Suche Rezepte für Hausmannskost, aus Ur- und Omas Küche
"Post_Merkel_Aera"

"Post_Merkel_Aera"

03.11.2018 20:04

Kürzlich tickerte die Nachricht über den Äther, dass das Auswärtige Amt „Falschmeldungen“ über den Globalen Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration bekämpfen wolle. Die Nachricht hatte etwas Amüsantes, denn sie ließ Rückschlüsse auf ein Politikverständnis zu, das sich in den letzten Jahren als wesentlicher Bestandteil des „System Merkel“ herausgestellt hatte.
Der Begriff der Alternativlosigkeit hat sich ja als Kurzbeschreibung für dieses „System Merkel“ etabliert, kratzt aber nur an der halb ernsthaften, halb folkloristischen Oberfläche. Der viel wichtigere Baustein des „System Merkel“ war es ja, politische Auseinandersetzungen aus der Sphäre der Politik in die Sphäre der Gesinnung zu überführen. In ihr – in der Sphäre der Gesinnung – gibt es ebenfalls keine Alternativen, weil es nur eine einzige Gesinnung geben kann, die gut und sittlich reif ist.
Wenn wir heute über Maßnahmen sprechen, die Spaltung des Landes nicht noch größer werden zu lassen, dann sprechen wir immer auch darüber, die politische Auseinandersetzung wieder in die politische Sphäre zurückzuholen, die sich aus Debatten um Alternativen speist. Ist der Raum für Alternativen erst wieder geöffnet, gibt es endlich wieder den politischen Gegner. Heute gibt es ja nur noch den moralischen Feind.
Wenn also das Auswärtige Amt in der Frage um den Migrationspakt „Falschmeldungen“ entgegentreten will, so ist das eine Reminiszenz an die Merkelsche Alternativlosigkeit. Statt zu sagen: Wir werden die Gegner des Migrationspakts mit Argumenten widerlegen, wird stattdessen suggeriert, es gäbe eine einzige (alternativlose) Wahrheit, die so richtig ist, dass jeder, der etwas anderes denkt, Falschmeldungen produziert. Der politische Gegner mutiert also zum Feind der Wahrheit.
„Gesetze sind wie Würste, man sollte besser nicht dabei sein, wenn sie gemacht werden.“ /Otto von Bismarck
(rjhCD6149)


Migrationspakt: Schon wieder soll eine Debatte tabuisiert werden - Das Enden im autoritär-marxistischen Gesinnungschaos (von Markus Vahlefeld)

Die Überzeugung, Politik würde sich in der Sphäre der Wahrheit abspielen, ist alter Marxisten-Sprech. Nach Karl Marx gab es bekanntlich auch nur den einen Gang der Geschichte, der sich dann im „wissenschaftlichen“ Sozialismus vollenden würde. Alles andere sollte nach Marx „Fake News“, also Falschmeldung sein.
Politik – und das müssen sich die heutigen Politiker endlich hinter die Ohren schreiben – ist kein wissenschaftlicher Versuchsaufbau, bei dem am Ende immer nur das eine bewiesene Ergebnis herauszukommen hat. Politik ist Alternative, ist Debatte, ist das ständige Abwägen von Möglichem und Notwendigem. Wer Politik mit der scheinbaren Autorität von objektiver Wissenschaft betreibt, endet halt da, wo Deutschland inzwischen gelandet ist: im autoritär-marxistischen Gesinnungschaos.
Von Otto von Bismarck stammt das hübsche Bonmot: „Gesetze sind wie Würste, man sollte besser nicht dabei sein, wenn sie gemacht werden.“ Implizit geht dieser Ausspruch davon aus, dass – ähnlich wie bei Würsten – die gemachten Gesetze schon verträglich seien. In Zeiten von Tierrechten, Veganismus und Laktoseintoleranz scheint dieser Ansatz des Wurstmachens heute etwas unzeitgemäß. Für Gesetze in Zeiten von Demokratie, Transparenz und Internet gilt das gleiche.
Und auch wenn gebetsmühlenartig darauf hingewiesen wird, dass der Migrationspakt nicht in nationale Souveränitätsrechte eingreift und rechtlich nicht verpflichtend sein will, so ist ein „Pakt“ schon etwas wie eine besiegelte Blutsbrüderschaft, und für jeden Menschen, für den das gegebene Wort noch etwas zählt, ist ein Pakt eben doch mehr als nur eine Absichtserklärung. Nun so zu tun, als wäre dieser Pakt nur freundliches Ringelpietz mit Anfassen, wirkt da wenig Vertrauen erweckend. Und das zu Recht.

