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"POLEN_1935"

"POLEN_1935"

10.04.2019 18:38

Scheil: Es ist schwer, hier einen konkreten Anlaß als wirklichen Grund zu nennen. Ausschreitungen gegen alle nicht ethnisch polnischen Staatsbürger der Republik Polen lagen zu dieser Zeit ständig in der Luft. Das traf Deutsche, aber auch Ukrainer und vor allem Juden. Israelische Historiker schätzen, daß 1935/36 etwa eintausend Juden bei Pogromen in Polen erschlagen wurden. Hintergrundmotive dieser Gewalttaten waren sowohl die extreme Armut als auch der übersteigerte polnische Nationalismus dieser Zeit. Polnische Nationalisten fühlten sich durch die Geschichte, vor allem durch die polnischen Teilungen, jahrhundertelang von der Welt betrogen und deshalb nach der Wiedererstehung Polens berechtigt, es nun allen heimzuzahlen. Das polnische Selbstbild als ewiges Opfer ist ein ganz zentrales Motiv.
Hatte nicht der – knapp ein Jahr nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler proklamierte – deutsch-polnische Nichtangriffsvertrag ein Signal für eine Verbesserung der Beziehungen sein sollen?
Scheil: Der Vertrag vom 26. Januar 1934 bedeutete in der Tat eine Verbesserung der Beziehungen, nachdem noch 1932/33 ein polnischer Angriff auf die späte Weimarer Republik auf der Tagesordnung gestanden hatte. Von dem deutsch-polnischen Nichtangriffspakt als einem Freundschaftsvertrag zu sprechen, wäre aber überzogen. Denn an der grundsätzlichen Erwartungshaltung in Warschau, daß man zur Selbstbehauptung und Erweiterung Polens einen Krieg gegen Deutschland führen müsse, hat sich in den dreißiger Jahren zu keinem Zeitpunkt etwas Substantielles geändert.
"Der Begründer der neuen Bewegung ist Thierry Baudet. Er ist noch ziemlich jung: Jahrgang 1983 (36 Jahre). Er hat französische Wurzeln und studierte an der Universität von Amsterdam Geschichte und Rechtswissenschaft. Später lehrte er an der Universität Leiden Rechtsphilosophie und promovierte. Man sagt, er hat das Potential, zum Sebastian Kurz der Niederlande zu werden. Baudet ist mit einer Iranerin verheiratet. Sein Hobby ist das Klavierspielen."
(rjhCD6149)


Der Historiker Dr. Stefan Scheil über antideutsche Ausschreitungen in Polen im Jahr 1935

1935 flammten antideutsche Ausschreitungen in den nach dem Versailler Vertrag an Polen abgetretenen Gebieten wieder auf – in Ost-Oberschlesien, z.B. in Kattowitz und Laurahütte, aber auch in Posen-Westpreußen. Was waren der Anlaß und die Motive für diese Ausschreitungen?
Hatte Hitlers Regierung mit dem Nichtangriffsvertrag nicht sogar die alten Eliten der Republik brüskiert, auch das Auswärtige Amt und die Reichswehr, bei denen bis dahin der Konsens bestand, „gutnachbarliche“ Beziehungen zu Polen könne es nur dann geben, wenn Warschau „Rück-Revisionen“ seiner Westgrenze zustimmen würde?

