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"D-DAY"

"D-DAY"

05.06.2019 20:28

Lange habe ich gezögert, die „Szenen aus dem Herzen“ zu lesen, in denen aus der Perspektive der Mutter von Greta Thunberg einiges aus dem Familienleben ausgebreitet wird. Aber dann siegte doch die fachlich-psychiatrische Neugier. Richtig befriedigt wurde die allerdings nicht. Dazu fällt der erste Teil des Buches, in dem es besonders um die Entwicklung und Zuspitzung der psychischen Störungen von Greta und ihrer drei Jahre jüngeren Schwester geht, oft zu vage und gleichzeitig zu weitschweifig aus. Gleichwohl wirken diese Szenen beklemmend, und man fragt sich, wie eine Familie so etwas überhaupt aushalten kann.
Den zweiten Teil des Buches zu lesen, ist dagegen bloß ermüdend. Aus Sicht der Mutter wird in einer Endlosschleife die gesamte klimahysterische Gefühls- und Gedankenwelt ausgebreitet. Deutlich wird dabei allerdings: Auch Klimahysteriker haben es nicht leicht. Sind sie doch zutiefst und ohne jeden Zweifel überzeugt von dem nahenden Ende, so nicht ab sofort und innerhalb weniger Jahre die CO2-Emissionen auf Null gebracht werden. Gleichzeitig müssen sie tagein, tagaus erleben, dass die Politik ihnen höchstens verbal folgt, die aus klimahysterischer Sicht wirklich zielführenden Taten aber unterlässt. Doch damit nicht genug: Auch die meisten Mitbürger leben weiter, so als gäbe es kein morgen, anstatt ihr klimarelevantes Verhalten drastisch zu ändern – etwa auf jede Flugreise zu verzichten, sich fleischfrei zu ernähren und sich ein Elektroauto oder Fahrrad zuzulegen.
Eigentlich ist der Begriff „klimahysterisch“ für die Thunbergs, also Greta und ihre Eltern – die kleine Schwester soll hier außen vor bleiben –, nicht wirklich zutreffend, weil verniedlichend. Tatsächlich geht es hier um Klimafanatismus. Das Buch schildert recht anschaulich, wie aus einem psychisch schwerst gestörten Mädchen eine (Klima-) Fanatikerin wird, die dann ihre Eltern infiziert. Diese Ansteckung allerdings dürfte nicht besonders schwierig gewesen sein, da zum einen die Fanatismus-Saat bei den Eltern auf besonders fruchtbaren gutmenschelnden Boden fiel und zum anderen, damit der Familienfrieden positiv beeinflusst werden konnte.
Außerdem erfährt man recht genau, wie Klimafanatiker so ticken. Etwa, dass man sich um die poltischen, ökonomischen und sozialen Folgen von bestimmten drastischen oder vielleicht besser: ökodiktatorischen Regulierungen und Verboten keine Gedanken machen muss. Warum auch, sind doch solche Maßnahmen alternativlos, weil wir ansonsten „verbrennen“ oder sonst wie untergehen. (von Prof. Dr. Wolfgang Meins)
„Hake jeden Tag ab und betrachte ihn als erledigt. Du hast dein Bestes getan. Irrtümer und Fehler sind möglich. Vergiss sie so schnell wie möglich.“ / Ralph Waldo Emerson
(rjhCD6149)


Greta und ihre Eltern – nicht hysterisch, sondern fanatisch - Als Zielpunkt die Realisierung hoher Ideale