Das Outsourcing national relevanter Entscheidungen
Das Misstrauen in die Politik wird von einem Umstand befeuert, der zuletzt mit den Dieselfahrverboten an den Tag trat. Irgendwann einmal haben die nationalen Politiker irgendwelche EU-Richtlinien zu Feinstaub und Stickoxiden übernommen. Ob diese Richtlinien sinnvoll sind, darüber hat es nie eine Diskussion gegeben, denn ihre Grundlage war „wissenschaftlich objektives Zahlenmaterial“. Die Politbürokraten der EU hatten entschieden, und die nationalen Politiker nickten es ab. Und als sie das taten, wollte niemand vorhergesehen haben, welche Auswirkungen diese EU-Richtlinien am Ende wirklich auf die Bevölkerungen haben würden.
Die einzigen, die es zu wissen schienen, waren die Handvoll juristisch versierter Mitarbeiter der Deutschen Umwelthilfe, die sich seitdem durch jede Stadt klagen und Fahrverbote durchsetzen. Hier gilt, was Jean-Claude Juncker bereits 1999 so treffend für die gesetzgebende EU analysierte: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“
Das Outsourcing national relevanter Entscheidungen an demokratisch schwer durchschau- und kontrollierbare Brüssler Instanzen ist ja ein Modell, das für nationale Politiker, die nur noch die großen Weltprobleme kennen, aber für nichts mehr Verantwortung übernehmen wollen, sehr kommod ist. Am Ende steht dann der Diesel in der Garage des Bürgers und verfällt stündlich an Wert, während die Flotten der Politiker mit Steuergeldern auf E-Mobilität umgerüstet werden. Dumm gelaufen. Für die Bürger.
Auf 32 Seiten insgesamt 96 verschiedene Verpflichtungen