Scheil: Mitglieder des deutschen Kabinetts und des Auswärtigen Amts forderten nicht nur eine Grenzrevision, sondern stellten das Existenzrecht Polens teilweise grundsätzlich in Frage. Militärs wie Seeckt und Politiker wie Stresemann wollten während der Weimarer Republik das Ende des polnischen Staates. Die erste Denkschrift, die das Auswärtige Amt dem neuen Kanzler Hitler in dieser Frage zuleitete, forderte wörtlich eine „totale Lösung“. Der konservative Außenminister von Neurath erläuterte das vor dem Kabinett mit den Worten, man dürfe sich gegenüber Polen nicht mit kleinen Grenzrevisionen zufrieden geben. Noch zur Jahreswende 1938/39 notierte der Staatssekretär im Außenamt, Ernst von Weizsäcker, er hätte Ribbentrop und Hitler empfohlen, „Polen auf das uns genehme Maß als Puffer gegen Rußland zu reduzieren“. Als Mittel sollte die Forderung nach sofortiger Rückgabe Danzigs und nach einer „sicheren Landbrücke“ nach Ostpreußen dienen. Das war zu einem Zeitpunkt, als Ribbentrop und Hitler der Republik Polen eine Garantie ihres damaligen Territoriums anboten. Hier bestand tatsächlich ein heute weitgehend vergessener Gegensatz der NS-Führung zu Teilen der alten Eliten.
Welche Vorteile hatte sich Hitler von dem spektakulären deutsch-polnischen Abkommen versprochen?
Scheil: Wie gesagt, beseitigte das Abkommen von 1934 zunächst die unmittelbare Angriffsdrohung aus Polen. Es verschaffte der NS-Regierung zudem internationales Ansehen, weil es konstruktiven Charakter hatte. Im Jahr 1933 waren mit dem endgültigen Stop von Reparationsleistungen, dem Rückzug aus den Genfer Abrüstungsverhandlungen und dem Austritt aus dem Völkerbund zunächst vorwiegend destruktive deutsche Schritte vorausgegangen.
Worin lag der gegenseitige Nutzen, das „Quid-pro-quo“ der Vereinbarung?
Scheil: Polen erreichte indirekt die Anerkennung des territorialen Status quo durch Deutschland, demonstrierte vor allem aber den Westmächten, daß es eine eigene Politik betreiben wollte und nicht länger bereit war, als stete, billige Drohkulisse gegen Deutschland aufzutreten.
Wie wurde der Pakt in der polnischen Öffentlichkeit aufgenommen?
Scheil: Die polnische Öffentlichkeit akzeptierte den Pakt als Mittel praktischer Politik, faßte ihn aber nicht als grundsätzliche Wende im deutsch-polnischen Verhältnis auf. Vereinzelt erhoben sich Stimmen wie die des Publizisten Wladislaw Studnicki, der sich für ein langfristiges Bündnis mit Deutschland in Form einer Blockbildung aussprach, aber das blieben Ausnahmen. Symptomatischer war die Beförderung eines Mannes wie Henryk Baginski in den polnischen Generalstab, der in seinen Veröffentlichungen nichts geringeres forderte als die Auslöschung Preußens, die Rückeroberung aller früher slawischen Länder und die Verlagerung der deutschen Hauptstadt nach Frankfurt am Main, da Berlin auf slawischem Gebiet liege.
Lag es denn in Berlins Kalkül, einen Polen-Pakt auszuhandeln, den es letztendlich gar nicht einhalten wollte?

Scheil: Nein, zumindest gibt es keinen Beleg dafür, daß der Pakt von deutscher Seite abgeschlossen wurde, um gebrochen zu werden. Aber in den überlieferten Geheimreden Hitlers, etwa der Hoßbach-Niederschrift, taucht stets ein trotz Nichtangriffspakt geführter polnischer Angriff als mögliches Szenario auf. Nach dem Abschluß des englisch-polnischen Abkommens im Frühjahr 1939 sah man in Berlin dann Polen endgültig als Feind und kommenden Angreifer an. Die Details der Vereinbarungen Polens mit Frankreich und England schlossen zudem einen polnischen Angriff auf Deutschland als möglichen Bündnisfall mit ein. Das war ein bis dahin einzigartiger Vorgang in der englischen Geschichte. Der britische Botschafter in Berlin äußerte nach dieser Entwicklung im Sommer 1939 die Ansicht, Hitler müsse den Eindruck haben, daß England den Krieg um jeden Preis wolle.
Gab es in den Optionen der deutschen Reichsregierung auch die Hoffnung auf eine wirkliche Aussöhnung mit einem bisherigen „Erbfeind“?

(DR. Scheil)
Scheil: Polen sollte seit Herbst 1938 als deutscher Verbündeter gewonnen werden und in etwa den Rang Italiens erhalten. Der Begriff der „wirklichen Aussöhnung“ im heutigen Sinn ist den 1930er Jahren aber fremd. Es galt gerade als Nachwirkung des Ersten Weltkriegs weiter als selbstverständlich, daß die internationale Politik in Europa zwischen konkurrierenden Nationalstaaten stattfand, zwischen denen gegenseitige Achtung möglich war, aber auch Krieg. Beides galt als eine Frage des Datums. Zwar erhoben die damals bestehenden Organisationen wie der Völkerbund den Anspruch, daran grundsätzlich etwas zu ändern. Sie hatten sich aber in der Praxis als Instrumente nationalstaatlicher Machtpolitik der Sieger von 1919 erwiesen und waren damit diskreditiert. Wirkliches Vertrauen bestand nicht, stattdessen lagen ethnische Säuberungs- und Vertreibungsphantasien auf allen Seiten in der Luft. Selbst ein gemäßigter Mann wie Andre Francois-Poncet, der langjährige französische Chefdiplomat in Deutschland, äußerte 1938 Bedauern darüber, daß man die Deutschen nicht ganz aus Europa vertreiben könne, wie man es im Mittelalter mit den Mauren getan hatte.