Der Begriff des Fanatismus scheint in der Psychiatrie in den letzten zwei Jahrzehnten etwas aus der Mode gekommen zu sein. Jedenfalls findet sich in dem deutschen Psychiatrie-Lehrbuch (Auflage 2011) mit immerhin knapp 3.000 Seiten dieser Begriff überhaupt nicht, ebenso wenig wie in einem umfangreichen Standardwerk zur psychiatrischen Begutachtung. Die letzte deutsche Monographie zum Thema stammt aus dem Jahr 2004.
In Anlehnung daran lässt sich Fanatismus definieren als eine durch die Persönlichkeitsstruktur mitbedingte, auf mehr oder weniger eng umgrenzte Themen bezogene persönliche Überzeugung, die mit großer Intensität und Konsequenz sowie unter hohem Energieaufwand – eben mit fanatischer Energie – durchgesetzt wird. Es besteht Dialog- und Kompromissunfähigkeit, wobei Außenfeinde mit allen – potenziell auch aggressiven und vernichtenden – Mitteln bekämpft werden.
Ganz wichtig ist noch ein weiterer Punkt: Die wirklich durchschlagenden fanatischen Bewegungen agieren nicht auf der Ebene dumpfer Gewaltbereitschaft und niederer Instinkte, sondern haben als Zielpunkt die Realisierung hoher Ideale, wollen also Welt und Menschheit beglücken oder retten. Wichtig ist noch die Unterscheidung, ob man es mit einem essenziellen Fanatiker zu tun hat oder bloß mit infizierten Mitläufern. Und ob es sich um den Typus des aktiv-expansiven oder eher still-introvertierten Fanatikers handelt.
Zu welchem Typus Greta gehört, dürfte damit klar sein. Ihre ganz besonders zurückhaltende Art in Verbindung mit einem kindlich-naiven Erscheinungsbild und ihr Behindertenstatus verleihen ihr zunächst eine Aura von Harmlosigkeit, die ablenkt von Radikalität und Rigorismus ihrer Überzeugungen, Aktionen und Appelle. Mit aktiver Unterstützung der Medien gelingt es ihr zudem, einen wunden Punkt zu treffen, nämlich den im grünen Milieu allgegenwärtigen Widerspruch zwischen edler Klimagesinnung und täglichem Verhalten.
Nicht übersehen darf man bei dieser Erfolgsgeschichte allerdings die wichtige Rolle des Vaters und vor allem der PR-geschulten grünen Aktivisten im Hintergrund, die das ganze, sich nun schon über Monate hinziehende Spektakel erst möglich machen. Und die Greta helfen, möglichst griffige, manchmal scheinbar konziliante Botschaften zu formulieren, die dann auch Bild wörtlich wiedergibt: „Im Jahr 2020 müssen wir die Emissionskurve steil nach unten gewendet haben, wenn wir eine Chance haben wollen, unter 1,5 Grad oder 2 Grad zu bleiben.“
Greta agiert nicht als Marionette

Aber klar ist auch: Greta agiert nicht als Marionette. Das kann sie schon krankheits- und persönlichkeitsbedingt gar nicht. Kompromisse jeglicher Art sind ihre Sache eher nicht – die Geschichte mit dem Zurückrudern bezüglich der vielleicht doch hilfreichen Atomkraft dürfte da eine Ausnahme sein. Insgesamt wirkt sie ausgesprochen authentisch. Auch das erklärt ihre große Wirkung und infektiöse Virulenz, etwa in Bezug auf die Fridays for Future-Bewegung.
Die Skeptiker hinsichtlich eines maßgeblich menschengemachten Klimawandels bezeichnen die Klima-Alarmisten-Fraktion oder Teile von ihr ja nicht selten als Anhänger des Klimawahns. Im streng psychiatrisch-wissenschaftlichen Sinne ist das weder korrekt noch zielführend. Denn in aller Regel ist es nicht sinnvoll, größere Teile der Bevölkerung, also etwa alle Parteimitglieder der Grünen, als wahnhaft und damit wahnkrank zu bezeichnen.
Auch Fanatismus ist nicht gleichzusetzen mit Wahn. Etwas vereinfachend könnte man sagen, dass der Fanatiker sich zwar bereits im Feld des psychologisch Abnormen bewegt, aber eben noch nicht eindeutig im Krankhaften. Ohne das hier vertiefen zu wollen, sei aber noch auf einen sehr pragmatischen Unterschied hingewiesen: Im Gegensatz zum Fanatiker geht vom Wahnkranken so gut wie keine ansteckende Wirkung aus, vielmehr isoliert ein Wahn.
Die Klimafanatiker eint eine überwertige Idee, also stark gefühlsbetonte Überzeugungen, die ihr Denken absolut dominieren und dauerhaft bestimmen, etwa: Die CO2-bedingte Apokalypse steht unwiderruflich kurz bevor, wenn wir nicht sofort, radikal und koste es was es wolle gegensteuern. Bei Greta entwickelten sich überwertige Ideen dieser Art über einen kleinen Umweg, anhand eines verwandten Themas: In einer Schulstunde im Herbst 2014 sieht sie einen Film über die Verschmutzung der Weltmeere. Sie bricht während der Vorführung in Tränen aus. Mittags dann noch einmal, als sie in der Mensa vor ihrem Burger sitzt, den sie nicht anrührt. Fortan, so ich die vagen Angaben der Mutter richtig deute, ernährt sie sich nur noch vegan, so sie überhaupt etwas zu sich nimmt.
Die Grundausstattung fanatischen Denkens und Handelns

