außerdem erinnerte Schindler in der Bild an den Anlass der Entlassung: „Maaßen hat gewagt, am Wahrheitsmonopol einiger Medien zu zweifeln, und dafür wird er jetzt abgestraft.“ Dass die Kanzlerin selbst Vorreiter der Falschmeldung war, steht unausgesprochen im Raum. Der 65-Jährige nahm den Geheimdienst-Chef massiv in Schutz: „Die Eskalation ist unfassbar. Aus dem berechtigten Anliegen von Herrn Maaßen ist eine Regierungskrise geworden.“
Schindler stellt zu den Ereignissen in Chemnitz fest: „Wenn jemand etwas belegen muss, dann die, die behaupten, dass es Hetzjagden gegeben hat. Bis heute haben die Behörden keine Beweise dafür, dass es Hetzjagden gegeben hat. Das Video ist kein Beleg für Hetzjagden. Das Video ist von einer obskuren Bewegung hochgeladen worden. Und der Titel ,Menschenjagd in Chemnitz‘ – darauf basiert die ganze Berichterstattung.“
“Der Klassenhass bildet die moralische Basis der heutigen Gesellschaft. ” / Bismarck
(rjhCD6149)


Maaßen-Entlassung – Ex-BND-Chef kritisiert Merkel: „Verhältnis zu Sicherheitsbehörden zerstört“

Die Folgen einer Entlassung Maaßens wären fatal, so Schindler, der den BND bis Juni 2016 führte: „Die Bediensteten sind loyal, waren loyal und werden loyal bleiben. Aber es geht um die Motivation, die innere Haltung. Und die würde unter einer Abberufung ganz sicher leiden. Aber nicht nur in den Sicherheitsbehörden, sondern auch in weiten Teilen der Bevölkerung.“
Schindler startete noch einmal einen Appell: „Ich hoffe sehr, dass Maaßen nicht gehen muss. Er ist der beste Präsident, den das Bundesamt für Verfassungsschutz in seiner Geschichte jemals hatte. Es wäre ein fatales Signal für weite Teile der Bevölkerung und weite Teile der Sicherheitsbehörden, wenn er gehen muss.“
Außerdem gehe es seiner Beobachtung nach in der Maaßen-Debatte um viel mehr, nämlich auch um die Fragen, ob man den Verfassungsschutz brauche und ob die Migration „Mutter aller Probleme“ sei, wie es Innenminister Horst Seehofer (CSU) formuliert hatte.
(WS)
Quelle: "Rauswurf-Maaßen"
Richard TedorHitlers Revolution: Der Kampf um die Gunst der Arbeiterschaft (p.b.Maria Lourdes)

(Bildquelle/Google-standard-at)
Der Nationalsozialismus war kein spontanes Phänomen, das Deutschland jäh aus seiner evolutionären Bahn warf und auf Abwege führte. Er war eine Bewegung, die fest in den Traditionen und dem Erbe des deutschen Volkes sowie in seinen fundamentalen Lebensbedürfnissen verankert war.
Adolf Hitler verlieh gewissen Ideen, die damals von vielen seiner Landsleute vertreten und als festen Bestandteil ihres nationalen Charakters betrachtet wurden, greifbaren politischen Ausdruck. Obwohl die Unterstützung, die seine “oppositionelle” Partei im Volk genoss, im Wesentlichen eine Reaktion auf das allgemeine wirtschaftliche Elend darstellte, war Hitlers Machtübernahme nichtsdestoweniger eine logische Folge der Entwicklung Deutschlands.