Hat Deutschland in den Folgejahren gezeigt, daß es bereit war, polnische Ziele zu unterstützen?
Scheil: Die polnische Regierung nutzte die deutsche Revisionspolitik, um eigene Forderungen gegenüber der Tschechoslowakei und Litauen durchzusetzen. Das geschah mit der Billigung Berlins, das davon indirekt auch selbst profitierte, weil die Westmächte dadurch nicht mit der Hilfe Polens zur Stützung der 1919 in Versailles gezogenen Grenzen rechnen konnten. Allerdings betonte Polens Außenminister Beck im September 1938 bei einer Beratung der polnischen Führung, er könnte innerhalb von 24 Stunden auf die Seite Englands und Frankreichs wechseln. Auch solch ein Schritt war eine Frage des richtigen Datums und des gebotenen Preises.
Nochmals zurück zu den Unruhen vor 75 Jahren im Jahre 1935: Kann etwa die Volksabstimmung im Saargebiet im Januar 1935, die „Heimkehr der Saar“, polnische Befürchtungen ausgelöst haben, jetzt sei die „Sammlung der deutschen Erde“ angesagt und Berlin werde den Ausgleichskurs mit Warschau wieder verlassen? Oder hat die Wiedereinführung der Wehrpflicht im März 1935 eine Rolle gespielt?
Scheil: Der Druck auf die Deutschen in Polen hatte zu keinem Zeitpunkt wirklich aufgehört. Manche antideutschen Agitationsvereine mußten seit 1934 zwar ihren Namen ändern und die Aktivitäten dämpfen. Dennoch gingen die wirtschaftlichen und kulturellen Maßnahmen in diese Richtung weiter und wurden durch die internationale Politik damals weder besonders beschleunigt noch verlangsamt. Der deutsche Botschafter in Warschau berichtete 1935, es sehe so aus, als wollte die polnische Regierung während der zehnjährigen Laufzeit des Nichtangriffspakts durch ein Aus für die Deutschen in Polen vollendete Tatsachen schaffen. Der Wojwode von Oberschlesien, Michal Grazynski, faßte seine Politik zu dieser Zeit in der Tat mit den lapidaren Worten „Deutsche ausrotten“ zusammen.
Was waren die Gründe dafür, daß Polen sich immer mehr in den Sog der Politik der Westmächte ziehen ließ und dem Ausgleichskurs Berlins – der ja offenbar wirklich bestanden hat – immer weniger entsprach?
Scheil: Diese Gründe lagen zum einen in der grundsätzlichen Erwartungshaltung in Warschau, daß ein deutsch-polnischer Konflikt wegen der sich gegenseitig ausschließenden Ansprüche langfristig unvermeidlich sei. Diese Ansicht konnte sich, wie gesagt, auf entsprechende Äußerungen deutscher Verantwortlicher stützen und traf daher in gewisser Weise zu. Zum anderen ließen die kriegs­geneigten Kreise um Winston Churchill seit Mitte 1938 erkennen, einen gegen Deutschland gerichteten polnischen Kurs mit handfesten Zusagen bezahlen zu wollen. Als der polnische Außenminister Beck im Frühjahr 1939 nach London fuhr, setzte er deshalb offiziell „Kolonien, Juden und Danzig“ auf seinen Forderungskatalog. Dabei bedeutete der Punkt „Juden“ die offen erhobene Forderung der polnischen Regierung nach Auswanderung aller polnischen Juden nach Afrika. Der frühere und zu dieser Zeit nach England emigrierte deutsche Reichskanzler Heinrich Brüning hat darüber hinaus ausgesagt, daß bei dieser Gelegenheit ein englisch-polnisches Teilungsabkommen in Bezug auf Teile Ostdeutschlands geschlossen worden sei, das man ihm später während des Krieges zur Kenntnis gegeben hat. In London konnte man im Krieg übrigens Henryk Baginski wieder antreffen, der seine Eroberungspläne jetzt in englischer Übersetzung präsentierte.
Stehen die polnischen Ausschreitungen von 1935 in einem Zusammenhang mit den späteren Ausschreitungen unter der Sammelbezeichnung „Bromberger Blutsonntag“?