Nach Meinung der behandelnden Kinderpsychiater und -psychologen leidet Greta vorrangig an Asperger-Autismus und einer Zwangsstörung. Beides hat zweifelsohne die Entstehung ihres Fanatismus begünstigt. Denn Zwangskranke neigen zur Ausbildung von überwertigen Ideen und Asperger-Autisten dazu, sich sehr stark auf ein spezielles Interessengebiet zu fokussieren. Außerdem zeigen Personen mit Asperger-Syndrom wenig Mitgefühl und Interesse an anderen Menschen. Wenn man aber gegen das Leid der Mitmenschen – zum Beispiel der durch das Verbot nahezu aller Flüge arbeitslos Gewordenen – so gut wie immun ist, entstehen bestimmte moralische Bedenken erst gar nicht. Dass die Menschheit auf dem Weg zum Kommunismus oder eben im Kampf gegen die Klimakrise Opfer bringen muss, gehört allerdings ohnehin zur Grundausstattung fanatischen Denkens und Handelns.
Das ganz Besondere im Fall von Greta und ihren Fans ist jedoch, dass sie von weiten Teilen der westlichen und vor allem deutschen Eliten geradezu hofiert werden. Kritisches vernimmt man aus diesen Kreisen so gut wie gar nicht – und natürlich auch nicht aus dem medialen Hofstaat. Es dürfte seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs das erste Mal sein, dass diese Eliten nahezu geschlossen einer Fanatikerin huldigen und dabei Greta und ihren Anhang oft auch noch ermutigen.
Bei den fest in der grünen Partei oder ihr nahestehenden NGOs verankerten Elitendarstellern verwundert das natürlich nicht. Stehen diese doch meist selbst mit einem Bein im Herrschaftsbereich des Fanatismus. Die Frage, ob sie nicht vielleicht bereits knietief mit beiden Beinen darin stecken, wird man erst beantworten können, sollten die Grünen in vielleicht gar nicht so ferner Zukunft auch das Handeln der Bundesregierung entscheidend prägen.
In Bezug auf die SPD- und ganz besonders die CDU-nahen Elitendarsteller darf man doch wohl noch annehmen, dass denen der völlig utopische Charakter von Forderungen nach einem radikalen Wandel in der Klimapolitik, jetzt und sofort, klar ist. Aber ihnen ist auf diesem Gebiet die Diskurshoheit offensichtlich weitgehend abhandengekommen. Wobei dazu immer auch eine gehörige Portion Feigheit gehört. Man traut sich erst gar nicht mehr, die Tür zum Fabelreich der Klimaapokalypse zu öffnen, denn hier handelt es sich mittlerweile um einen „No ask-Bereich“, wo man befürchtet, aufgrund von argumentativer Unbeholfenheit, übersehenen Tretminen und bei diesem Thema ebenso humor- wie gnadenlos agierenden Medien in den politischen Selbstmord getrieben zu werden.

