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"ISLAM_Mittelalter"

"ISLAM_Mittelalter"

02.06.2019 21:41

„Ich habe inzwischen meine eigene Philosophie, was unsere Politik angeht. Es ist ein Machtspiel einer Minderheit, bei dem der Einsatz die Schicksale der Mehrheiten sind. Die Spieler selbst haben wenig zu verlieren, aber für die Schicksale der Mehrheiten steht alles auf dem Spiel.
Und genau diese Einstellung einer kleinen, elitären Kaste können wir in den Ministerien ablesen, die sich mit der Bildungsfrage beschäftigen.
Lehrermangel, dieser Begriff geistert derzeit über die Nachrichtensender, als handele es sich um eine Busverspätung am Hauptbahnhof. Der deutsche Lehrerverband veröffentliche gestern Zahlen, bei denen die Eltern schulpflichtiger Kinder eigentlich die Kultusministerien stürmen und die verantwortlichen nach alter Väter Sitte in Käfige sperren und auf Marktplätzen dem Spott der Leute aussetzen müssten.
40.000 Pädagogen und 10.000 Lehrer fehlen an Deutschlands Schulen, 30.000 Stellen sind nicht besetzt. Heinz-Peter Meidinger spricht von dem dramatischsten Lehrermangel seit drei Jahrzehnten. Erschwerend kommt hinzu, dass weitere 30.000 Stellen notdürftig mit „Nicht-Lehrern“, Seiteneinsteigern, Pensionisten und Studenten besetzt werden. Die Stundenausfälle gehen inzwischen ins Astronomische. Es wird vermutlich nicht mehr lange dauern, bis unsere Kultusminister auf die Idee kommen, aus benachbarten Friedhöfen längst verstorbene Erzieher und Pauker auszubuddeln, um die Unterrichte aufrecht zu erhalten.
"Während die System-Hetze gegen Europas wahre Menschenrechts-vertreter wie Viktor Orbán, auch Populisten, Nationalisten, Neonazis genannt, auf Hochtouren läuft, legte US-Präsident Donald Trump dem ungarischen Premierminister im Weißen Haus den Roten Teppich aus. Am 13. Mai sagte Präsident Trump nach einem intensiven mit Orbán geführten Gespräch: „Es ist mir eine große Ehre, den ungarischen Ministerpräsidenten bei uns zu haben, der herausragende Arbeit leistet. Er ist überall in Europa hochrespektiert. Er ist wahrscheinlich wie ich, ein wenig umstritten, aber das ist absolut in Ordnung, denn er hat das Richtige getan in Sachen Immigration. Er hat sein Land sicher gemacht. Es ist mir eine große Ehre.“
(rjhCD6149)


Deutschland und die Aufzucht von Idioten

Kaputt und grün. Grün und kaputt. Heutzutage mehr oder weniger gleichbedeutend. Synonym. Claudio Michele Mancini hält Bevormundern und Besserwissern aus dem rotgrünbunten Dunstkreis den Spiegel vor.
Es ist erstaunlich, mit welchen Argumenten die Gewerkschaft der Lehrer den dramatischen Notstand erklären. Man habe auf den Geburtenanstieg zu spät reagiert. Hübsch ist auch der Hinweis, man habe Lehramtsstudienplätze in der Vergangenheit abgebaut. Wie üblich, wird der Skandal dermaßen versachlicht und auf eine Ebene heruntergebrochen, bei der einem übel werden kann. Ausgerechnet die Lehrkräfte, die das Potential unserer Kinder evaluieren, fördern, stärken und ausschöpfen sollen, ausgerechnet sie werden kastriert. Demotivation, Ärger, Existenzängste, Neuorientierung und Abwanderung ausgebildeter Pädagogen sind die Folge eines solch dämlichen, politischen Verhaltens.
Die Wahrheit sieht völlig anders aus. Kultusminister kündigen über die Ferien in ihren Bundesländern Tausenden von Lehrkräften und entlassen sie in die Arbeitslosigkeit. Die so temporär entsorgten Lehrkräfte beziehen während dieser Zeit Arbeitslosengeld, die dem Bund etwa 20 Millionen Euro an Gehälter einsparen. Zum Ausgleich holen sich die so auf die Straße gesetzten, neuen Sozialhilfeempfänger in etwa die gleiche Summe vom Sozialamt zurück, damit sie über die Runden kommen. Man kann über diese politische Logik nicht einmal mehr staunen, sie grenzt an politischen Schwachsinn und ist gleichzeitig Sinnbild für völlig inkompetente Politiker.
Es sind nicht nur die jungen Angestellten, die den grün-schwarzen Sparkurs ausbaden, es sind vor allem die Schüler. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Derzeit werden die Grundschulen gnadenlos von Migranten geflutet. Ohne Maß, ohne zu überdenken, welche Probleme sich aus Überfremdung in Schulklassen ergeben, ohne einen einigen Gedanken daran zu verschwenden, welch soziologische Sprengkraft eine massenhaft aufgezwungene islamische Klassenbelegung in sich birgt, beweist die grassierende Hirninsuffizienz in den Reihen der Politiker. Die staatliche Verblödungs-Industrie läuft auf vollen Touren.
Militant-humanistische Größenwahn vermengt sich symbiotisch mit maximaler Unfähigkeit. An gut jeder dritten Grundschule in NRW hat mindestens die Hälfte der Kinder einen Migrationshintergrund. In 932 der 2787 Grundschulen im Land stammt mindestens jeder zweite Schüler aus einer Familie mit Migrationshintergrund. Auf 56 Schulen gehen fast ausschließlich Kinder, die entweder gar kein deutsch sprechen oder nur fragmentarisch die deutsche Sprache beherrschen,– der Anteil liegt oft bei 90 bis 100 Prozent.