Es besteht ein sehr gesundes Misstrauen in die Politik supranationaler Instanzen, zu denen neben der EU auch die UN gehören. Wenn nun im Migrationspakt auf 32 Seiten insgesamt 96 verschiedene Verpflichtungen benannt werden, zu denen sich die Unterzeichnerstaaten bekennen, dann sollte ein Land über diese 96 Verpflichtungen zumindest ausreichend debattiert haben. Vor allem: Was in dem Pakt unter dem Begriff „Migration“ alles firmiert, verschleiert eben eine Tatsache, die mit dem Begriff „Migration“ nur unzureichend erfasst wird. Am Ende – und das wissen wir Deutschen spätestens seit 2015 in ungewöhnlicher Klarheit – geht es um Völkerwanderungen, für die der Begriff Migration schlicht der falsche ist.
Antworten auf das Problem der Völkerwanderungen bietet der Migrationspakt daher nicht. Ganz im Gegenteil: er tut so, als wären Völkerwanderungen mit den herkömmlichen Instrumenten der Migration zu bewältigen. Das werden sie aber nicht sein. Wenn aber vor dem wirklich drängenden Problem die Augen verschlossen werden, ist der Migrationspakt das Papier nicht wert, auf dem er steht.
In den politischen Debatten Deutschlands hat die Problematik der Völkerwanderung als ausgeklammert zu gelten, obwohl genau sie es war, die Deutschland mit Wucht getroffen hat. Wird aber der demokratische Diskurs verwehrt, so ist es mehr als nur ein Misstrauen erweckendes Signal, wenn demokratisch fragwürdige Institutionen wie die UN darüber befinden wollen. Erst wenn in Deutschland die Themen Migration und Völkerwanderung – vom Überbevölkerungsproblem bis zu Migration als Innovationsträger – hoch- und runterdebattiert und nationale Lösungsansätze gefunden wurden, erst dann ist Deutschland reif und in der Lage, diesen internationalen Pakt zu unterzeichnen.
Denn das ist der Paradigmenwechsel, der die Merkel-Ära von der Post-Merkel-Ära wird unterscheiden müssen: Deutschland hat wieder Debatten zu führen – im Parlament wie in der Öffentlichkeit – und Entscheidungen aus einem Pool von Alternativen zu treffen, die auf demokratischem Wege gefunden wurden.
Selbstermächtigungen eines deutschen Kanzlers oder Überrumpelungs„pakte“ gehören fortan der Vergangenheit an. Die Frage der Migration muss zuallererst in einem nationalen Einwanderungsgesetz geklärt werden. Und die Frage des Umgangs mit den Völkerwanderungen steht ebenso auf der Agenda der Dringlichkeiten. Hier zuerst die UN entscheiden zu lassen, würde bedeuten, den Bock zum Gärtner gemacht zu haben.

Quelle: "96Verpflichtungen"
Hitlers Revolution: Die Mission des Reichs – Die Waffen-SS (Richard Tedor/p.b. Maria Lourdes


Der Nationalsozialismus war kein spontanes Phänomen, das Deutschland jäh aus seiner evolutionären Bahn warf und auf Abwege führte. Er war eine Bewegung, die fest in den Traditionen und dem Erbe des deutschen Volkes sowie in seinen fundamentalen Lebensbedürfnissen verankert war.
Adolf Hitler verlieh gewissen Ideen, die damals von vielen seiner Landsleute vertreten und als festen Bestandteil ihres nationalen Charakters betrachtet wurden, greifbaren politischen Ausdruck. Obwohl die Unterstützung, die seine “oppositionelle” Partei im Volk genoss, im Wesentlichen eine Reaktion auf das allgemeine wirtschaftliche Elend darstellte, war Hitlers Machtübernahme nichtsdestoweniger eine logische Folge der Entwicklung Deutschlands.