Ideologie, Sozialprogramme, Außenpolitik - Der Kampf um die Gunst der Arbeiterschaft
Die industrielle Revolution verlief im 18. Jahrhundert parallel zum Paradigmenwechsel der westlichen Zivilisation. Die Konstruktion der Kondensator-Dampfmaschine durch James Watt anno 1769 sowie die Erfindung des mechanischen Webstuhls und der Wollkämmmaschine durch Edmund Cartwright einige Jahre später läuteten das Zeitalter der Webereien, der Kohlenbergwerke und der Fabriken ein. Der Bedarf nach Arbeitskräften für diese Fabriken hatte zur Folge, dass viele Landwirte (von denen manche aufgrund des Massenanbaus landwirtschaftlicher Produkte ihre Existenzgrundlage verloren hatten) in die Städte abwanderten, wo sich die Industrieanlagen befanden. In den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts erleichterte der Ausbau des Eisenbahnnetzes die Migration in die großen Bevölkerungszentren. Dadurch entstand eine neue gesellschaftliche Schicht – die Arbeiterklasse.
Die europäischen Industriearbeiter lebten in schmutzigen, überfüllten Wohnungen, und ihr Lebensstandard war niedrig. Männer, Frauen und Kinder schufteten für mageren Lohn unter ungesunden Verhältnissen; die Arbeitstage waren unmäßig lang, die Unfallgefahr oft sehr hoch. Diese Umstände sowie die soziale Isolierung der Arbeiter vom Rest der Bevölkerung führten allmählich zu ihrer Radikalisierung. In Deutschland führte Ministerpräsident Otto von Bismarck soziale Reformen ein, um die Not der Arbeiter zu lindern. Im Jahre 1863 befürwortete er die Einführung von Gesetzen, die aus dem Berufsleben ausgeschiedenen Arbeitern Pensionen garantierten, und begründete einen Schutzverband für schlesische Weber; letzteres Programm finanzierte er persönlich. Das preußische Kabinett und Parlament – liberale, klerikale und konservative Abgeordnete bildeten hier eine geschlossene Front – widersetzten sich solchen Reformen. Sie betrachteten derartige Programme als sozialistisch und als Verletzung der Grundsätze des freien Wettbewerbs.
Doch Bismarck ließ sich hierdurch nicht ins Bockshorn jagen. Im Mai 1863 erörterte er die Fage der Arbeiterschaft mit Ferdinand Lassalle, dem Begründer des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins. Zu den Punkten, welche die beiden Männer zur Sprache brachten, gehörten das Wahlrecht für Arbeiter, staatlich unterstützte Gewerkschaften und Unfallversicherung. Lassalle wandte sich schließlich enttäuscht von der parlamentarischen Opposition ab und ließ ein Jahr später die Bemerkung fallen: “Nur in der Revolution liegt das Heil. ”[44] Sein früher Tod infolge von Verletzungen, die er in einem Duell davongetragen hatte, war nichtsdestoweniger ein Rückschlag für die konstruktiven Versuche, die Arbeiterschaft als staatstragendes Element in die Volksgemeinschaft einzuordnen. Die Geringschätzung, die ihr seitens anderer Gesellschaftsschichten entgegenschlug, schürte den Groll der Arbeiterschaft. 1875 erklärte Volksstaat , das Organ der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei:

“Der Klassenhass bildet die moralische Basis der heutigen Gesellschaft. ”
Es gelang Bismarck zwar, eine Reihe von Reformen gesetzlich zu verankern, doch gingen sie seiner eigenen Auffassung nach nicht weit genug und vermochten die Erwartungen der Arbeiter keineswegs zu befriedigen. Die unerbittliche Radikalisierung der Arbeiterklasse hatte zur Folge, dass die Theorien von Karl Marx immer größeren Anklang fanden.
Marx, der Deutschland im Revolutionsjahr 1848 verlassen musste, entwarf sein politisch-wirtschaftliches Programm im englischen Exil. Seine Schlussfolgerungen, die er in seinem Hauptwerk: “Das Kapital” darlegte, beruhten in erster Linie auf den Berichten von Regierungskommissionen, welche die Arbeitsbedingungen in englischen Fabriken untersucht hatten. Unter den deutschen Arbeitern fanden seine Ideen zahlreiche Anhänger. Hatten frühere sozialistische Reformer wie Wilhelm Weitling für die Integration der Arbeiter in die deutsche Gesellschaft geworben, so propagierte Marx den Klassenkampf. Die ausgebeutete Arbeiterklasse, predigte er, schulde ihrer Nation keine Loyalität, sondern müsse einen Schulterschluss mit den unterdrückten Arbeitern – dem Proletariat – anderer Länder vollziehen.
Eine neue Welle des Nationalismus erhob sich in Deutschland, als im August 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach. Angehörige des Bürgertums, einfache Arbeiter und Kaufleute fochten während des langen Kampfes Seite an Seite in der deutschen Armee. Die Kameradschaft an der Front ließ die Klassenschranken teilweise schwinden und bewirkte, dass individualistisches Denken in den Hintergrund trat.
Doch innerhalb Deutschlands erzeugten die endlose Länge des Blutvergießens, die Lebensmittelknappheit und die ungenügenden Bemühungen der Regierung um die Aufrechterhaltung der Moral im Inneren eine wachsende Kriegsmüdigkeit. Als die Bolschewiken, eine revolutionäre marxistische Bewegung, die russische Regierung stürzten und im März 1918 einen Friedensvertrag mit Deutschland abschlossen, verlieh dies den deutschen Marxisten gewaltigen Auftrieb. Sie organisierten öffentliche Arbeiterdemonstrationen, Streiks und schließlich eine Revolte der Flotte. Dies trug zum Sturz des Kaisers bei. Eine demokratische Regierung kam an die Macht, und Deutschland Unterzeichnete im November 1918 einen Waffenstillstand mit seinem Widersacher im Westen, der Entente.
Von den Bolschewiken in Russland unterstützt, riefen deutsche Marxisten im Reich mehrere Sowjetrepubliken aus. Der militärische Kommandant der Kommunistischen Partei Deutschlands, Hans Kippenberger, erklärte:

“Der bewaffnete Aufstand ist die entschiedenste, schärfste und höchste Form des Klassenkampfes, die das Proletariat im geeigneten Moment in jedem Lande anwenden muss, um die Herrschaft der Bourgeoisie zu stürzen und die Macht in die eigene Hand zu nehmen.”
Einen Monat nach seiner Gründung zettelte der Spartakus-Bund im Januar 1919 in Berlin einen kommunistischen Aufstand an. Deutsche Armeeverbände schlugen diesen nieder, wobei zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Auch die in Braunschweig und Baden aus gerufenen Sowjetrepubliken wurden vom Heer rasch zerschlagen. Zu schweren Auseinandersetzungen, die 927 Tote forderten, kam es im April desselben Jahres in München, nachdem sich Kommunisten dort an die Macht geputscht hatten. Die deutsche Armee sowie die als “Freikorps” bekannten patriotischen Freiwilligenverbände machten im Verlauf der folgenden drei Jahre auch den anderen Sowjetrepubliken den Garaus, die in verschiedenen Teilen Deutschlands begründet worden waren.
Obwohl der Weltkrieg das deutsche Volk zunächst zu einer Einheit zusammengeschweißt hatte, traten die Klassenunterschiede in den zwanziger Jahren wieder mit voller Schärfe zutage. Die weitgehend verarmte Mittelschicht schaute wie früher hochnäsig auf die Industriearbeiterschaft herab. Deshalb fand die kommunistische Propaganda über die Ausbeutung der arbeitenden Massen durch den Kapitalisten unter den Arbeitern immer noch viel Anklang. In den stürmischen Jahren der Weimarer Republik versammelten sich Millionen unter dem Banner der Rotfront. Nach 1923 versuchten die Kommunisten, die Macht auf dem Weg über Wahlen zu erringen.
Um die Arbeiterschaft für seine Ziele zu gewinnen, bemühte sich Hitler nach Kräften, die arbeitenden Männer und Frauen Deutschlands über die zerstörerische Natur des Marxismus aufzuklären. Der Nationalsozialismus stellte diesen als perverses Abfallprodukt der industriellen Revolution dar. Sein Erfolg ging ihnen zufolge auf die stiefmütterliche Behandlung der Arbeiterklasse durch die kaiserliche Regierung des 19. Jahrhunderts, auf die vom Liberalismus geschaffenen Klassenschranken sowie auf die abrupte Entwurzelung der Arbeiter zurück. Der ehemalige Bauer oder Handwerker, der gewohnt war, mit seinen Händen kreative, wertvolle Arbeit zu verrichten und sich der Scholle verbunden fühlte, wurde seiner vertrauten Umgebung jäh entrissen und musste in einer öden städtischen Umgebung Fabrikmaschinen bedienen, die ihm zutiefst fremd waren.
Ein für deutsche Rüstungsarbeiter veröffentlichte Handbuch resümierte die Entfremdung der Arbeiterschaft wie folgt:

“Voll Hass betrachtete der Mensch die Maschine, an die er sich gebunden, gekettet fühlte. Sie ist ihm nicht Freund und Helfer; sie zwingt ihn nur zu einem sinnlosen Hetzen für die gewinnsüchtigen Interessen einzelner kapitalistischer Unternehmer. Sie bedeutet zugleich die Arbeitslosigkeit und den Hungertod für viele seiner Arbeitskameraden. Immer weiter entfernt sich der Mensch von der Natur, immer unnatürlicher wird seine Geisteshaltung, und die Folge ist eine beispiellose Entwertung auf allen Gebieten des menschlichen Schaffens.”
Indem 1938 erschienenen Buch Der Bolschewismus hieß es:
“Solcher soziale Zustand des deutschen Arbeiters war ein Ergebnis des Liberalismus, der wie die Renaissance die freie Betätigung und Entwicklung des Einzelwesens verherrlicht, nichtsdestoweniger jedoch auf die rücksichtslose Vertretung eigenster Interessen bedacht ist.”
In ähnlichem Sinne äußerte sich Dr. Johannes von Leers 1 935 in seinem Buch Odal:
“So blind machte der Liberalismus mit seiner Lehre vom unbedingten Recht des wirtschaftlich Stärkeren selbst einen tüchtigen Beamten, daß er die Entartungserscheinung von Gebieten mit faktischer Sklavereiwirtschaft für fortschrittlich und empfehlenswert hielt!”

Um zu erklären, warum sich so viele deutsche Arbeiter dermaßen leicht für die marxistische Lehre gewinnen ließen, versetzte sich von Leers in die Lage eines typischen deutschen Landarbeiters, der zum Industriearbeiter geworden war:
“Er traf in der Stadt als besitzloser Arbeiter in den Jahren von 1830 ab überall das System der gnadenlosen kapitalistischen Wirtschaft, in der er nur als Verkäufer der ‘Ware Arbeit’ gewertet wurde… Kein Wunder, dass, von schlechtbezahlter Arbeit zur Arbeitslosigkeit und von dieser wieder in die schlechtbezahlte Arbeit gestoßen, verachtet von der gebildeten Schicht, von der Polizei argwöhnisch beobachtet, er sich innerlich empörte. ”
Die Schrift Der Bolschewismus verwies noch auf eine andere Ursache der tiefen Unzufriedenheit der Industriearbeiter, nämlich ihren niedrigen Lebensstandard, der in grellem Gegensatz zum Wohlstand der Menschen in reichen Stadtvierteln stand:
Es fiel ihnen auf, dass Börsenmänner und Fabrikanten in bestimmten, gutgelegenen Merteln der anwachsenden Städte Villen bauten. Der Gegensatz zur eigenen kümmerlichen Behausung in Massenquartieren, nahe den rauchenden Schloten der Fabriken, wurde den Arbeitermassen immer deutlicher. ”
In Odal legte von Leers dar, dass die Kommunisten die Arbeiter nur darum auf ihre Seite ziehen konnten, weil die deutsche Gesellschaft deren Not ignorierte:
Es war unser Unglück, dass die besitzende und gebildete Schicht des Landes – sehr im Gegenteil etwa zu der englischen Oberschicht, die hier viel verantwortungsvoller war – sich mit einer Herzlosigkeit und Hartgesottenheit sondergleichen, mit einem nur allzu selbstsüchtigen Glauben an die Gesetze der freien Wirtschaft gegen wirklich grundlegende soziale Reformen gesperrt hat.
Die fehlende Bereitschaft der Gesellschaft, die Lebensbedingungen der Arbeiterklasse grundlegend zu verbessern und sie als vollwertigen Bestandteil des Volkes zu akzeptieren, ließ einen tiefen Riss durch Deutschland gehen und trug entscheidend zu den von Marxisten organisierten Streiks und Meutereien zu, die 1918 die deutschen Kriegsanstrengungen sabotierten.
Dieser Umstand verlieh Hitlers These Auftrieb, wonach die verschiedenen Bevölkerungsgruppen innerhalb einer Nation zwar ihren eigenen Charakter und ihre gesellschaftliche Funktion bewahren, zugleich aber als solidarische Einheit für die gemeinsamen Ziele arbeiten müssen, wobei der Staat als unparteiischer Schlichter waltet. Eine Bevölkerungsgruppe mit Geringschätzung zu behandeln bedeutete die Nation als Ganzes aufs Spiel zu setzen. Nachdem Hitler 1920 in die Politik eingetreten war, bestand eine seiner Hauptaufgaben darin, den starken marxistischen Strömungen innerhalb der Arbeiterschaft entgegenzuwirken.
Damals bildeten in Deutschland zahlreiche gesellschaftliche und wirtschaftliche Gruppen ihre eigenen Parteien, die für ihre jeweiligen individuellen Interessen eintraten. Diese Entwicklung war besonders im Fall der Arbeiterklasse gefährlich, weil sich diese mit dem Kommunismus verbündete, einer internationalen revolutionären Bewegung, zu deren Kampfmitteln Subversion, Terror und bewaffneter Aufruhr gehörten.
Hitlers Partei, die den anspruchsvollen Namen Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei trug, erhob im Gegensatz zum damals vorherrschenden Trend den Anspruch, für alle Deutschen einzutreten. Obwohl er privat von den Intellektuellen, der Aristokratie und auch dem Bürgertum nicht sonderlich viel hielt, rekrutierte Hitler seine Anhänger aus allen gesellschaftlichen Schichten. Er stellte die Interessen Deutschlands über jene von Gruppen oder Individuen. Dies war die ideologische Grundlage, die seine bunt zusammengewürfelte Anhängerschaft zu einem mächtigen und kämpferischen politischen Block zusammenschweißte.
Die NSDAP, hielt er 1928 fest, sei…