Immer mehr Kinder fallen mit islamischen Tendenzen auf. Sie sind gewalttätig, obstinat, provokativ und schon im jungen Alter religiös indoktriniert. Sie bedrohen ihre Lehrer, ihre deutschen Mitschüler und grenzen sie schon aufgrund ihrer Mehrheiten in Schulklassen aus. Aufgrund dieser Entwicklung fällt nicht nur das allgemeine Bildungsniveau dramatisch, zumal die angestrebten Bildungsziele in den Klassen nicht erreicht werden können. Folge: Lehrer müssen sich zu Lasten deutscher Kinder dem extrem niedrigen Niveau ausländischer Schulpflichtiger anpassen. Was von unseren Politikern als integrative Leistung in höchsten Tönen „besungen“ wird, erweist sich für aufgeweckte Deutsche Kinder als effektives Umerziehungsprogramm zu Bildungsidioten.
Es gibt kaum einen Politiker, der nicht in Talkshows oder Diskussionsrunden, bei Wahlveranstaltungen und Debatten die Notwendigkeit einer guten Bildung hervorhebt.


So ist es nicht überraschend, dass genau jene gut versorgten Politschwätzer ihre eigenen Kinder in teure Privatschulen schicken. Immerhin, sie setzen diesbezüglich ihr Resthirn ein.
Bei den aufgeführten Zahlen jedoch, muss der Bürger den Eindruck gewinnen, selbst als wählender Idiot behandelt zu werden. Hundert Milliarden Euro würde man alleine für die Sanierung von Schulen benötigen, die offenkundig von Sozialämtern für die Aufwendungen unserer Besucher verschlungen werden. Der Begriff Bildung ist zu einer hohlen Floskel verkümmert, die immer dann bemüht wird, wenn der deutsche Idiot wieder einmal hören soll, für welche soziale Gruppe sich eine Partei besonders ins Zeug legen will.


Wie man sieht, ist Dummheit eine natürliche Begabung und ich fürchte wir haben in den Reihen unserer Polit-Nullen überwiegend Hochbegabte.
Quelle: "Aufzucht_Idioten"
Ist der Islam rückständig? (von Grinario)

Sind Aussagen über einen mittelalterlichen Islam absurd, wenn etwa Brunei auf der Basis der Scharia Dieben Hände und Füße amputiert und Homosexuelle steinigt?
Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Wissenschaftler wie Thomas Bauer im Mainstream sehr gelitten sind. Er ist Arabist, schreibt dementsprechend Bücher über den Islam, verteidigt ihn gegen böse Kritiker wie Thilo Sarrazin und ist auch sonst „auf Linie“, wie sein Schlusswort in einem Interview der ZEIT zeigt:

»Angesichts der Tatsache, dass uns die Erde unterm Hintern wegschmilzt, ist eine Debatte über Kopftücher oder die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört, fast schon obszön.«
Thomas Bauer hat 2018 ein weiteres Buch über den Islam veröffentlicht: „Warum es kein islamisches Mittelalter gab – Das Erbe der Antike und der Orient“ (München 2018, in der Folge IM), das selbstverständlich auch in den Leitmedien wohlwollend aufgenommen wurde. In seiner Tendenz will das Buch eine politisch korrekte Sicht auf die Geschichte der islamischen Kultur durchsetzen, indem die immer noch vorherrschende eurozentrische Einteilung der Geschichtsepochen (Antike, Mittelalter, Neuzeit) verworfen bzw. in Bezug auf den Islam neu definiert wird. Auch in wissenschaftlicher Hinsicht ist Thomas Bauer also ein smarter Vertreter der aktuellen globalistisch-humanistischen Weltsicht:
»In der Tat hat die Rede vom „Islamischen Mittelalter“ keinen anderen Sinn, als die europäische Deutungshoheit über die Weltgeschichte zum Ausdruck zu bringen.«
(IM, S. 77)
Und so ist ein seltsamer Vergleich Bauers in seinem Vorwort nicht verwunderlich, in dem er den Lesern mitteilt, dass ein Beweggrund für das Schreiben des vorliegenden Buchs der Ärger über die Verwendung des Begriffs des „islamischen Mittelalters“ war, den hinzunehmen er offensichtlich nicht mehr bereit ist. Denn, so der Autor, wir hätten doch gelernt, die Begriffe, mit denen wir über Menschen und Kulturen sprächen, sensibel abzuwägen. Und auch viele alte Bezeichnungen wie „Mohammedaner“ oder „Neger“ würden inzwischen penibel vermieden. Nun sind Epochenbegriffe nur unzulängliche Hilfsmittel, um den Geschichtsverlauf in Zeitabschnitte einzuteilen und für uns verständlicher machen. Der Vergleich unterstellt aber eine fast schon beleidigende Absicht gegenüber einer „Kultur“, wenn man an bestimmten eingeführten Begriffen der Epocheneinteilung festzuhalten wünscht. Ob man diesen Einstieg in ein Thema nun als gelungen bezeichnen will oder nicht, das neueste Buch Bauers ist trotzdem interessant und wert, sich näher mit ihm zu befassen.
Mangelnde Präzision des Mittelalterbegriffs
Mit dem Ausgangspunkt seines Unbehagens am der besagten Epochenbezeichnung will Bauer eine Diskussion darüber anstoßen, wie eine neue Begrifflichkeit entwickelt werden könnte, die kulturvergleichende, übergreifende und eben nicht eurozentristischen Betrachtung der Geschichte zulassen würde. Damit gelangen aber die Geschichtsperioden, die man gemeinhin Antike und Mittelalter nennt, in den Fokus seiner Kritik. Sie haben, wie die von ihnen abgeleiteten Teilbezeichnungen „Spätantike“ und „Frühmittelalter“, natürlich einen geografischen Anker, der im Mittelmeerraum bzw. dann im europäischen Gebiet des früheren weströmischen Reiches liegt.
Vor allem in Bezug auf die europäische Bezeichnung „Mittelalter“ kritisiert er die Praxis der vereinnahmenden Epochenbezeichnungen auf zwar gleichzeitige, aber kulturell dann ganz anders geprägte Räume, wie es für die islamische Welt von Mauretanien bis Indien, die neben der mittelalterlichen Welt der Europäer entstanden ist, immer noch üblich sei. So würde unreflektiert z. B. von Harun ar-Raschid als mittelalterlichem Herrscher gesprochen. Umgekehrt fiele es niemandem ein, Karl den Großen als einen tangzeitlichen Herrscher zu bezeichnen, nur weil er zur gleichen Zeit in Europa herrschte, als die Tang-Dynastie in China die Kaiser stellte.
Thomas Bauer nennt zu Anfang insgesamt sechs Gründe, warum für ihn die Ausdehnung des Begriffs „Mittelalter“ auf die gleichzeitige islamische Kultur nicht statthaft ist.
Ein Grund ist für ihn die mangelnde Präzision des Mittelalterbegriffs. Schon die Frage nach dem Beginn des Mittelalter, der üblicherweise mit dem Ende des Weströmischen Reichs 476 n. Chr. gesetzt wird, ist in Bezug auf den Osten eher verwirrend, denn dort hat das Oströmische Reich in seiner antiken Tradition erst einmal ungebrochen weiter existiert. Das führt zu einer eher seltsamen Periodisierung, die das Mittalter im Osten eigentlich erst mit den arabischen Eroberungen im östlichen und südlichen Mittelmeerraum beginnen lässt, bis 634 n. Chr. (Damaskus z. B. wurde 635 n. Chr. erobert, Alexandria 642) lässt man hier üblicherweise die Spätantike ausklingen.
Mit der Einschätzung der Ungenauigkeit des Mittelalterbegriffs hat Bauer sicherlich recht, zumal in Verbindung mit der fehlenden Präzision auch darauf hinzuweisen ist, in welchem Maße der Begriff auf einer „unhaltbaren Prämisse“ der historischen Wissenschaft beruht, die besagt, dass „die tausend Jahre zwischen 500 und 1500 eine einzige Epoche bilden, die sich stärker von ihren Nachbarepochen Antike und Neuzeit unterscheiden als die Jahrhunderte innerhalb dieser Zeitspann voneinander“
(IM, S. 15).
Außerdem stört Bauer, dass „Mittelalter“ immer schon ein Begriff war, bei dem von Anfang an „die diffamierende Absicht“ mitschwamm, die lichte Welt der Antike und die wiedererleuchtete der Renaissance einem Zeitalter der Finsternis entgegenzusetzen“ (IM, S. 19). Und dank seines Diffamierungspotentials könne der Begriff aber auch epochenunabhängig verwendet werden. In Bauers Sicht ist die Diffamierung sogar noch wirkungsvoller, wenn man den Begriff ohne realen zeitlichen Bezug als herabsetzende Bezeichnung für bestimmte Zustände verwendet, als „überzeitliches Phänomen der Rückständigkeit und des religiösen Fanatismus“.
So beschrieb z. B. das Wochenmagazin „Der Spiegel“ im Jahre 1979 den Sturz des Schahs und die Übernahme der Macht durch Ayatollah Chomeini mit dem Titel „Zurück ins Mittelalter“, was Bauer noch heute empört. Er weiß auch (und kann auch gleich aus einem entsprechenden Blog zitieren), wer solche Vergleiche in Bezug auf den Islam vor allem verwendet:

»Es bedarf keiner langen Suche, um zahllose weitere Belege für einen derartigen Gebrauch des Begriffs und des „Zurück-ins-Mittelalter“-Diskurses zu finden. Schnell landet man auf antiislamischen Hass-Seiten im Internet, in denen wir erfahren, dass aus Deutschland ‚binnen weniger Jahre ein muslimisches Land wird, ein Land, in dem eine Art islamisches Mittelalter Einzug hält, die Frauen Kopftücher tragen müssen, die Männer brutale, ungehobelte Machos sind, Frauen rechtlos sind, das Faustrecht auf den Straßen herrscht, Meinungs- und Pressefreiheit nicht mehr zählt, die Despotie die Demokratie verdrängt, Beten wichtiger ist als Arbeiten, Fanatiker unser Leben bedrohen‘. Natürlich sind solche Aussagen an Absurdität schwer zu überbieten, was vielen ihrer Leser auch bewusst sein dürfte. Sie zeigen aber, wie vergiftet der Begriff gerade im Zusammenhang mit dem Islam ist.« (IM, S. 21, kursive Hervorhebung des zitierten Blogbeitrags durch Grinario)
Somit erscheint für Bauer der Verzicht des Begriffs „Mittelalter“ in Bezug auf den Islam als ein Akt der wahren Volksaufklärung. Aber sind Aussagen über einen mittelalterlichen Islam in unseren modernen Zeiten eigentlich absurd, wenn man zur Kenntnis zu nehmen hat, dass Anfang April 2019 im Sultanat Brunei auf der Grundlage der islamischen Scharia Strafgesetze in Kraft treten, nach denen Dieben nun Hände und Füße amputiert werden können und homosexuellen Männern die Steinigung droht? Nach entsprechender Kritik aus Europa fordert der Sultan von Brunei in einem Brief an das EU-Parlament[3] Toleranz und Respekt für den Wunsch seines Landes ein, seine traditionellen Werte zu bewahren.
Ein anderes Argument gegen das Bild von einem „mittelalterlichen“ Islam, das in Europa immer noch aktuell sein soll, hat bei Bauer die Bezeichnung „Exotisierung“. Indem man den Islam auch in aktueller Zeit immer noch mittelalterlich nennt, bringt man diese Kultur nicht nur in eine geographische, sondern auch in eine zeitliche Ferne zum Westen.
Auch dass die Bezeichnung „Mittelalter“ für den Islam eine Benennung mit imperialistischem Beiklang ist, wird von Bauer als Argument angeführt. Bauer kritisiert, dass es im westlichen Kulturkreis eine Anforderung an die islamische Kultur gäbe, gemäß der europäischen Entwicklung auch die Entwicklungsschritte Renaissance, Reformation und Aufklärung zu vollziehen, um endlich in der Moderne anzukommen. Wer sich aber noch immer im Mittelalter befindet, so dann der Verwurf, der in dieser Bezeichnung liegt, hat diese notwendigen Entwicklungsschritte offensichtlich noch nicht vollzogen:

»Während das Mittelalter überall sein kann, ist die Moderne zunächst eine europäische Errungenschaft, die überwiegend als positiv und erstrebenswert betrachtet wird und die sich andere Erdteile erst mühsam erarbeiten müssen – falls sie dazu überhaupt imstande sind und nicht durch eine mit der Moderne nichtkompatible Religion daran gehindert werden. Dass die totalitären Ideologien, Kolonialismus sowie Holocaust ebenfalls von der Moderne hervorgebracht wurden und das zwanzigste Jahrhundert zum blutigsten der Weltgeschichte werden ließen, wird dabei ausgeblendet. So erweist sich die Vermittelalterlichung der übrigen Welt als imperialistische Strategie, eine westliche Deutungshoheit über die globale Moderne aufrechtzuerhalten.« (IM, S. 25)
An dieser Argumentation ist nicht nur problematisch, dass Bauer den Holocaust anführt, um Schuld und Mangelhaftigkeit der europäischen Kultur der Moderne zu belegen. Es ist anzunehmen, dass die anderen Europäer das eher kritisch sehen. Vielleicht sollte sich Bauer fragen, ob diese Art der Aufrechnung innerhalb seiner Argumentation wirklich hilfreich war. Bauer meint vermutlich nicht, dass es besser gewesen wäre, wenn die katholische Kirche, lange Zeit auch eine gegenüber der Moderne „nichtkompatible Religion“, einfach weiter in ihrer mittelalterlichen Machstellung verblieben wäre, weiter Ketzer wie Bruno verbrannt oder Wissenschaftler wie Galileo unterdrückt und somit den Fortschritt in Europa weiter unterbunden hätte, damit die späteren Untaten der Europäer gar nicht erst passiert wären.
Mit dem Hinweis auf das zwanzigste Jahrhundert als das blutigste der Weltgeschichte, das laut Bauer die europäische Kultur der Moderne zu verantworten hat, soll wohl die islamische Kultur gegenüber der europäischen in ihrer moralischen Beschaffenheit gleich gewertet oder sogar höher gestellt werden, so ganz klar geht es aus Bauers Anmerkung nicht hervor.
Doch mit dem Beschuldigungs- und Moralargument wird vom eigentlichen Dilemma abgelenkt. Das grundsätzliche Problem beim Vergleich der Kulturen ist ihre jeweilige Sichtweise über die Stellung des einzelnen Menschen gegenüber Staat, Religion (Kirchen) und der Gesellschaft. Welche Werte sollen gelten. Die europäische Welt hat nach Durchlaufen von Renaissance, Reformation und Aufklärung eine wissenschaftlich-technische und politische Entwicklung in Gang gesetzt, die zur Moderne führte und in dieser Form auf diesem Planeten bisher nicht stattgefunden hat. Sie wurde zur Grundlage einer global vernetzten Welt.
Damit verbunden war aber auch ihr Anspruch auf Durchsetzung der allgemeinen Menschenrechte nach westlichem Muster. So werden z. B. Verstümmelungen und Steinigungen als Strafe bis heute von der westlich geprägten Welt kritisiert. So wird bis heute die Freiheit, keine Religion zu haben, als ein unveräußerliches Recht des Menschen eingefordert, eine Freiheit, mit der die islamische Kultur bis heute große Probleme hat. Die Anforderung nach universal geltenden Menschenrechten müsste Bauer dann auch als imperialistische Einmischung des Westens verwerfen, wenn er über westlichen Imperialismus und Deutungshoheiten spricht. Wenn er es richtig findet, dass in der islamischen Kultur das Scharia-Recht über den vom Westen postulierten unveräußerlichen Menschenrechten steht, soll er es klar und deutlich sagen.

