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"DUMM_DÜMMER"

"DUMM_DÜMMER"

30.10.2019 21:51

Die Grünen und die CDU waren einst ebenso erbitterte politische Gegner wie es heute alle anderen Parteien und die AfD sind. Daß ein Grüner einen CDU-Bundeskanzler gelobt oder gar verteidigt hätte, war daher über viele Jahrzehnte so unvorstellbar wie eine schallend lachende Alice Schwarzer inmitten einer gepflegten Herrenwitzrunde.
Als Helmut Kohl 1983 seinen Eid als Bundeskanzler schwor, blieben die Grünen aus Protest demonstrativ vor der Tür. Später hat sich das Verhältnis der beiden Parteien und politischen Milieus zueinander deutlich entspannt. Schwarz-grüne oder auch grün-schwarze Koalitionen sind längst nichts Ungewöhnliches mehr.
Die Grünen kommen ihrer Kanzlerin zur Hilfe
Weite Teile der Union sind inzwischen mehr als nur grün angehaucht. Angela Merkel ist politisch inzwischen gar so linksgrün geworden, daß die Grünen und ihre Anhänger sie gegen jede Kritik aus den noch nicht ganz so ergrünten Kreisen ihrer eigenen Partei regelrecht in Schutz nehmen. Man will sich die erste grüne Bundeskanzlerin nicht durch irgendwelches reaktionäres Gemecker madig machen lassen. Auch wenn Merkel offiziell noch Mitglied der CDU ist und diese rückständigen Meckerfritzen ihre eigentlichen Parteifreunde sind.
Wie glühend die grüne Liebe für Angela Merkel und damit die Abscheu gegenüber all ihren konservativen Kritikern ist, erfährt in diesen Tagen Friedrich Merz. Nachdem dieser seiner innerparteilichen Intimfeindin unter anderem „Untätigkeit und mangelnde Führung“ vorgeworfen hatte, ist der gesamte linksgrüne Merkel-Fanclub aus Politik und Medien aufgestanden, um den erzkonservativen Ketzer in seine Schranken zu weisen. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Kai Gehring bezeichnete die Kritik von Merz als „lahmes Merkel-Mobbing“ und äußerte sich damit im Vergleich zu vielen anderen sogar noch relativ zurückhaltend.
"Nach öffentlicher Kritik an den Praktiken des Vereins „Original Play“ wurden dessen Aktivitäten vor wenigen Tagen in Niederösterreich verboten. Der Verein entsendet „Apprentices“ an Schulen und Kindergärten, wo mit sehr engem Körperkontakt mit Kindern „gespielt“ wird. Besonders problematisch erscheint die Tatsache, dass dieses Personal über keinerlei pädagogische Ausbildung verfügen muss. Wochenblick hat die Bildungseinrichtungen recherchiert, in denen Original Play in Oberösterreich tätig gewesen sein will." (aus WB_Wochenblick)
(rjhCD6149)


Grüne und Öffentlich-Rechtliche Der Merkel-Fanclub keilt gegen Friedrich Merz

Etwas deutlicher wurde man da schon in der Redaktion der ARD-„Tagesschau“. Daß Friedrich Merz „offen Merkels Kanzlerschaft in Frage“ stellt, ist in den Augen der WDR-Korrespondentin Sabine Henkel „ein niederträchtiger Angriff“. In einem Kommentar auf tagesschau.de nennt sie ihn „Möchtegernkanzler, Friedrich der Große“.
Auch die taz verteidigt Merkel