Quelle: "Klimaschutz_Greta"
D-Day. Kriegsentscheidung am Atlantik (von Norman Fryre)

Die These »Seemacht schlägt Landmacht« fand in den letzten Jahren des 2. Weltkriegs vielfach Bestätigung, zumal die Flotten der Briten und Amerikaner die Meere weitestgehend beherrschten. Zunächst zielten die Kriegsschiffseinheiten auf Nordafrika, dann auf Sizilien. Dort gelang den Anglo-Amerikanern der Sprung in die Festung Europa. Es folgte die Landung bei Salerno, am weichen Stiefel Italiens, und schließlich die beiden Landungen in der Normandie im Juni und im Süden Frankreichs im August 1944. Die Landung in Nordafrika beendete das deutsch-italienische Abenteuer an der afrikanischen Gegenküste des Mittelmeeres. 130.000 deutsche Soldaten gingen den bitteren Weg in die alliierte Gefangenschaft. Etwa 19.000 verbluteten in den Weiten dieses Kriegsschauplatzes. Das Ergebnis dieses vom italienischen Verbündeten inszenierten Krieges war insbesondere für die an zwei Fronten kämpfende deutsche Wehrmacht von größter Tragweite. Mussten doch nur wenige Monate zuvor über 90.000 Soldaten beim Fall von Stalingrad den Weg in russische Gefangenschaft antreten. Diese nicht mehr ersetzbaren Verluste sollten im Kriegsjahr 1944 sowohl für das bedrängte Ost- als auch für das rasch zusammengewürfelte Westheer verhängnisvolle Folgen haben. Die Überdehnung der Fronten und das starre Festhalten an einmal gewonnenem, fremden Boden, der Kampf gegen Partisanen und die zunehmende Erschöpfung der Ressourcen der Achse zeigten überdeutlich, dass das Kriegsglück Berlin und Rom den Rücken zugewandt hatte.
Die Gefahr der Einkreisung schwebte wie ein Damoklesschwert über dem Deutschen Reich: So war für die Wehrmacht durch den Aufbau einer neuen Front in Italien schon ein weiterer unerfreulicher Kriegsschauplatz entstanden, bei dem man befürchtete, die feindlichen Truppen könnten in Eilmärschen nach Norditalien vorrücken und dann über Triest direkt an die deutschen Grenzen stoßen. Der Weg ins Reich wäre dann vom Süden her schon im Spätherbst 1943 offen gewesen. Dies unterblieb jedoch. Die seit 1942 von den Alliierten vorbereitete Invasion in Nordfrankreich aber würde über Sieg oder Niederlage entscheiden. Das war auch der deutschen Führung bewusst. Damit wäre eine dritte Front entstanden, nämlich das Reich mit seiner offenen Westflanke, die in dieser Breite kaum über eine längere Zeit hätte erfolgreich verteidigt werden können.
Diese Sorge trieb verständlicher Weise die deutschen Militärs um. Die große Frage war: Wo wird die anglo-amerikanische Armada vor Anker gehen? Vom Nordkap bis zum Golf von Biskaya hatten die beiden Seemächte die Wahl. Die Landmacht Deutschland musste an dieser endlos langen Küste überall bereit sein, einen allein durch seine Truppenmassierung wie durch seine Flexibilität überlegenen Gegner zurückzuwerfen. Der Blick der Wehrmachtsführung hatte sich also nicht mehr nur auf den Osten, sondern auch auf die entstehende Westfront zu richten. Der Balkan gewann wieder an Bedeutung. Norwegen geriet erneut ins Blickfeld – hier befürchtete Hitler eine alliierte Landung; gleichzeitig konnte ein Kriegseintritt Schwedens erfolgen. Südfrankreich spielte ebenso eine Rolle in den Planspielen wie die der Britischen Insel gegenüberliegende Normandie. Hier bewahrheitete sich das alte Sprichwort: »Wer gezwungen wird überall stark zu sein, ist es schließlich nirgendwo.«