Eine andere Sichtweise ist die rein wissenschaftliche, hier haben aber Aufrechnungen über die Untaten, Grausamkeiten bis hin zu Völkermorden, die man auch für die anderen Kulturen der Erde machen kann, eigentlich keinen Platz. Eine moralische Bewertung führt hier zu keinerlei Erkenntnissen. Die wissenschaftliche Frage muss erlaubt sein, warum andere Kulturen nicht den westlichen Weg gegangen sind, die wissenschaftlich-technische Entwicklung nicht in Gang gesetzt haben, ob das z. B. die europäische Antike war, die chinesische Kultur oder eben die islamische. Dass die westliche Welt mit Renaissance, Reformation und Aufklärung in diese Entwicklung eingeschwenkt ist, heißt nicht, dass in anderen Kulturen im weiteren Zeitverlauf nicht andere Wege möglich gewesen wären, aber wir haben eben nur den westlichen Geschichtsverlauf als Beispiel.
Dass die Frage nach den ausgebliebenen oder noch möglichen Entwicklungsstadien auf der Ebene des Feuilletons oft sehr schlagwortartig behandelt und hier vor allem mit einem epochenunabhängigen Mittelalterbegriff hantiert wird, mag den Wissenschaftler Bauer ärgern, rechtfertigen aber nicht reichlich verschwörungstheoretische Anmerkungen über eine angeblich imperialistische Strategie zur Aufrechterhaltung westlicher Deutungshoheit.
Als sechstes Argument führt Bauer an, dass „Mittelalter“ eigentlich keine abgrenzbare Epoche bezeichnet:
»So dürfte sich heute schwerlich ein Historiker finden lassen, der tatsächlich glaubt, die Zeit von 500 bis 1500 stelle eine eigenständige, relativ einheitliche Epoche dar.«

(IM, S. 28)
Die bloße Gleichzeitigkeit ergebe, so Bauer, noch keine Epoche. Eine Epoche definiere sich als ein Zeitraum mit einer großen Zahl charakteristischer Gemeinsamkeiten in den materiellen, mentalen und kulturellen Lebensverhältnissen einerseits und andererseits eine Reihe auffälliger Merkmale, die sie von ihren Vor- und Nachfolgern abgrenze. Ist schon schwierig, das europäische Mittelalter als einheitliche Epoche zu definieren, so wird ein Mittelalterbegriff, der auf Nordafrika und den Nahen Osten übergreift mehr als problematisch. Ist dann nicht auch, so fragt er, statt „islamisches Mittelalter“ der Begriff „islamische Tangzeit“ geeignet. Waren
„die Lebensverhältnisse dort im siebten, achten, neunten und zehnten Jahrhundert doch denen der chinesischen Tangzeit ähnlicher, so dass man also nicht von einem islamischen Mittelalter sprechen könnte?
(IM, S. 31)“.
Kreuzritter und Analphabeten
Bauer verwendet nun das 2. Kapitel seines Buches „Orient und Okzident im Vergleich“ um dieses sechste Argument näher zu beleuchten. Und hier beginnt auch eine durchaus interessante inhaltliche Auseinandersetzung mit den Vorgängen in der Geschichte, indem er konstatiert,
»dass es sachliche Übereinstimmungen geben muss, die es rechtfertigen, den ursprünglich für die europäische Geschichte geprägten Begriff ‚Mittelalter‘ auf die nahöstliche Geschichte zu übertragen. Eine solche sachliche Übereinstimmung läge dann vor, wenn sich das Ende der Antike in Europa und im Nahen Osten auf eine ähnliche Weise vollzogen und eine parallele Entwicklung eingeleitet hätte«.
(IM, S. 33).“
Wenn es eine ähnliche Entwicklung gegeben hat, dann müssten im fraglichen Zeitraum (Spätantike und Frühmittelalter) in den Gebieten des Nahen und Mittleren Ostens die politischen und kulturellen Verhältnisse in auffälliger Weise denen entsprochen haben wie sie in den Gebieten des Weströmischen Reiches im Übergang von der Antike zum Mittelalter vorherrschend waren. Für Bauer ist es für diese Einschätzung unwichtig, ob sich der Entwicklungsprozess hin zum Mittelalter in Form einer allmählichen Transformation oder eines Bruches vollzogen hat.
Anhand von 26 Stichwörtern (für jeden Buchstaben des Alphabets) hat der Arabist ein sozialökonomisches und kulturelles Raster erstellt, mit dessen Hilfe er die Zivilisationshöhe in den europäischen Gebieten des untergegangenen Weströmischen Reiches (ohne Spanien) mit der Entwicklung in den von Arabern eroberten Gebieten des West- und Oströmischen Reiches vergleichen will.
Zum Stichwort „Analphabetismus“ fällt der Vergleich auf Anhieb katastrophal aus. Im mittelalterlichen Europa waren Lese- und Schreibkenntnisse in der breiten Bevölkerung nicht mehr üblich. Nicht einmal im Adel durfte man Schreibkenntnisse voraussetzen, höchstens und noch längst nicht bei allen passive Lesekenntnisse (so sind Lese- aber keine Schreibkenntnisse z. B. bei Karl dem Großen überliefert). Nur noch Geistliche, wenn überhaupt, konnten Lesen und Schreiben.