“keine Bewegung einer bestimmten Klasse oder eines bestimmten Standes oder Berufs, sondern sie ist im höchsten Sinne des Wortes eine deutsche Volkspartei. Alle Schichten der Nation will sie erfassen, alle Berufsgruppen dabei umschließen, will an jeden Deutschen herankommen, der nur guten Willens ist, seinem Volke zu dienen und der mit seinem Volke leben will und blutmäßig zu seinem Volke gehört.”
Die marxistischen Parteien Deutschlands – Sozialdemokraten und Kommunisten – stritten nicht für die Eingliederung der Arbeiterklasse in die deutsche Volksgemeinschaft, sondern für den Sturz der bestehenden Gesellschaftsordnung und die Errichtung einer internationalen “Diktatur des Proletariats”. Sie verschmähten es, um die Gunst der gebildeten Klassen zu buhlen.
Im Parteiprogramm der NSDAP hieß es, die Marxisten würden…

“durch Hass- und Neidgefühle und nicht durch irgendwelche konstruktiven Ziele gegen die andere Hälfte der Nation vereint” .
In ‘Der Schulungsbrief’, schrieb Karl Ganzer:
“Karl Marx kommt nicht von der Arbeiterbewegung her, sondern aus dem liberalen Raum… Wenn der Liberalismus als die verbürgerlichte Form der französischen Revolutionstendenzen angesprochen werden kann, dann ist der Marxismus eine radikalisierte, wieder stärker mit der Brutalität der französischen Revolution gewürzte Spielart des Liberalismus. Sein Grundgedanke, die Lehre vom Klassenkampf, ist aus der intellektuellen Umsetzung der französischen Schreckensherrschaft in einen soziologischen Begriff entstanden. . . Die frühen deutschen Arbeiterführer, die schlichten Gründer der kleinen Arbeitervereine, hatten die soziale Frage durch die Einfügung in die Gemeinschaft lösen wollen; Marx will sie mit seinem Klassenkampfgedanken durch die Chaotisierung der Gemeinschaft lösen. ”