Mit der beinahe unlösbaren Aufgabe, an allen bedrohten Punkten der Atlantikküste wenigstens ein Minimum an Verteidigungsbereitschaft sicherzustellen und den Atlantikwall in Gänze zu überwachen, beauftragte Hitler Feldmarschall Rommel mit der Überwachung der Verteidigungsanlagen am Atlantikwall. Dank seinem zupackenden Temperament gelang es dem Feldmarschall binnen Kurzem, wesentliche Lücken zu schließen und mit einfachen Mitteln etwaige Landungsversuche, wenn schon nicht zu unterbinden, dann wenigstens zu erschweren. Auch im Festungsbau ist in kürzester Zeit Beachtliches geleistet worden. Hier waren insbesondere die Organisation Todt und Albert Speer gefragt. Der Atlantikwall war also kein Phantom; einige der Stützpunkte blieben sogar bis zum 8. Mai 1945 in deutscher Hand.

Schon ab den Wintermonaten 1943/44 wurde die große Landung der Alliierten erwartet. Man beobachtete intensiv den Schiffsverkehr von den USA an die englische Küste, erkannte die Zusammenballung der anglo-amerikanischen Flotte sowie die laufenden Verstärkungen an Truppen. Die Meteorologen berechneten „kritische Tage“, an denen man eine Landung an der Atlantikküste zu erwarten hatte, wobei die Gezeitenverhältnisse als Anhaltspunkte dienten.
Anfangs befürchtete Hitler eine Landung im Mittelmeerraum oder sogar auf dem Balkan( – sie sollte erst im August 1944 in Südfrankreich stattfinden), nicht zuletzt in Erinnerung an die gewaltigen Schiffsbewegungen in Nordafrika. Außerdem vermutete man während mehrerer Monate das Hauptquartier General Eisenhowers in Gibraltar, was für eine Aktion im Mittelmeerraum gesprochen hätte.
Im Anschluss an eine Besichtigungsreise an die Atlantikküste im Januar 1944 hielt General Jodl im Februar vor einem Kreis von Reichsministern und Staatssekretären einen Vortrag in Berlin. Er gab sich zuversichtlich über die deutsche Abwehrkraft im Westen. Das Bild der Zahlen gab ihm Recht. Am Tag der Invasion standen nämlich rund zwei Millionen deutsche Soldaten in Frankreich. Der Fehler der Rechnung hatte freilich Ursachen. Zum einen mangelte es dramatisch an geeigneten Luftstreitkräften. Die Alliierten hatten die absolute Luftoberhoheit errungen. Die Folge war, dass Erdbewegungen von Infanterie oder Verlegungen von Panzertruppen nur in der Nacht noch möglich waren. Zum anderen aber setzte sich die Zahl von zwei Millionen Mann vorrangig aus Mannschafts-und Offiziersbeständen zusammen, die seit 1940 für Besatzungsaufgaben eingeteilt waren. Sie besaßen keinen Kampfwert, wie es in den kritischen Wochen jener Katastrophenstimmung im Sommer 1944 kennzeichnend war, wurden jedoch den später kämpfenden Einheiten zugerechnet. Das gravierende Missverhältnis zwischen den sog. „Verpflegungsstärken“ und den tatsächlichen Kampfstärken der deutschen Verbände war ein Problem, das ein Merkmal moderner Armeen zu sein scheint. Der gewaltige technische Apparat steht in keinem Verhältnis zur Stärke kämpfender Einheiten.
Was die Abwehrstrategie einer Invasion in Frankreich betraf, so gab es im FHQ mehrere Pläne. Generalfeldmarschall von Rundstedt, OB West, wollte den Gegner ruhig landen lassen, um ihn dann im Landesinneren zu schlagen. Dieser Plan fand nicht Hitlers Zustimmung. Rundstedt galt als übervorsichtig und womöglich für diese kriegsentscheidende Aufgabe bereits überfordert. Hitler hingegen hielt es für äußerst chancenreich, den Gegner direkt am Strand zu schlagen. Feldmarschall Rommel, dem er sofortige und energische Handlungen zutraute, beauftragte er mit der unmittelbaren Truppenführung an der Atlantikküste. Am entscheidenden Tag war Rommel jedoch nicht auf seinem Posten. Er war nach Herrlingen bei Ulm zum Geburtstag seiner Frau gefahren und kam erst 24 Stunden später auf seinen Gefechtsstand. Dieses Verhalten wurde im FHQ mit Missfallen quittiert, zumal der 6. Juni im Vorfeld von den Meteorologen als ein „kritischer“ Tag angesehen worden war.