Im islamisch beherrschten Gebiet seien dagegen Lese- und Schreibkenntnisse im neunten und zehnten Jahrhundert sogar in Handwerkerkreisen verbreitet gewesen, wie die zahlreichen Literaten, die dieser entstammten, zeigen würden. Der westliche Bildungsrückstand sei auch noch zur Zeit der Kreuzzüge spürbar gewesen, denn die meisten Kreuzritter wären Analphabeten gewesen. Und nach Einführung des Papiers als Beschreibstoff (Stichwort „Papier“) wurde die islamische Kultur zu der Buchkultur schlechthin, während die wenigen Schreibkundigen im Westen mühsam schon beschriebene Pergamente abschabten, um sie neu beschreiben zu können.
Die Bäderkultur der Spätantike (Stichwort „Bäder“) wurde im islamischen Gebiet weitergeführt, auch hier war kein Bruch in den Lebensverhältnissen zu verzeichnen. Im Westen gab es keine öffentlichen Bäder mehr, auch nicht in den größeren Städten wie Paris oder Rom.
Während in den zivilisatorisch ruinierten ehemaligen Provinzen des Westreiches die Dachziegel (Stichwort „Dachziegel“) als technologische Errungenschaft verschwanden und man nun mit durchlässigen, leicht entflammbaren und insektenverseuchten Materialien vorlieb nehmen musste, ging im islamischen Gebiet die Kenntnis der Dachziegelherstellung nicht verloren. Aber der Abstieg im Westen betraf nicht nur die Dachziegel, sondern auch die Errichtung von Häusern, die mit zugeschnittenen Steinen oder Ziegeln errichtet wurden. Selbst in Italien verschwanden Häuser aus Stein und Mauerziegeln, um durch komplett aus Holz errichteten Häusern ersetzt zu werden, während im arabischen Mittelmeergebiet sogar in den ländlichen Gebieten noch Wohnhäuser aus Stein erbaut wurden.
Ähnliches ist von der Glasproduktion (Stichwort „Glas“) zu vermelden, hier spricht Bauer von einem Zusammenbruch der Glasherstellung in Europa, während im Oströmischen Reich und in der islamischen Welt Kontinuität zur Antike herrschte. In der islamischen Zeit konnte im Gebiet des Islam mit neuen Produktionsmethoden das handwerkliche und künstlerische Niveau noch gesteigert werden.
Ebenso wie Glas und Dachziegel verschwanden auch Münzen, vor allem Kupfermünzen, aus den westeuropäischen Gebieten (erst 1472 werden in Venedig und Neapel wieder Kupfermünzen geprägt). Gerade Kupfermünzern sind das Geld der Kleinhändler, Handwerker und der verschiedenen Marktteilnehmer, sie zeigen den Grad der Arbeitsteiligkeit und damit den Entwicklungsstand in einer Gesellschaft an. Während im Westen die wirtschaftliche Komplexität abnimmt, bleibt sie im islamischen Gebiet voll erhalten, neue Münzen werden in Massen hergestellt.