Scheil: Die Ausschreitungen von 1935 können als Auftakt zu den Gewalttaten an den Deutschen in Polen im Jahr 1939 gelten, die bekanntlich Tausende von Todesopfern forderten. Sie gehören zu einer nationalistisch aufgeladenen und durch den Ersten Weltkrieg tief erschütterten Epoche.
Ist davon etwas in den heutigen deutsch-polnischen Beziehungen übriggeblieben?
Scheil: Diese Ära ist heute vorbei, und man kann zudem in Bezug auf Polen nicht von Erbfeindschaft sprechen. Die deutsch-polnischen Beziehungen wie die internationalen Beziehungen überhaupt erlebten zwischen 1918 und 1945 einen Tiefpunkt ohne historische Parallele. Jede verantwortungsvolle Politik wird darauf abzielen, daß dies Vergangenheit bleibt und nationalstaatliche Konkurrenz friedlich stattfindet. Es ist heute möglich, öffentlich einen differenzierten Blick auf die Ursachen und Ereignisse zu werfen, die zum deutsch-polnischen Krieg von 1939 führten. Die Redewendung vom unprovozierten „deutschen Überfall auf Polen“ ist unangebracht, ebenso wie die immer wieder anzutreffende Deutung, es seien die deutschen Gebiete östlich von Oder und Neiße der Republik Polen im Jahr 1945 quasi gegen ihren Willen aufgedrängt worden. Meine Forschungsergebnisse zu Ausbruch und Eskalation des Zweiter Weltkrieg lassen erkennen, daß er die Konsequenz einer ganzen Reihe von zwischenstaatlichen und ideologischen Konflikten war, letztlich das Ergebnis einer „vereinten Entfesselung“.

Quelle: "POLEN_1935"
Missbrauch durch Gutmenschen: Künstliche Sonderwelten für Flüchtlinge (von Michael Klein)

Als wir vor mehr als 15 Jahren nach Großbritannien ausgewandert sind, hat außer dem Makler mit den Schlüssel zu dem Cottage, das wir zunächst gemietet hatten, niemand auf uns gewartet. Das Cottage war leer, hatte kein Telefon, es gab keinen Fernseher, kein Radio, im Badezimmer war außer Wanne, Dusche und Waschbecken nichts zu finden.
In den nächsten Tagen und Wochen haben wir die notwendigen Schritte unternommen, um in der britischen Gesellschaft Fuß zu fassen: Bei Nachbarn klingeln, sagen, man ist nun da, Telefonanschluss organisieren, einen Provider für das Internet finden, Sky-Vertrag abschließen, ein Bankkonto eröffnen, einen Termin vereinbaren, um eine Social Security Number zu erhalten.

In Soziologisch: Wir haben Schritte unternommen, um uns an die britische Gesellschaft zu akkulturieren. Akkulturation besteht zunächst darin, die vor Ort zum sozialen Überleben notwendigen kulturellen Techniken zu lernen. Akkulturation gilt als Voraussetzung für Integration.
Integration fängt dann damit an, beim Weihnachtssingen auf dem Marktplatz so zu tun, als kennte man bereits die Texte der britischen Weihnachtslieder, man lernt britische Gebräuche und Traditionen, staunt in Supermärkten über das Warenangebot und fällt nach einiger Zeit auch nicht mehr mit der deutschen Kreditkarte auf, weil sie durch die Debitcard der eigenen, nun britischen Bank ersetzt wurde.
Mit der Zeit wächst man in seine Umgebung, gehört dazu (the Germans, who live in the Cottage at the Cemetery), tauscht mit Paul vom Postoffice, die neuesten Informationen aus, engagiert sich in der lokalen Environmental Group, wird Mitglied im National Trust und natürlich in der Royal Society for the Protection of Birds und so weiter.
Der ganze Prozess der Integration, setzt den Willen, sich integrieren zu wollen, voraus, und er basiert weitgehend auf Eigeninitiative, dass Einladungen folgen, wenn man den Anfang gemacht hat, ist der normale Gang der Reziprozität, aber als der, der neu gekommen ist, ist man derjenige, der den ersten Schritt machen muss.

Wie anders sind doch die Verhältnisse, auf die Flüchtlinge, die nach Deutschland gekommen sind, weil sie angeblich und unbedingt nach Deutschland wollten, in Deutschland vorfinden. Sie werden in künstlich geschaffenen Sonderwelten gehalten.
Zwischen ihnen und der Integration oder auch nur Akkulturation an die deutsche Gesellschaft steht immer ein Gutmensch, ein Psychologe, ein Sozialarbeiter, ein Integrationsbeauftragter, ein Migrationsbeauftragter, ein Ehrenamtskoordinator.
In Deutschland werden Flüchtlinge aktiv daran gehindert, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst wenn sie es wollten, es geht nicht: Sie sind Objekt der Sorge, Objekt des Einkommens, Quelle der selbst-askriptiven Gutheit für ganze Rudel von Gutmenschen, denen es nicht darum geht, Flüchtlinge so schnell wie möglich in die Mehrheitsgesellschaft zu integrieren, sondern darum, sie so lange wie möglich in einer Kunstwelt und von der Mehrheitsgesellschaft getrennt zu halten. Zugang zur Mehrheitsgesellschaft gibt es nur nach Vereinbarung mit und nach Maßgabe dieser/n Gutmenschen.