In Kürze entstand jedoch eine Lage, die Rundstedt vorausgesehen hatte. Die Alliierten hatten auf dem Festland Fuß gefasst und konnten ihren Brückenkopf ausbauen. Angesichts der absoluten Luftüberlegenheit und der Schiffsartillerie der Gegner war jede Truppenbewegung bei Tageslicht unmöglich geworden.
Hinzu kam, dass gewisse Militärkreise eine weitere Landung bei Calais befürchteten und deshalb starke Einheiten sowie Panzertruppen in den entscheidenden Stunden, weit entfernt von der Küste, in Wartestellung verblieben. Es gibt durchaus massive Anhaltspunkte, dass insbesondere bei „Fremde Heere West“ Kräfte wirkten, die zum Kreis des Widerstandes zählten und ein Ende des Krieges im Westen erreichen wollten. In diesem Zusammenhang sollen seitens führender Militärs auch Waffenstillstandsgespräche mit den Westalliierten geführt worden sein.Wer vom Zusammenbruch Frankreichs im Sommer 1944 spricht, darf das Thema des 20. Juli nicht verschweigen. Sowohl der Militärbefehlshaber Frankreichs, General Carl Heinrich von Stülpnagel, als auch sein Stab waren in dieses Unternehmen verwickelt. Sein Sohn, den der Verfasser im Sommer 2004 kennenlernte – er war im Juli 1944 im Stab seines Vaters in Paris gewesen – , erklärte auf Befragen, dass dieser über das erfolgte Attentat auf Hitler wütend gewesen sei, und zwar aus zwei Gründen. Einerseits hätte der Widerstand bei etwaigen Verhandlungen nach der geglückten Landung der Alliierten keinerlei Trümpfe in der Hand gehabt. Andererseits hätte man besser das sichere Kriegsende abwarten sollen, da man die wichtigen Köpfe der Opposition für die Zeit nach der Kapitulation bei einem Neuanfang dringender gebraucht hätte, als Emigranten aus London, New York oder Moskau. Feldmarschall Rommel wurde ebenfalls mit dem Attentat vom 20.Juli in Verbindung gebracht. Feldmarschall von Kluge, den Hitler kurz vor Beginn der Invasion zum Nachfolger Rundstedts ernannt hatte, wurde im FHQ als ein Mann der Verschwörung betrachtet. Ihm wurde der Durchbruch der Alliierten bei Avranche angekreidet. Nach geringen Anfangserfolgen der Wehrmacht wurden die versammelten deutschen Kräfte vom Gegner umfasst. Die Deutschen konnten sich nur noch unter Zurücklassung des Gerätes und – ihres Kampfgeistes nach Osten in Richtung Reichsgrenze durchschlagen. Sie gaben damit das Signal zur fast völligen Auflösung, in der die meisten Teile des deutschen Westheeres im August / September 1944 ins Reich zurückfluteten. Feldmarschall von Kluge wurde von Hitler, der Verrat befürchtete, mit Wirkung zum 17. August abgesetzt und am 19. August nach Berlin befohlen. Der Feldmarschall verübte unterwegs Selbstmord. In einem Brief versicherte er Hitler seine Treue und forderte den Führer und Reichskanzler auf, den Krieg zu beenden.
Es darf nicht vermutet werden, dass in den Aktivitäten der höheren militärischen Führung im Westen Absichten wirksam waren, die den Maßnahmen der kämpfenden Truppe zuwiderliefen. Aber es darf dennoch nicht ausgeschlossen werden, dass der Zusammenbruch in Frankreich auch das Ergebnis einer Atmosphäre gewesen ist, die einer energischen Gegenwehr abhold war und stattdessen eher einer Niederlage zuneigte, weil ein Erfolg nicht in den Bereich der bestehenden politischen Pläne aller Generale passen konnte. Diese in Berlin und Rastenburg angestellten Überlegungen betraf in keiner Weise die bis zum Letzten kämpfende Truppe, der nach dem Krieg sowohl von Franzosen als auch vom ehemaligen Gegner großer Respekt gezollt wurde.