Während in Westen in der christlichen Spätantike und in den Jahrhunderten danach eine theologische Doktrin (Stichwort „Erbsündenlehre“) entwickelt wurde, die auch den Frömmsten immer mit Schuld belud, so dass jedem am Ende die ewige Verdammung drohte, kannte die islamische Welt das nicht, und damit auch nicht die Allmacht der Geistlichkeit über das Seelenheil der Gläubigen. Der Gläubige im Islam wurde somit nicht für sündig erklärt, bevor er überhaupt gehandelt hat, nach Meinung Bauers ein „beachtlicher mentalitätsgeschichtlicher Unterschied zwischen Islam und christlichem Europa“ (IM, S. 42).
Ebenso einen mentalitätsgeschichtlichen Unterschied vermerkt Bauer beim Stichwort „Homoerotik“, nämlich dass in Weiterführung von Vorstellungen der Antike homosexuelle Liebesbeziehungen zwischen Männern akzeptiert waren, solange es eine Beziehung zwischen älterem und jüngerem Mann darstellte, bei dem noch kein kräftiger Bartwuchs zu verzeichnen war. Hier galt weiter die antike Akzeptanz der unterschiedlichen Rollen – männlich-aktiver und nicht-männlich-passiver Sexualität – innerhalb der Partnerschaft. Anders natürlich im christlichen Mittelalter, in dem homosexuelle Beziehungen jeglicher Art unter Strafe standen.
Die Stellung der Juden (Stichwort „Juden“) war in den Gebieten des ehemaligen Römischen Reiches unterschiedlich: im islamischen Gebiet hatten sie zwar auch einen rechtlichen Minderstatus wie alle anderen Nichtmuslime, waren aber nicht im solchen Maß Verfolgungen ausgesetzt, wie es in den christlichen Gebieten üblich wurde. Es gab auch – außer für Militär- und Staatsämter keine Berufsbeschränkungen für Juden.
Am Ende des alphabetischen Rasters, das Bauer zu Vergleichszwecken aufgebaut hat, gelangt er zu Stichworten wie „Urbanität“, „Verkehrswege“ und „Ziffern und Zahlen“.
Bewahrung der Stadtkultur
In der Bewahrung der antiken Stadtkultur in den islamisch beherrschten Gebieten des Römischen Reiches sieht Bauer auch den wichtigsten Faktor für die unterschiedliche Entwicklung in Europa und im Nahen Osten
(IM, S. 66). Im Westen, so Bauer, ist die städtische Kultur der Antike zunehmend verfallen, die Städte sind geschrumpft oder sogar ganz von der Landkarte verschwunden, und es hat ein ländlich orientierter Regionalismus überwogen, im Osten dagegen sind die Städte gewachsen und sogar neue gegründet worden (z. B. Bagdad):
Aleppo etwa, um dieses Beispiel herauszugreifen, ist noch im zehnten Jahrhundert fast identisch mit der römischen Stadt. Zu den (weiterhin genutzten) Synagogen und Kirchen sind Moscheen lediglich hinzugekommen. Im Südwesten erfolgte die Erweiterung um eine Vorstadt, und auf einer Flussinsel wurde den Hamdaniden ein Palast erbaut.
(…).
Der Rückgang an Urbanität, der in der Spätantike und im frühen Mittelalter die Kultur Europas prägt, hat also in den Gebieten der islamischen Welt entweder nicht stattgefunden oder wird dort rasch kompensiert. So überzieht ein dichtes Netz von Städten den Nahen Osten, in dem das Handwerk bildet, Märkte florieren, Gelehrte die Wissenschaften pflegen und sich ein städtisches Bürgertum an Poesie erfreut.«
(IM, S. 67)
Eine solche Urbanität spiegelt sich auch in der Aufrechterhaltung eines gut benutzbaren Wegenetzes wider, das die islamische Welt von den Römern und Persern erbt und weiter aufrecht erhält. Gut erhaltene Verkehrswege sind die Voraussetzung für ein funktionierendes Post- und Kommunikationswesen und für einen florierenden Handel. Dafür war der Westen das Gegenbild, und Bauer zitiert zustimmend Kollegen (Peter Dinzelbacher/Werner Heinz, Europa in der Spätantike 300 – 600, Darmstadt 2007, S. 181f.), um das entsprechend zusammenzufassen:
»Die Völkerwanderung und die andauernden inneren Kriege reduzierten fast alle Kommunikationsmöglichkeiten, die Verkehrswege verfielen zunehmend, das Reisen wurde zu gefährlich. Damit verringerte sich der Handel deutlich, was eine Tendenz zur wirtschaftlichen Autarkie nötig machte.«
(IM, S. 68)
Die Fortschrittlichkeit der islamischen Kultur erkennt Bauer auch in der Einführung der indischen Ziffern und der Null, die in Europa erst Jahrhunderte später erfolgte:
»Auch im Bereich des Rechnens und der Mathematik unterschied sich der Nahe Osten von Europa sowohl durch Kontinuität antiker Praxis als auch durch die Fortentwicklung antiken Wissens und ging damit einen dem Westen genau entgegengesetzten Weg.«
(IM, S. 73)
Für Thomas Bauers ist dann dieses Fazit am Ende seines zweiten Kapitels fast zwingend: Nicht das Aufkommen einer neuen Religion und die Eroberungen der Araber haben letztendlich zu einer kulturellen Auseinanderentwicklung in den Gebieten des ehemaligen Römischen Reichs geführt, sondern das Ende der antiken Stadtkultur im Westen und der religiöse Absolutismus des (westlichen) Christentums. Im islamischen geprägten Gebiet kam es zu keiner Barbarisierung, „da die das Reich erobernden Araber, anders als die germanischen Eroberer im Westen, schon seit Jahrhunderten Teil der antiken Zivilisation waren“ (IM, S.74).
Nur die europäischen Gebiete (außer der iberischen Halbinsel) sind in der Sichtweise Bauers kulturell zusammengebrochen und sind dann in die dunklen Jahrhunderte abgeglitten, im Osten ist die Antike nie wirklich untergegangen, und somit gab es gar kein sogenanntes islamisches Mittelalter. Wer den Begriff „islamischen Mittelalter“ verwendet, verstellt sich letztendlich den Blick auf eine angemessene Periodisierung einer schwierigen Übergangszeit. Deshalb versucht Thomas Bauer in der Folge, in der traditionellen Epochengliederung, die von einer Abfolge Antike – Mittelalter – Neuzeit ausgeht, den Begriff „Antike“ genauer zu fassen.
Keine regional begrenzte Antike
Die Antike war in seiner Sicht – und sicherlich muss man ihm da recht geben – regional nicht nur auf das Mittelmeer beschränkt, also nicht nur griechisch-römisch. Nach den Eroberungen Alexander des Großen gehörte das persische Gebiet bis an die Grenzen Indiens dazu. In diesem Gebiet hatte sich nach dem Alexanderzug erst das hellenistische Seleukidenreich, dann ab ca. 220 v. Chr. das Partherreich und schließlich ab 224 n. Chr. das Sassanidenreich etabliert. Nach der Ausbreitung des Römischen Reichs in den östlichen Mittelmeerraum bestand bis zum Ende der Antike im parthischen bzw. persischen Großreich immer ein unabhängiger machtpolitischer Gegenspieler, so dass man eigentlich von einer „romano-graeco-iranischen Antike“ sprechen muss, die ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. in ihre Spätphase eingetreten ist. Die islamische Eroberung von Teilen des Oströmischen Reichs und des Großteils des Sassanidenreichs im 7. Jahrhundert n. Chr. hat keinesfalls zu einem plötzlichen Abbruch der Antike, sondern nur zu einer Fortführung in den eroberten Gebieten unter der neuen Herrschaft geführt:

»So zahlreich und wichtig die Veränderungen auch waren, die sich von Nordafrika bis zum Hindukusch zwischen dem sechsten und dem Beginn des elften Jahrhunderts vollzogen, eine klare Epochenzäsur wie jene zwischen Antike und Spätantike lässt sich nicht erkennen, geschweige denn ein Übergang von einer weltgeschichtlichen Großepoche zu einer anderen.
(…).
Wenn man will, kann man diese Epoche in eine frühe islamische Spätantike (etwa bis in das letzte Drittel des achten Jahrhunderts) und in eine darauffolgende ausgehende islamische Spätantike (bis in die Anfänge des elften Jahrhunderts hinein) unterteilen. Irgendetwas, was sich sinnvollerweise als ‚Mittelalter‘ bezeichnen ließe, ergibt sich aber nicht.«
(IM, S. 103)
Es ergebe sich im Osten ein Bild der nahtlosen Fortsetzung und Weiterentwicklung der Antike, blicke man dagegen in den Westen, so ergebe sich vielfach eine umgekehrte Entwicklung. Und Bauer selbst räumt auch ein, dass man durchaus zu dem Schluss kommen könnte
»dass sich Mittel- und Westeuropa einerseits und der Raum des östlichen Mittelmeers und Vorderasiens andererseits etwa zwischen dem sechsten und dem zehnten Jahrhundert nicht in derselben weltgeschichtlichen Epoche befanden.(…).
Würde man nämlich West- und Mitteleuropa vom sechsten bis zum elften Jahrhundert aus der Geschichte der Region zwischen Atlantik und Jaxartes schlichtweg ausklammern, könnte man ein ebenso reines und ungetrübtes Bild einer wunderbaren Zeit des Aufbruchs bekommen, eine Art ‚orientalischer Renaissance‘
.
« (IM, S. 104/105)
Wenn man das konsequent weiterdenkt, haben sich nicht die arabischen Eroberer ab ca. 630 n. Chr. kulturell und politisch aus der Antike bewegt, sondern die europäischen Gebiete des ehemaligen Weströmischen Reichs wurden durch die kulturvernichtenden Folgen einer unkontrollierten Migration ab ca. 400 n. Chr. aus der weiter fortbestehenden Antike herausgezogen ins Mittelalter.
Im zweiten Teil des Beitrags wird die Besprechung von Thomas Bauers Buch fortgesetzt. Man wird sehen, welche Schlussfolgerungen der Arabist aus seiner Einschätzung des Geschichtsprozesses gezogen hat und wie er eine Epochengliederung gestalten wird, in der es kein „islamisches Mittelalter“ mehr gibt.

Quelle: "ISLAM_rückständig?"

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  • Erstellt von meineHeimat In der Kategorie Allgemein am 02.06.2019 21:41:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 02.06.2019 22:03
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