Ein Musterbeispiel des Missbrauchs stammt aus Berlin.
Die Berliner Morgenpost berichtet darüber.
In einer eigens in Steglitz, Lankwitzer Loenorenstraße geschaffenen, künstlichen Wohnwelt sollen 440 Flüchtlinge, „zwei Drittel Familien“ und ein Drittel „alleinstehende Menschen“ in „216 Wohneinheiten“ in Ein-, Zwei- und Vierbett-Zimmern gehalten werden. 16 Personen teilen sich Bäder und Küche auf einer Etage, in 24 Apartments für jeweils 4 Personen gibt es eigenständige Kochgelegenheiten.
Die Wohnanstalt wird von 16 Mitarbeitern betreut, „darunter Sozialarbeiter, Hauswirtschafts-Mitarbeiter und der Hausmeister” (einer muss ja die Arbeit machen). Es gibt eine Ehrenamtskoordinatorin mit eigenem Büro und einen Psychologen, die sich um die 440 Flüchtlinge, die man hier zusammenpferchen und zu hilflosen „Schutzbedürftigen“ erklären will, kümmern sollen.

Damit die Flüchtlinge auch wirklich nicht auf die Idee kommen, Eigeninitiative zu entwickeln, ist
„für alles gesorgt: Geschirr, Handtücher, Besen, Eimer sind schon in Regale und Schränke eingeräumt“
und damit den Flüchtlingen nicht langweilig wird, plant „Ehrenamtskoordinatorin Iris Plas“, die, weil Koordinatorin nicht ehrenamtlich arbeitet, schon einmal
“Nähkurse, Deutschkurse und gemeinsames Kochen“.
Was sonst könnte der geflüchtete Menschen wollen können?
Kaum eine Gutmenschen-Phantasie, kaum ein Missbrauch am menschlichen Objekt, den man in der Lankwitzer Leonorenstraße nicht findet. Gutmenschen planen, was Flüchtlinge wann, wie und wo tun sollen, sie trennen sie mutwillig von der Mehrheitsgesellschaft, diskriminieren sie als Insassen einer Flüchtlingswohnmaßnahme, damit auch keinerlei Zweifel an ihrer Andersartigkeit, die natürlich als „Hilfsbedürftigkeit“ interpretiert wird, aufkommen. Sie machen sich zum Gatekeeper.
Nichts, was in der Lankwitzer Leonorenstraße geschieht, geschieht ohne sie. Sie planen die Freizeit, organisieren das Ehrenamt, betreuen, kümmern sich, sorgen und natürlich wollen sie „Kontakt zum Umfeld“ aufnehmen:
„Die Geflüchteten sollen nicht abgeschieden hinter den Bäumen leben. Wichtig sei, Kontakte zum Umfeld aufzunehmen und eine Kommunikation mit den Anwohnern zu ermöglichen“.

Selbst der zwischenmenschliche Austausch findet in Berlin nur unter kontrollierten Bedingungen statt – ob das menschenwürdig ist? In jedem Fall ist es sachdienlich, denn 16 gute Menschen, minus ein Hausmeister, der die Arbeit macht, haben sich in der Lankwitzer Leonorenstraße ein Auskommen geschaffen.
Sie betreuen, was das Zeug hält und verhindern sowohl Akkulturation als auch Integration nach Leibeskräften. Sie signalisieren den Flüchtlingen, dass sie die Fähigkeiten, die notwendig sind, um mit dem „Umfeld“ in „Kommunikation“ zu treten, erst lernen müssen, und sie signalisieren dem „Umfeld“, dass Flüchtlinge ohne soziale Betreuung nicht kontaktfähig sind.
Das nennt man auch Rassismus, der sich unter anderem in Ghettoisierung niederschlägt.
Es ist ein einträglicher Rassismus, der zudem in linken Kreisen hoch angesehen ist, denn es gelingt denen, die andere daran hindern, ein eigenständiges Leben zu leben und Kraft eigener Leistung zu akzeptierten Mitgliedern der Gesellschaft zu werden, sich als gute Menschen zu inszenieren, die sich um andere Kümmern.
Kümmern gelungen, Mensch sozial tot.

Quelle: "Missbrauch_Gutmenschen"

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  • Erstellt von meineHeimat In der Kategorie Allgemein am 10.04.2019 18:38:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 10.04.2019 21:02
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