Die Mission des Reichs - Die Waffen-SS

Die Geschichte kennt viele Beispiele von Staaten, die als Ergänzung zu ihren regulären Armeen Elitetruppen unterhielten. Diese dienten als persönliche Leibwache für den Herrscher, führten zeremonielle Handlungen durch und wurden im Krieg dorthin geschickt, wo die Kämpfe am heftigsten tobten. Von den persischen Unsterblichen und den römischen Prätorianern in der Antike bis hin in die Gegenwart verkörperten und verkörpern solche Eliteeinheiten Traditionen wie Kampfgeist und Loyalität. Im Zweiten Weltkrieg gehörten die französischen Chasseurs Alpins, die britischen Royal Marines, die sowjetischen Gardedivisionen und das amerikanische Marine Corps zu jenen Einheiten, denen dieser privilegierte Status zukam.
Neben den prestigeträchtigen Armeedivisionen “Brandenburg”, “Feldherrnhalle” und “Großdeutschland” sowie den Luftlandetruppen besaß das nationalsozialistische Deutschland eine selbständige militärische Organisation aus Elitebodentruppen – die Waffen-SS. Diese entwickelte sich aus den Schutzabteilungen der Vorkriegszeit zu einer unerschrockenen und geachteten Truppe von Frontkämpfern. Sie setzte sich immer wieder über die offizielle deutsche Politik und ihre Dogmen hinweg und trug maßgeblich dazu bei, die Schlagkraft der deutschen Streitkräfte zu erhöhen.
In Anbetracht der Tatsache, dass Gehorsam gegenüber der staatlichen Autorität ein fundamentaler Bestandteil eines jeden militärischen Establishments ist, war dies sehr ungewöhnlich, doch erwies sich die Waffen-SS als Motor nicht nur militärischer, sondern auch politischer und sozialer Reformen. Ihre Entwicklung zeigt anschaulich, wie die Bedeutung, die der Nationalsozialismus der persönlichen Initiative beimaß, der Gesellschaft eine bisher unbekannte Flexibilität verlieh und ein ungeahntes Maß an Kreativität freisetzte.
Der Ursprung der SS geht auf die ersten Jahre der NSDAP zurück. 1923 wurde in München der“Stoßtrupp Adolf Hitler” gegründet, dem weniger als hundert Mann angehörten. Es handelte sich um eine persönliche Leibwache, rekrutiert aus SA-Männern, die sich durch ausgeprägte Loyalität gegenüber dem Führer auszeichneten und die politischen Ziele der Bewegung im allgemeinen stärker verinnerlicht hatten als die gewöhnlichen SA- Angehörigen. Ihren endgültigen Namen “Schutzstaffel” erhielt diese Truppe im April 1925. Sie achtete auf straffe Disziplin und eine kleine, erlesene Mitgliedschaft.
Im Januar 1929 wurde Heinrich Himmler zum Chef der SS ernannt. Er erwies sich als fähiger Organisator und brauchte sich vor seinen politischen Rivalen innerhalb der Partei nicht zu verstecken. Nach Hitlers Machtübernahme im Jahre 1933 bemühte sich Himmler, wohlhabende Personen – erfolgreiche Geschäftsleute und Aristokraten – für sich zu gewinnen, um das Prestige seiner Organisation zu erhöhen. Durch eine öffentliche Werbekampagne wurden private Sponsoren rekrutiert, die mithalfen, den Verwaltungsapparat der SS zu finanzieren. Die Zahl der SS-Angehörigen wuchs von 280 im Jahre 1929 auf 52.000 im Jahre 1933 an .

Den Anstoß zur Gründung eines militärischen Zweigs der SS gaben Sicherheitserwägungen. Als Hitler Kanzler wurde, waren die Kommunisten in Deutschland immer noch eine starke politische Kraft. Sie raubten 150 Tonnen Sprengstoff, von denen die Polizei bis Mitte März nur 15 Tonnen sicherzustellen vermochte. Von seinem Exil aus rief Kommumstenführer Wilhelm Pieck im September zu einem Generalstreik und zu einer “gewaltsamen Erhebung der Mehrheit des deutschen Proletariats” auf, um die “Hitlerdiktatur” zu stürzen.
Die Polizei besaß weder die erforderliche Ausrüstung noch die notwendige Ausbildung zur Niederschlagung eines möglichen Aufstands, und das deutsche Heer wäre psychologisch nicht in der Lage gewesen, in den Städten einen Krieg gegen rebellierende Teile der eigenen Bevölkerung zu führen.
Nach Unterredungen mit Kriegsminister Werner von Blomberg beschloss Hitler, mit der Bekämpfung eventuellen bewaffneten Widerstandes gegen seine Regierung eine Parteiformation zu beauftragen.
Am 24. September 1934 erließ Blomberg ein Dekret, dem zufolge eine solche Einheit zur Erfüllung “besonderer innenpolitischer Aufgaben, die der SS vom Führer gestellt werden können”, bestimmt sein würde. Dies war die Geburtsstunde der Waffen-SS, die von 1935 bis 1940 offiziell “SS-Verfügungstruppe” (VT) hieß.
Hitler selbst hielt fest:

“Die SS-Verfügungstruppe ist weder ein Teil der Wehrmacht noch der Polizei. Sie ist eine stehende bewaffnete Truppe zu meiner ausschließlichen Verfügung.”
Die VT bestand aus folgenden Einheiten:
Die in Berlin stationierte “Leib Standarte”, deren Aufgabe in der Bewachung von öffentlichen Gebäuden und Flugplätzen sowie in der Durchführung von zeremoniellen Handlungen bestand;
Das Regiment “Deutschland” mit Hauptquartier in München;
Das Regiment “Germania” in Hamburg;
Ein Pionierbataillon in Dresden;
Ein Nachrichtenbataillon in Berlin.

