Suche Rezepte für Hausmannskost, aus Ur- und Omas Küche
"Männlich"

"Männlich"

08.02.2019 20:28

Auf Männer einzudreschen, ist derzeit en vogue. Im postfeministischen Zeitalter werden sie für ziemlich alles Schlechte verantwortlich gemacht. Sie sind schuld an den Harvey Weinsteins dieser Welt, an verpassten Chancen, unbefriedigenden Jobs, unerfüllten Träumen. In den sozialen Medien wurde das Hashtag „Menaretrash“ (Männer sind Abfall) verbreitet, das ihr verhasstes Dasein zusammenfassen sollte.
Während dem Schreiben dieser Zeilen hat der Rasierer-Hersteller Gillette ein Video veröffentlicht, so quasi einen Appell an die Männer, sie sollten sich besser benehmen. Der Spot suggeriert, dass Männlichkeit etwas Negatives ist. Menschen aufrütteln und für Toleranz und gegen Gewalt einzustehen ist wichtig. Aber man hätte ja auch eine positive Botschaft zeichnen und Bilder von tapferen Männern, die sich für andere einsetzen und Zivilcourage beweisen, zeigen können – Gillette zieht es vor, die ganze Gruppe der Männer mit negativen Stereotypen zu verbinden. Die Männlichkeit liegt da wie eine halbverfaulte Tomate, die in der Küche zulange keine Verwendung gefunden hat.
Als wäre das alles nicht genug, gibt’s jetzt quasi den offiziellen „männlich = schlecht“-Gütesiegel der Wissenschaft. Die „American Psychological Association“ APA, die grösste US-Organisation für psychische Gesundheit, lies vergangene Woche verlauten: „Traditionelle Männlichkeit ist psychologisch schädlich.“ Zu den traditionell männlichen Eigenschaften zählen laut der APA Stoizismus, Selbstaufopferung und Kompetitivität. Diese würden unter anderem die „psychologische Entwicklung von Männern limitieren“, negatives Verhalten und Gewalt fördern, was in einem „Geschlechterrollen-Konflikt“ resultieren könne. Die APA hat darum Richtlinien für Psychologen erstellt, die bei der Behandlung von männlichen Wesen helfen sollen.
"Und natürlich erwähnt der linke Tagesspiegel mit keinem Wort, wer die Täter sind. Es sind mehrheitlich Muslime und Zigeuner, sagt unser Hausmeister. Stimmt das? Solche Medien, die die Wahrheit verschweigen, sind mit Schuld an den Verhältnissen in den Schulen."
(rjhCD6149)


Der neue Gender-Lehrsatz: Männlich = schlecht

Gillette appelliert an die Männer, sie sollten sich besser benehmen. Wissenschaftler kommen zum Schluss, die traditionelle Männlichkeit sei schädlich. Nur in gewissen Situationen
soll sie weiter gestattet sein. So nach dem Motto: Männlichkeit an- und abknipsen, je nach Bedarf.

Die Gemüter sind erhitzt. Der kanadische Psychologie-Professor Jordan Peterson schreibt bei Twitter, er sei „entsetzt“, dass die APA im Namen der Psychologen spricht. „Es gibt keine Entschuldigung für das, was sie da geschrieben haben.“ Die US-amerikanische Philosophin und Autorin Christina Hoff Sommers kritisiert beim Sender Fox: „Es ist eine politisierte Doktrin.“ Die APA würde Männlichkeit als Pathologie behandeln, die Heilung benötigt. „Das ist so, als müsse der durchschnittliche Mann umstrukturiert oder re-sozialisiert werden – und zwar gemäss den Bedingungen eines Gender Studies-Lehrbuchs aus den Siebzigern.“ Es sei gefährlich, wenn Politik so sehr in die Wissenschaft eindringt.

Die Richtlinien lesen sich tatsächlich wie ein Feministen-Manifest. Der Report pflegt einen verschwenderischen Umgang mit Schlagwörtern wie „Privilegien“, „dominant“, „geschlechtsspezifische Vorurteile“, „Unterdrückung“ – allein das Wort „Gender“ kommt in dem 36-seitigen Dokument 298 Mal vor, „Geschlechterrolle“ 63 Mal.
In Richtline Nr.1 wird behauptet, dass Männlichkeit konstruiert sei „basierend auf sozialen, kulturellen und kontextuellen Normen.“ Weiter gäbe es heute nicht mehr die binäre Kategorie männlich/weiblich, sondern: „Wenn wir die komplexe Rolle von Männlichkeit verstehen wollen […] ist es entscheidend anzuerkennen, dass das soziale Geschlecht ein non-binäres Konstrukt ist.“ Teilabsolution gibt’s von Ryon McDermott, Psychologe und Mitentwickler der APA-Richtlinien. Er räumt immerhin ein, dass es wichtig sei, „in gewissen Situationen“ pro-soziale Aspekte wie Stoizismus und Selbstaufopferung zu ermutigen. Und: “Wenn wir Männer ändern können, können wir die Welt ändern.“