Am 6. Juni 1944 sollten die ersten V1 gestartet werden. Wegen Reparaturarbeiten verzögerten sich die ersten Abschüsse bis zum 12. Juni. Zur Überraschung führender Generale des Westheeres wurden sie nach London geschickt, anstatt diese auf die Invasionsflotte zu lenken. Dort hätten sie wesentlich größere Erfolge erzielen können als durch das Bombardement der britischen Hauptstadt. Zudem hätten sie mit Sicherheit eine nicht zu unterschätzende Entlastung für die hart kämpfenden Soldaten bedeutet. Der Oberbefehlshaber der Wehrmacht aber wollte – als Reaktion auf die Bombenangriffe der anglo-amerikanischen Luftflotten auf die deutsche Zivilbevölkerung – gegen alle Widersprüche die Angriffe der V1 auf London konzentrieren. Für Experten, die um die dichte Staffelung der Feindverbände vor der Küste wussten und sich ausmalen konnten, was hier niedergehende V1 bewirken würden, waren die Folgen zweifelsfrei: gegen sie gäbe es nicht einmal die Möglichkeit eines Stoppens durch Spitfires, denn die Distanz zwischen Abschussbasen und den Zielen war zu gering. Angriffe auf die anglo-amerikanische Armada hätten es dem Gegner unmöglich gemacht, den benötigten Nachschub aufs Festland zu schaffen und hätten mit ziemlicher Sicherheit eine Entscheidung zu Gunsten der Deutschen herbeigeführt. Das Scheitern der Invasion wiederum hätte eine grundlegende Änderung der Geschichte des Zweiten Weltkrieges bedeutet.

(Amerikanischer Soldatenfriedhof - Invasion 1944 - (c) Wikipedia)

(Ostfront August 1943-Dezember 1944 (c) Wikipedia)
Beides zusammen, die Tragödie im Westen und die Katastrophe im Osten zeigten unmissverständlich, dass der Krieg für die deutsche Seite verloren war. Im Frühjahr 1945 sagte Hitler im Führerbunker im eingeschlossenen Berlin zu Generaloberst Alfred Jodl: >Ich hätte mich bei Verlassen der Wolfsschanze schon erschießen sollen.< Am 20.November 1944,als Hitler sein Hauptquartier in Ostreußen für immer verlassen hatte, war die deutsche Niederlage angesichts eines überlegenen Gegners, der in Ost und West an den Grenzen des Reiches stand, bereits mit Händen zu greifen. Doch machte nicht die in Casablanca erhobene Forderung nach der „Bedingungslosen Kapitulation“ der Achsenmächte eine Fortsetzung des Krieges für den Führer unabdingbar?
Quelle: "1944_Atlantik"

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  • Erstellt von meineHeimat In der Kategorie Allgemein am 05.06.2019 20:28:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 05.06.2019 20:55
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