1938 wurde in Wien ein viertes motorisiertes Infanterieregiment, “Der Führer”, gebildet.
Schon 1934 hatte die SS mit Billigung der Armee in Bad Tölz eine Militärakademie gegründet, wo VT-Offiziere ausgebildet wurden. General Paul Hausser, der 1932 aus der Armee ausgeschieden war, erhielt den Auftrag, in Braunschweig den Grundstein zu einer zweiten solchen Schule zu legen.
In beiden Akademien dauerte die Ausbildung der Offiziere zehn Monate. Die Angehörigen der VT erhielten einen gleich hohen Sold wie jene der regulären Armee. Nachdem sie durch ein Artillerieregiment, eine Fliegerabwehr-, eine Panzerjäger- sowie eine Aufklärungsabteilung verstärkt worden war, zählte die VT im Mai 1939 18.000 Mann.
Obwohl die Armee bei der Ausbildung der VT- Soldaten mithalf, unterschied sich diese Ausbildung deutlich von der herkömmlichen. Die Kommandanten der neuen Truppe waren im Ersten Weltkrieg Offiziere niedrigen Ranges gewesen und hatten als solche miterlebt, wie gewaltige Materialschlachten das alte, aus gut ausgebildeten Berufsoffizieren, Unteroffizieren und Reservisten bestehende Kader dezimiert hatten. Da die Soldaten, die an die Stelle der Gefallenen und der Verkrüppelten rückten, nur eine rudimentäre Ausbildung genossen hatten, nahm die Qualität der Truppe zwangsläufig ab. Es gelang dem Generalstab nicht, einen Ausweg aus der Sackgasse des Grabenkriegs zu finden.
Die Frontregimenter begannen kleine, unabhängige Einheiten auszuheben, die sogenannten Stoßtrupps. Diese erhielten hinter den Linien eine Spezialausbildung im Gebrauch von Flammenwerfern, Rauchkanistern, Maschinengewehren, Pistolen und Granaten. Die Offiziere dieser Stoßtrupps stachen durch ihre Kühnheit und ihre Initiative hervor und führten ihre Männer persönlich in den Kampf.
Der Befehlshaber des Regiments “Deutschland”, Felix Steiner, zeichnete folgendes Bild der Stoßtrupps:

In ihnen versammelte sich der beste und erfahrenste Soldat, den die Front erübrigen konnte…Sie verwirklichten die in den Stoßtrupps geformte Idee der Spontanität, des schnellen Angriffs, des automatischen Hand-in-Handarbeitens der kleinen Stoßtrupps nunmehr im Rahmen ganzer Verbände. Sie waren aus einem anderen Geist heraus entstanden als dem der mobilisierten Massen. . . In der Welt des normierten Soldatentums hatte er den Beweis dafür erbracht, dass bestausgebildete und ausgesuchte Soldaten im Bunde mit der von ihnen beherrschten Technik einer zahlenmäßig weit überlegenen Masse von Soldatenkollektiven nicht nur gewachsen, sondern überlegen war.
Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte der deutsche Generalstab zu dem Vorkriegskonzept einer disziplinierten Berufsarmee zurück, bei der das Schwergewicht nicht auf der Fähigkeit zu improvisieren lag. Wohl wurden Armeeoffiziere der niedrigeren Ränge auch weiterhin so geschult, dass sie in im Kampf eigenständige Beschlüsse fassen und hierdurch den Ausgang der Schlacht womöglich entscheidend beeinflussen konnten, doch war die Bildung von Sturmtrupps nicht vorgesehen. Steiner nutzte die relative Unabhängigkeit der VT, um eine moderne Streitkraft zu schmieden, die nicht durch die Fesseln militärischer Konventionen gehemmt war. “Nicht der Drill preußischer Prägung, wie zum Teil noch in der Reichswehr gehandhabt, sondern die Ausbildung und Erziehung zum modernen Einzelkämpfer war das Ziel”, schrieb der ehemalige SS-Hauptmann Fritz Schütter.
Obschon Steiner durchaus anerkannte, dass Massenarmeen unter den Bedingungen des totalen Krieges unverzichtbar sind, hielt er hochmobile Eliteformationen, die über die gesamte Armee verteilt sind, für den entscheidenden Faktor, um “den Gegner in blitzschnellen Schlägen aufspalten und seine zusammenhanglosen Teile zerschlagen” zu können. Nach Ansicht eines deutschen Historikers brach das von Steiner im Regiment “Deutschland” erprobte Ausbildungsprogramm “die Vorherrschaft des mechanischen Kasernenhofdrills”.
Eine wesentliche Rolle spielte in der VT auch die körperliche Ausbildung. Als Ideal galt dort der “soldatische Athlet”. An die Stelle von Freiübungen und Gewaltmärschen traten Sportwettkämpfe, bei denen gewöhnliche Soldaten sich mit ihren Offizieren und Unteroffizieren maßen. Hierdurch sollten zunächst Führer und Gefährte zu einer geschlossenen Kampfeinheit zusammengeschweißt werden; darüber hinaus verfolgte diese Ausbildung jedoch auch das Ziel, die Führungsqualitäten und den Charakter der Offiziere zu stärken, so dass sie das Vertrauen und den Respekt ihrer Untergebenen gewinnen konnten. Die traditionelle Kluft zwischen Offizieren und Soldaten sowie der stumpfsinnige militärische Drill gehörten nun der Vergangenheit an. Dementsprechend wurden diese Offiziere jetzt nicht mehr mit “Herr” angeredet. Dank diesen Schritten gestaltete sich “das Verhältnis des Führerkorps zu den Mannschaften wesentlich persönlicher und letztlich verbindlicher. ”
Offiziere und Soldaten nahmen ihre Mahlzeiten in derselben Kantine ein.

Pastor Karl Ossenkop, ein ehemaliger Armeehauptmann, der zur Waffen-SS versetzt worden war, erinnerte sich:
“Die Rangunterschiede waren im Gegensatz zu Heeresverbänden keine Grenzen von Mensch zu Mensch. Es gab keine pedantischen Formen, die ängstlich eingehalten wurden. Das führte nicht zur Zuchtlosigkeit, sondern zu einer freiwilligen Disziplin, wie ich sie selten erlebt habe. Es gab keinen Zwang und erst recht keinen Terror. Die bekannte hohe Einsatzbereitschaft entstammte nicht einem blinden Gehorsam gegenüber den Befehlen der Führung. . . Man fühlte sich gerade bei diesem Korps völlig frei. ”
Ein ehemaliger Leiter der Akademie in Tölz meinte:
“Die Autorität der altersmäßig so wenig überlegenen Führer beruhte weit eher auf Anerkennung der Persönlichkeit, der Leistung und der sehr ernst genommenen Fürsorge-Pflicht, die keinerlei Vorrechte kannte. ”
Heinrich Springer, der 1937 als Soldat im Regiment “Germania” gedient hatte und später zum Offizier befördert wurde, stellte seinem ersten Zugführer Hans Koller folgendes Zeugnis aus:
“Er war nicht nur Ausbilder, er war ebenso Erzieher zu einer sauberen inneren und äußeren Haltung. Während der ganzen Rekrutenzeit habe ich ihn nicht einmal laut oder schimpfend erlebt.”
Der vormalige Generalstabsoffizier Hausser lehnte die Ausbildung an der Braunschweiger Militärakademie am Vorbild entsprechender Institutionen des Heeres an. Die beiden SS-Junkerschulen legten den Schwerpunkt auf die Ausbildung von Kandidaten für Feldoperationen und taktische Kampfführung. Die Instrukteure maßen der persönlichen Entwicklung ihrer Schützlinge große Bedeutung bei. Oberstleutnant Richard Schulze schrieb:
“Die Junkerschulen hatten das Ziel, zu einem vornehmen, furchtlosen Charakter, zu Ritterlichkeit, sauberer Ehrauffassung und Gehorsam, zu Hilfsbereitschaft, Kameradschaft und Verantwortungsfreudigkeit zu erziehen. Tadelloses Verhalten in der Öffentlichkeit, Entwicklung des Familiensinns waren weitere Forderungen. ”
Der Stab ermunterte die Kadetten dazu, sich gegenüber ihren Vorgesetzten respektvoll, aber nie unterwürfig zu verhalten. Die VT legte Wert darauf, dass ihre Feldoffiziere sowohl Unerschrockenheit als auch Initiative an den Tag legten.