Männer sollten also ummodelliert, neu designt werden. Der Bericht legt den Schluss nahe, dass traditionell männliche Eigenschaften unterdrückt werden sollten – zumindest in Bereichen, wo Mut, Tapferkeit, Selbstaufopferung und Konkurrenzfähigkeit nicht gefragt sind. Dort, wo sie nützlich ist, darf traditionelle Männlichkeit bleiben. Wie generös. Und wie soll das Abschwächen vonstattengehen? Sollte vielleicht bei Buben, deren angeborene Eigenschaften ausgeprägter sind, Ritalin bereits in den Frühstückskakao gefüllt werden? Man fragt sich, welchen Einflüssen oder Mächten Leute ausgesetzt sind, die sich solche Thesen ausdenken. Wie war ihre Kindheit? Vermutlich zählten die Verfasser früher zu jenen Kids, die im Turnen immer zuletzt ins Team gewählt wurden.
Mit „gewissen Situationen“, in denen Ermutigung männlicher Aspekte erlaubt ist, dürften vor allem die ungemütlichen, riskanten und gesundheitsschädigenden Jobs gemeint sein: Feuerwehr, Abfallentsorgung, Gruben- und Holzarbeit, Kanalreinigung, Kriegseinsätze – alles Bereiche im Übrigen, bei denen die Frauenvertretung überschaubar ist. In Zahlen: Bei den 20 gefährlichsten Jobs in den USA sind bis auf zwei Bereiche Männer mit 85 bis 99.9 Prozent vertreten. Das geht aus einem Artikel des Wirtschaftsmagazins „Forbes“ mit dem Titel „Das ist ihr Gender Pay Gap – fatale Verletzungen am Arbeitsplatz“ von 2016 hervor, der sich auf das Statistische Amt für Arbeit und einer Erhebung von 2015 stützt. Couragierte Männer ringen sich zu diesen Arbeiten durch, vielleicht, weil sie als Ernährer gebraucht werden. Vielleicht auch, weil sie einen Sinn im Leben suchen, als Retter und Beschützer gesehen werden wollen.
Ausgerechnet „kompetitiv“ als psychologisch schädlich anzuführen, ist ziemlich verwegen. In unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft werden maskuline Grundeigenschaften gewiss weniger benötigt. Nur ist unser Wohlstand erst entstanden, weil sich unsere Vorfahren mit eben dieser traditionellen Männlichkeit im Konkurrenzkampf durchgesetzt und Wohlstand und „Wohlstandsberufe“ wie zum Beispiel jene der Verfasser erkämpft haben. Apropos Kämpfen: Ich kenne keine einzige Frau, die sich in einer dunklen Gasse den verständnisvollen, non-binären Stubentiger an ihrer Seite wünscht.

Natürlich ist ein zu hoher Grad an gewissen Eigenschaften wie Aggressivität oder Dominanz sozial nicht verträglich – aber hat das nichts mit traditioneller Männlichkeit zu tun, sondern mit dem Charakter des Individuums. Jeder Charakterzug, der ins Extreme abdriftet, stellt ein gesellschaftliches Zusammenleben auf die Probe. Ob männlich oder weiblich spielt keine Rolle. Das Verhalten einzelner Individuen zu verallgemeinern und typisch männliche Merkmale zu verteufeln, ist der falsche Ansatz zum Lösen von Gewalt-, Mobbing- oder Sexismus-Problemen. Indem sie andeuten, dass traditionelle Männlichkeit irgendwann zu Gewalt führte, vermengen die Wissenschaftler gelassene Männer mit Drecksäcken, dominante Kerle mit Unterdrückern und kompetitive Typen mit Gewalttätern.
Alles Männliche ersticken zu wollen, ist aber auch vom humoristischen Aspekt her problematisch: Wohin dann mit den ganzen Chuck-Norris-Witzen?