Die Journalistin ist sauer, weil dem ambitionierten Politiker ein Abgang Merkels nicht schnell genug gehen kann. Und das, obwohl sich die grünste Kanzlerin aller Zeiten in ihrer ganzen Weisheit und Gnade doch „selbst am Ende ihrer Kanzlerschaft bis 2021“ sehe. Auch daß „sein alter Freund, Roland Koch, auferstanden aus Ruinen“ in Cicero und Bild-Zeitung „ins gleiche Horn“ stößt, mißfällt der Frau vom WDR. „Merz und Koch schießen scharf – in der eigenen Kaserne“, schreibt Henkel.
In der eigenen Kaserne schießen – das klingt nach Hochverrat und ist schlimmer als das „Wir werden sie jagen“ von Alexander Gauland. Daß der Sitz im Kanzleramt kein weiches Ruhekissen ist, auf dem es sich eine sichtlich müde und lustlose Regierungschefin solange gemütlich machen kann, bis sie irgendwann nach eigenem Gusto aufsteht und abtritt, scheint vielen Journalisten heutzutage gar nicht mehr erst in den Sinn zu kommen.
„Verlieren, stänkern Chefin absägen“, titelte die taz. Ganz so, als würde Angela Merkel die Jobs der Parteivorsitzenden, der Kanzlerin und der Landes-Mutti noch immer in Personalunion ausführen. Für das linksgrüne Blatt ist Merz der „Prototyp des alten, weißen Mannes“, ein „Erneuerer, der ins Gestern will“.
Auch Kinder werden indoktriniert
Nach den jüngsten Erfolgen der AfD scheint in der medialen Klasse die Angst zu wachsen, daß es nach der nächsten Bundestagswahl vielleicht doch nicht reichen könnte für die von vielen Journalisten so herbeigesehnte schwarz-grüne Bundesregierung.
Damit ein solches Scheitern an den Rechtspopulisten zumindest in entfernterer Zukunft ein für alle Mal ausgeschlossen ist, tut man im öffentlich-rechtlichen Rundfunk scheinbar alles dafür, um die nachwachsenden Generationen rechtzeitig zu indoktrinieren. In der ZDF-Kindernachrichtensendung „logo“ lief kürzlich ein politisches „Erklär“-Video, das die AfD in derart schlechtem Licht darstellte, daß die Kinder vermutlich nachts Alpträume bekommen haben und nun fürchten, daß die böse Hexe Alice Weidel sie holen kommt, wenn sie auch nur mit dem Gedanken spielen, einen ihrer Mitschüler mit Migrationshintergrund nicht mehr als Bereicherung zu sehen, nur weil er ihnen auf dem Schulhof das teure Smartphone „abzieht“. Beim Grünfunk weiß man eben: Was Fritzchen nicht lernt, lernt Friedrich der Große nimmermehr.

Quelle: "VERDUMMUNG_der_Kinder"
Warum immer mehr Kinder verdummen (von Herbert Ludwig)

Lehrer bestätigen, dass 70 bis 80 Prozent der Grundschulkinder heute in ihrer Entwicklung hinterherhinken. Die sich abzeichnenden Folgen sind kaum absehbar.
Seit etwa zwanzig Jahren wird in den Bildungseinrichtungen die Vorstellung umgesetzt, dass die Kinder kleine Erwachsene und damit Partner der Erzieher und Lehrer seien. Entsprechend müssten die Kinder schon früh zu selbstverantwortlichem Lernen angeregt werden, indem sie selbst bestimmen, mit welchen Themen sie sich, wann, wie, wie lange und mit wem zusammen beschäftigen wollen. – Der Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Michael Winterhoff schlägt Alarm.
In der anschwellenden Zahl entwicklungsgestörter und zurückgebliebener Kinder, die nach seinen Recherchen bereits bis zu 50 %, an Grundschulen gar 70 – 80 % betragen, sieht er eine gesellschaftliche Katastrophe auf uns zukommen.1
Der „Digitalen Bildung“, die eine frühe „Medienkompetenz“ anstrebt – hier in zwei Artikeln bereits behandelt2 -, liegt ebenfalls der Irrglaube vom kleinen Erwachsenen zugrunde. Digitale Bildung ist also Teil eines umfassenden pädagogischen Ansatzes „autonomen Lernens“, dem jede tiefere Erkenntnis vom Wesen des Kindes und seinen Entwicklungsbedingungen verloren gegangen ist.