Laut Karl Ganzer hatte Marx gehofft, die arbeitenden Menschen auf einen Weg zu führen, der “von der einstmals ersehnten Gemeinschaft immer weiter hinwegführte. ”[56] Er wies ferner auf einen gewichtigen Unterschied zwischen dem nationalsozialistischen und dem marxistischen Konzept der Arbeit hin: Die NSDAP ehre diese. Hitler hatte öffentlich erklärt, dass ein Deutscher “sich dieses Namens nicht schämt, sondern stolz darauf ist, sich Arbeiter nennen zu dürfen.
Für Ganzer war die Herabwürdigung der physischen Arbeit…
vielleicht das schwerste Verbrechen der Marxschen Lehre; dieses Klassenbewusstsein wurde von Marx nicht auf Wertgefühle begründet, sondern auf Unwertspsychosen. Als Marx den freien Bauern- und Handwerkersöhnen das Schandwort ‘Proletarier’ gab, das noch 40 Jahre zuvor nur für asoziales Gesindel gegolten hatte, verdüsterte er einen ganzen Stand in der Seele. ”
Hitler bemühte sich, vor allem arbeitende Menschen für seine Bewegung zu gewinnen; der Adel sowie das Bürgertum krankten seiner Auffassung nach an Profitgier und Klassendünkel und waren politisch kaum zu gebrauchen, während die Industriearbeiter immer noch jene dynamischen Qualitäten besaßen, die er benötigte, um die Bewegung die Straße erobern zu lassen: Lebenskraft, Härte und Kampfesmut. Hätte er sich jedoch darauf beschränkt, um die Arbeiter, und nur die Arbeiter, zu werben, so hätte dies dem Anspruch der NSDAP widersprochen, alle Deutschen zu vertreten. So prägte die Partei das Schlagwort
“Arbeiter der Faust und der Stirn”,
wobei mit ersteren natürlich Handarbeiter und nicht Randalierer und Schläger gemeint waren. In diesem Sinne tragen alle arbeitenden Menschen, unabhängig von ihrem Beruf, zum Wohlergehen der Gesellschaft bei. Hitler erkannte dem “Begriff des Arbeiters die größere Ehre vor dem Begriff des Bürgers” zu. [59]
1938 ging Hitler bei einer Rede in Nürnberg auf den Kampf um die Gunst der Arbeiterschaft ein, den die NSDAP vor ihrer Machtergreifung im Jahre 1933 geführt hatte:

Die Nationalsozialistische Partei war schon damals eine ausgesprochene Volksbewegung, d. h. die große Zahl ihrer Anhänger bestand aus den Söhnen der breiten Massen. Aus Arbeitern und Bauern, kleinen Handwerkern und Angestellten…
Es waren daher viele unserer ‘Bürger’, nachdem sie schon durch den Namen ‘Deutsche Arbeiter-Partei’ bedenklich gestimmt wurden, auf das äußerste betroffen, sowie ihnen erst die rauen Gestalten zu Gesichte kamen, die sich um die Bewegung als Garde gestellt hatten…
Für die Nationalsozialistische Partei war der Name ‘Arbeiter’ vom ersten Tag an die Ehrenkennzeichnung aller jener, die im redlichen Schaffen – sei es auf geistigem oder rein manuellem Gebiet – in der Gemeinschaft tätig waren. Allein da die Partei eine Volkspartei war, besaß sie damit zwangsläufig genau so wie im Volke selbst mehr Hand- als Geistesarbeiter in ihren Reihen…
Der Marxismus allerdings sah in der neuen Bewegung vom ersten Tag an einen verhassten Konkurrenten und glaubte ihn am ehesten dadurch erledigen zu können, dass in der breiten Masse die im Nationalsozialismus erfolgte Fixierung des Begriffes ‘Arbeiter’ im Sinne einer Zusammenfassung aller Schaffenden als im Widerspruch zum Begriff ‘Proletariat’ stehend verschrien wurde. Freilich stimmte dies auch. Denn das Proletariat oder besser die proletarischen Parteien hatten den deutschen Kopf- und Geistesarbeiter soweit als möglich aus ihren Reihen ausgeschlossen. ”

Dass die NSDAP in ihren frühen Jahren als Volkspartei auftrat, stieß das Bürgertum, aus dem die Mehrzahl ihrer Anhänger stammte, keineswegs vor den Kopf. Zwischen 30 und 40% der NSDAP – Wähler und -Mitglieder gehörten der Arbeiterschaft an. [61] Durch ihre Unterstützung der Hitler- Bewegung fühlten sich Arbeiterinnen und Arbeiter als vollwertige Angehörige der Gesellschaft, deren Spiegelbild die NSDAP war. Diese Anerkennungen war ihnen während der Kaiserzeit versagt geblieben.
Quelle: "Hitlers Revolution"
Hinweis:
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