Quelle: "Männlichkeit?"
Ein Dorf jenseits der Oder

Familiengeschichte ist Zeitgeschichte, im besten Fall. Darauf bauten in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer wieder deutschsprachige Autoren mit umfangreichen Romanen. Und das zum Teil sehr erfolgreich, wie etwa Walter Kempowski mit „Tadellöser & Wolff“ oder Uwe Tellkamp mit „Der Turm“. Dabei erlaubt die Familiengeschichte, ob rein fiktiv oder an reale Vorbilder angelehnt, oftmals einen höchst differenzierten und nuancenreichen Blick auf die Zeitläufte – besonders hinsichtlich der beiden Totalitarismen auf deutschem Boden im 20. Jahrhundert.
Das Aufkommen und die Herrschaft des Nationalsozialismus spielen auch in Fritz Bartelts Roman „Neumark“ eine zentrale Rolle. Erzählt wird die Geschichte der Familie Bütow, die 1926 aus der Schorfheide in ein neumärkisches Dorf zieht, in die Nähe von Landsberg an der Warthe.
Die ersten Jahre sind geprägt von den Herausforderungen beim Einleben der Eheleute Maximilian und Margarete Bütow in die Dorfgemeinschaft sowie von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Zeit: Maximilian Bütow, als Ehemann und Vater die zentrale Figur des Romans, bezieht als Weltkriegsveteran eine kleine Versorgungsrente, die er mit dem Schreiben von Zeitungsartikeln aufbessert. Aufgrund alter Armeekontakte erhält er beim Landsberger Generalanzeiger eine Stelle als freier Korrespondent.
Zeit der politischen Auseinandersetzung
Durch diese Tätigkeit des Protagonisten erfährt der Leser viel über die Situation und die Veränderungen im östlichsten Teil der damaligen Provinz Brandenburg. Denn Bartelt setzt durch eine geschickte Montagetechnik vielfach zeitgenössische Zeitungsartikel sowie Auszüge aus Reden und Aufrufen in den Verlauf der Romanhandlung und das Erleben der einzelnen Figuren ein.
Es ist die Zeit der politischen Auseinandersetzung auf der Straße, der Aufmärsche, der Reden, der Not, kurz: des endgültigen Scheiterns der Weimarer Republik. Bei den Wahlen kippen die Mehrheitsverhältnisse im Dorf und in der gesamten Provinz nach und nach: Die NSDAP legt an Stimmen zu, immer mehr Männer treten in die SA ein. Der Siegeszug der Partei und ihrer Gliederungen vollzieht sich hier, im grenznahen Osten Brandenburgs, mit besonderer Dynamik.
Ein tragischer Selbstmörder wird etwa zum Märtyrer, zu einem neuen Horst Wessel gemacht, dessen Begräbnis schließlich in einer Farce endet. Und der Zeitungskorrespondent Bütow ist natürlich am Puls der Zeit; seine Tätigkeit führt ihn auch nach Berlin während des Reichstagsbrandes oder nach München zu einer Ausstellungseröffnung im Beisein Goebbels’.

Als preußischer Patriot und Weltkriegsteilnehmer wünscht er sich sehnlichst Größe und Zukunft für Deutschland zurück. Seine ehemaligen Kameraden begrüßen den Sieg des Nationalsozialismus, die SA versucht Maximilian, den ehemaligen Kavalleristen, für die Reiterstaffel zu gewinnen. Doch: „Maximilian war zwar stolz auf seine Militärzeit, aber er mochte das von den braunen Marschkolonnen okkupierte Militärische nicht. Vielleicht war er stolz darauf, sich so lange ferngehalten zu haben? Er haßte Reih und Glied, die jetzt wieder vor ihm auftauchten. Und er wußte doch, daß die Linie gehalten werden mußte.“
Maximilians Vorbehalte gegen die Ideologisierung des Alltags bleiben bestehen. Hinzu kommen die Beschuldigungen und Schikanen, die sich gegen die behaupteten Feinde des neuen Systems richten. Schließlich gerät die Familie Bütow wie viele andere in den Mahlstrom der Geschichte in Form von Krieg, Tod und Vertreibung. Die Romanhandlung endet im Mai 1945.
Fritz Bartelt, Jahrgang 1928 und damit zur Erlebnisgeneration gehörend, wuchs im Warthebruch, einem Teil der Neumark, auf und arbeitete unter anderem als Kulturreferent in Nordrhein-Westfalen. Nach vor allem kunst- und kulturgeschichtlichen Werken ist „Neumark“ sein erster Roman. Mit ihm gelingt es Bartelt, einen Teil des alten deutschen Ostens lebendig zu machen, der im Gegensatz zu Ostpreußen oder Schlesien als Verlust- und Sehnsuchtsort im kollektiven Gedächtnis und in der Literatur eine untergeordnete Rolle spielt. Das Verweben und Ineinanderwirken von Erzählhandlung und historischen Dokumenten gelingt ihm dabei besonders gut und macht den Roman zu einem mehrstimmigen Werk über Familie, Heimat und Verlust.

Quelle: "Auseinandersetzung mit 1938-45"

Einstellungen
  • Erstellt von meineHeimat In der Kategorie Allgemein am 08.02.2019 20:28:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 08.02.2019 20:28
Beliebteste Blog-Artikel Artikel empfehlen
Andere Artikel dieser Kategorie, die für Sie interessant sein könnten: Neueste Artikel der Kategorie Allgemein

Melden Sie sich an, um die Kommentarfunktion zu nutzen
Suche Rezepte für Konservierung heimischer Kräuter, Tipps für Marmeladen, Marinaden


disconnected Foren-Chat Mitglieder Online 1
Xobor Xobor Blogs