Verschmelzung mit dem Kind
Aber auch in vielen Elternhäusern ist in der Nachfolge der „antiautoritären Erziehung“ der 1960er und 1970er Jahre die Auffassung einer völlig freilassenden Behandlung des Kindes verbreitet, dem man möglichst nichts vorschreiben, sondern immer im fragenden Einverständnis mit ihm handeln müsse. Das Kind soll möglichst früh das tun, was es selbst für richtig hält und wozu es Lust hat. Dann werde es davor geschützt, an autoritäre gesellschaftliche Verhältnisse angepasst zu werden, in denen die Individualität des Menschen unterdrückt werde.
Dr. Winterhoff sieht eine der Ursachen für diese Auffassung der Eltern in einer Beziehungsstörung, „die in der Psychoanalyse Projektion genannt wird: Ein Erwachsener projiziert seine eigenen Wünsche und Gefühle in das Kind. Das heißt, er sieht das Kind gar nicht als Kind, das eigene Bedürfnisse hat und auf seinen Schutz angewiesen ist, sondern sozusagen als Avatar (hier im Sinne von eigenem Stellvertreter gemeint, hl.), den er mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen „füllt“.

Nur die Projektion lässt einen Erwachsenen die Tatsache, dass er selbst sich dank seiner psychischen Reife in der Welt ganz gut zurechtfindet, mit der Annahme verwechseln, dass Kinder kleine, autonome Erwachsene sind. Und nur in der Projektion kommt er auf die Idee, dass seine Rolle darin besteht, alle Wünsche, die er dem Kind zuordnet, umgehend zu erfüllen. Damit hebt er das Kind nicht nur auf Augenhöhe (was an sich schon schädlich genug ist), sondern ordnet sich dem Kind unter. Nun führt nicht mehr der Erwachsene, sondern das Kind. Diese Hierarchievorstellung ist in der ganzen Menschheitsgeschichte einmalig.“
Wenn das Kind gar als Teil der eigenen Persönlichkeit wahrgenommen wird, steigert sich die Projektion zur Symbiose. „Diese Verschmelzung der eigenen Psyche mit der des Kindes gaukelt den Eltern vor: ´Was dem Kind passiert, passiert auch mir.` Dies ist der Grund, warum es den Eltern in der Beziehungsstörung der Symbiose buchstäblich nur unter Schmerzen möglich ist, ihren Kindern Computer oder Smartphone wegzunehmen.“ Solche über-emotionalisierten Eltern stehen dann später in der Schule dem Lehrer schnell auf der Matte, „um sich über eine schlechte Note ihres Kindes zu beschweren. Denn in der Wahrnehmung der Eltern in der Beziehungsstörung der Symbiose wurde nicht ihrem Kind, sondern ihnen selbst `Unrecht angetan`.“
Doch die noch tiefer liegende Ursache, die diese Beziehungsstörungen überhaupt erst entstehen lässt, ist der Verlust der Erkenntnis oder wenigstens des noch instinktiven Gefühls für das geistige Wesen des Kindes, das aus einer höheren, geistigen Welt kommend, sich eine Leiblichkeit für ein neues Erdenleben aufbaut, die nicht nur aus einem physisch-materiellen Leib, sondern noch auseinem ihn durchdingenden Lebenskräfte-, sowie einem Seelenkräfteleib besteht, die ihre je eigenen Entfaltungsbedingungen haben, wie sie Rudolf Steiner als anthropologische Grundlage der Waldorfpädagogik dargestellt hat.
Verharren im Stadium des Kleinkindes
Kommen die Kinder in den Kindergarten, besteht dort vielfach ebenfalls die Auffassung, das Kind sei ein kleiner Erwachsener. Es werden ihm, wie z.B. in einem Kindergarten, der mit dem Deutschen Kita-Preis ausgezeichnet wurde, vielfältige Angebote gemacht, unter denen es sich „selbstbestimmt“ aussuchen kann, wozu es Lust und Interesse hat: „Themenräume, Toberaum, Bastelraum, Café, vielleicht Theaterraum, Matschraum. … Es gibt Kindergärten, da müssen sich die Kinder einloggen, in welchen Raum sie gehen, umloggen, wenn sie in einen anderen gehen. Es ist gewollt, dass die Kinder auf sich gestellt sind.“ Die Erzieherinnen halten sich zurück und bleiben im Hintergrund. Was geschieht dadurch psychisch? Dr. Winterhoff konstatiert:

„Wenn das Kind sich nicht an Erwachsenen orientieren darf, findet bei ihm definitiv keine Entwicklung seiner Psyche statt. Das ist nicht etwa meine persönliche Meinung, das ist seit vielen Jahrzehnten abgesichertes Wissen.“
Unter Psyche versteht er aus psychoanalytischer Sicht die emotionalen und sozialen Fähigkeiten, die zu einer gewissen angeborenen Grundintelligenz hinzuerworben werden müssen.
Die Psyche kleiner Kinder ist noch nicht sehr weit entwickelt. Es ist z.B. völlig sinnlos, einem acht Monate alten Kind Geduld abzuverlangen, bis der Möhrenbrei gewärmt ist. Frustrationstoleranz und andere Fähigkeiten, die es ihm ermöglichen, sich in eine Gesellschaft einzugliedern, lernt es erst in den folgenden Lebensjahren in endlosen Schleifen“, indem es in immer mehr Situationen das Warten, das Zuhören und lernen muss, die eigenen Gefühle und die der anderen einzuschätzen, sich auf eine Sache zu konzentrieren und eine begonnene Arbeit zu beenden usw.

„Wenn ich aber Kinder auf sich gestellt lasse, dann leben sie quasi wie Kleinkinder (auf deren schreienden Wunsch sogleich die Erfüllung folgte) in der Vorstellung: Ich kann alles bestimmen, ich kann alles steuern, ich muss mich auf niemanden einstellen und ich lebe nach Lustimpulsen. Und deshalb bleiben die da stehen."
Die Vorgänge der emotionalen und sozialen Psyche schlagen sich natürlich in bestimmten Gehirnstrukturen nieder. „Da gibt es einen Hirnreifungsprozess. Und das Entscheidende dafür ist die Bindung, die Orientierung des Kindes am Gegenüber.“ Wenn die fehlt, können sich Psyche und Gehirn nicht entsprechend ausbilden.
„Auf die wahren Probleme schaut man nicht, dass wir, wie es bis 1995 noch war, nicht mehr darüber verfügen können, dass alle Kinder eine Schulreife mit sich bringen. Damals wollten die Kinder in die Schule, waren lernwillig, wissbegierig und haben auch Dinge gemacht, zu denen sie keine Lust hatten, üben, Hausaufgaben etc. Und heute haben die Lehrer einen großen Teil von Schülern da sitzen, die Kleinkinder geblieben sind und sich nicht haben entwickeln können. Wir haben an den Bedürfnissen der Kinder vorbei ein ganzes Bildungswesen auf den Kopf gestellt.“
Nach den Erfahrungen von Dr. Winterhoff weisen zurzeit „drei bis vier von fünf Grundschulkindern keine klassische Schulreife auf – Tendenz steigend.“
Die tieferen Entwicklungsbedingungen des Kleinkindes
Man erfasst das Wesen des Menschen nur an seiner Oberfläche, wenn man nicht auch seine übersinnlichen Wesensglieder, die erst den physischen Leib erklärbar machen, ins Auge fasst, deren Erkenntnisse als erweiterte Anthropologie der Waldorfpädagogik zugrunde liegen. Beim Erwachsenen sind alle vier Wesensglieder: sein physischer Leib, seine ihn durchdringende Lebenskräfteorganisation, seine Seelenkräfte und sein Ich ausgebildet. Beim Kinde sind sie es noch nicht. Es ist gerade sein noch kleiner, unfertiger physischer Leib aus der Mutterhülle geboren, und die anderen drei Wesensglieder, die Träger der Lebens-, Seelen- und der Ich-Kräfte, sind noch in einer entsprechenden Mutterhülle geborgen, in denen sie geschützt heranwachsen.
Gerade die Lebenskräfte arbeiten im Inneren an der weiteren Ausgestaltung der physischen Organe wie beispielsweise auch des Gehirns. Die Organe werden weiter ausdifferenziert, so dass die notwendigen Formen entstehen, die dann später nur noch wachsen und für das seelische Leben in der Qualität zur Verfügung stehen, in der sie sich in der Kindheit haben bilden können. Denn alle seelische Entwicklung ist an die gesunde Entwicklung der physischen Organisation als ihr Instrument gebunden.
Das geschieht aber in der richtigen Weise nicht von selbst, sondern in Gemäßheit der Eindrücke der physischen Umgebung, in die das Kind hineinwächst. Wie vor der Geburt die Natur des Mutterleibes die richtige Umgebung für den physischen Menschenleib bildete, so hat der Erzieher nach der Geburt für die richtige physische Umgebung zu sorgen. Nur diese richtige physische Umgebung wirkt auf das sich ihr ganz hingebende Kind so, dass sich seine physischen Organe in die optimalen Formen prägen.