Ihre Kandidaten rekrutierten die Junker-Schulen nicht aus der allgemeinen SS, sondern aus Mitgliedern der VT. Nur Männer, die bereits dort gedient hatten, konnten in Bad Tölz oder Braunschweig aufgenommen werden. In der deutschen Armee war ein Universitätsdiplom ausreichend für die Aufnahme in eine Kriegsakademie, während die VT nicht nach Diplomen fragte. Viele Kadetten der Junkerschulen besaßen keinen Hochschulabschluss. Nichtsdestoweniger brachten diese Institutionen außerordentlich fähige Offiziere hervor. Um das Urteil des englischen Historikers Gerald Reitlinger zu zitieren:
“Unter dem Einfluss von Haussers Kadettenschulen entwickelte die Waffen-SS das wirksamste aller militärischen Ausbildungssysteme des Zweiten Weltkrieges. ”
Georg Jestadt, der im Jahre 1944 der Zwölften SS-Panzerdivision angehörte, war voll des Lobes für die Männer, unter denen er gedient hatte:
“Es gab phantastische Vorgesetzte, von den Zugführern bis zu den Bataillonskommandeuren aufwärts, die für ihre Männer wirkliche Vorbilder waren. Im Rückblick kann ich objektiv behaupten, dass ich im Normandie-Einsatz bei allem Inferno und Schrecken keinen Vorgesetzten erlebt habe, welcher durchdrehte oder die Nerven verlor. Es kam häufig vor, dass sie, auch wenn es noch so hoffnungslos und kritisch aussah, die Lage mit Ruhe und Besonnenheit meisterten. ”
Als Deutschland im September 1939 in Polen einmarschierte, wurde die VT dem Kommando der bewaffneten Streitkräfte unterstellt. Das OKW verteilte die meisten VT-Formationen auf die Armeedivisionen, die am Feldzug teilnahmen. Nachdem sich die SS-Soldaten ihre Feuerprobe bestanden hatten, wurde die VT erweitert und reorganisiert. Hausser verband die Regimenter “Deutschland”, “Germania”, “Der Führer” und ihre Unterstützungstruppen im Oktober 1939 zu einer einzigen Division.
Im selben Monat wurde die SS-Polizeidivision gegründet, der 15.000 Polizisten angehörten. Eine weitere Division, “Totenkopf’, rekrutierte ihre Angehörigen weitgehend aus den Wachmannschaften der Konzentrationslager; ihr wurde auch die “SS Heimwehr Danzig” eingegliedert. Zusammen mit der “Leibstandarte” zählte der bewaffnete Zweig der SS nun 100.000 Mann. Die gesamte Waffen-SS war 1940 beim Feldzug gegen Holland, Belgien und Frankreich im Einsatz und kämpfte Seite an Seite mit der regulären Armee.
Die SS hatte die Erweiterung der VT, die 1940 in “Waffen-SS” umbenannt wurde, dadurch erreicht, dass sie ihr Männer aus anderen von Himmler befehligten Kontingenten zuwies. Diese Maßnahme war notwendig, weil das OKW, das über die Verteilung der neu ausgehobenen Soldaten entschied, die Zahl der Rekruten, die zur SS stoßen konnten, begrenzt hatte. Um die Anzahl der SS-Divisionen zu vergrößern, warb SS-Brigadeführer Gottlob Berger, dessen Aufgabe in der Rekrutierung von Freiwilligen bestand, unter den zahlenmäßig starken Volksdeutschen Gemeinschaften Südeuropas um Beitrittswillige.

Bereits im Mai 1939 waren 1.080 Volksdeutsche aus Rumänien nach Deutschland umgesiedelt und hatten sich der VT angeschlossen, weil sie nicht in der rumänischen Armee dienen wollten, deren Offiziere Volksdeutsche Rekruten diskriminierten. Während des Krieges schwoll die Zahl der Volksdeutschen, die sich zur Waffen-SS meldeten, stark an; allein aus Rumänien kamen mehr als 60.000. Mit der Zeit veränderte Bergers Konzept zur Anwerbung immer neuer SS-Männer den Charakter der Waffen-SS in erheblichem Maße.
Quelle: "Hitler_Waffen_SS"

Einstellungen
  • Erstellt von meineHeimat In der Kategorie Allgemein am 03.11.2018 20:04:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 03.11.2018 20:38
Beliebteste Blog-Artikel Artikel empfehlen
Andere Artikel dieser Kategorie, die für Sie interessant sein könnten: Neueste Artikel der Kategorie Allgemein

Melden Sie sich an, um die Kommentarfunktion zu nutzen
Kommentare
  • meineHeimat
    03.11.2018 20:39

    alle Fußnoten und Belege zu links auf der Seite: https://www.lupocattivoblog.com/2018/11/...-die-waffen-ss/
    [776] “Der Aufbau der Waffen-SS”, Völkischer Beobachter, 14./15. März 1942.
    [777] Reinhardt. S. 213.
    [778] Ochsenreiter, Manuel, Deutsche Militärzeitschrift: Sonderausgabe Waffen SS, S. 45.
    [779] Holme, Heinz, Der Orden unter dem Totenkopf, S. 408.
    [780] Ochsenreiter, S. 47.
    [781] Mathias, Karl Heinz, Ich diene, S. 56.
    [782] Männer der Waffen-SS, S. 40.
    [783] Schütter, Fritz, Wir woll’n das Wort nicht brechen, S. 40.
    [784] Höhne, S. 412.
    [785] Schütter, S. 164.
    [786] Büchner, Peter, Die Kriegserinnerungen des Werner Schmieder, S. 12.
    [787] Mathias, S. 65.
    [788] Schulze -Kossens, Richard, Militärischer Führernachwuchs der Waffen-SS, S. 45.
    [789] Springer, Heinrich, Stationen eines Lebens in Krieg und Frieden, S. 53.
    [790] Schulze -Kossens, S. 70.
    [791] Holme, S. 412.
    [792] Schulze -Kossens, S. 33.
    [793] Jestadt, Georg, Ohne Siege und Hurra, S. 168.
    [794] Holme, S. 423.
    [795] Milata, Paul, Zwischen Hitler, Stalin und Antonescu, S. 48, 175, 214.

Suche Rezepte für Konservierung heimischer Kräuter, Tipps für Marmeladen, Marinaden


disconnected Foren-Chat Mitglieder Online 1
Xobor Xobor Blogs