Das Kind strebt selbst, die umgebende Welt zu erkunden, mit allen Sinnen kennen zu lernen und sich damit zu verbinden. Und „was in der physischen Umgebung vorgeht, das ahmt das Kind nach, und im Nachahmen gießen sich seine Organe in die Formen, die ihnen dann bleiben.“ Zur physischen Umgebung gehört aber nicht nur, was materiell um das Kind herum vorgeht, sondern auch und vornehmlich alle Handlungen der Menschen mit allem, was sich moralisch oder unmoralisch, klug oder töricht darin ausdrückt. Der erwachsene Mensch ist ihm das Vorbild, über den es die Menschenwelt erfahren, erleben will und den es mit allen Fasern seines Wesens nachahmt. „Wenn vor dem siebenten Jahre das Kind nur törichte Handlungen in seiner Umgebung sieht, so nimmt das Gehirn solche Formen an, die es im späteren Leben auch nur zu Torheiten geeignet machen.“
Es ist ein großer Abstand zwischen der Bewusstseinsverfassung der Kinder und der Erwachsenen, und er ist umso größer, je jünger die Kinder sind. Seiner selbst noch nicht und dann erst wenig bewusst, lebt das Kind in seiner Umwelt in Hingabe und Aktivität zugleich. Es handelt nicht wie der Erwachsene aus Begriffen, die ja das Endergebnis langer Erfahrung sind, sondern seine Handlungen schließen sich unmittelbar an Sinneseindrücke und Wahrnehmungen an, die es unbewusst imitiert. Darin besteht auch sein Spiel, in dem es, oft erst nach Tagen, wahrgenommene Handlungen von Erwachsenen nachahmend nachspielt. Dieses tief nachahmende Verhalten der kleinen Kinder kann jeder bei unbefangener Beobachtung wahrnehmen.
Daher stürzt man die Kinder, wie in dem einen „vorbildlichen“ Kindergarten, in die Leere des Alleingelassen-Seins, wenn sie „selbstbestimmt“ aussuchen sollen, wozu sie gerade Lust und Interesse haben. Sie haben noch kein entwickeltes Selbst, das sich sinnvoll selbst bestimmen könnte. Sie haben keine Erfahrungen und kein Urteilsvermögen, was gut für sie ist. Sie werden total überfordert und dem Leben der Triebe und Begierden, Lust und Unlust überlassen, wenn sie dauernd gefragt werden, also ihre Entscheidung darüber herausgefordert wird, was sie haben oder tun wollen. Sie brauchen das Vorbild, das sie nachahmen können. Und das wird ihnen da vorenthalten, so dass sich ihre Gehirnstrukturen nicht in der rechten Weise ausbilden und sie zurückbleiben.
Andererseits wirkt es ebenso verheerend, wenn ihnen von den Erwachsenen die Dinge intellektuell naturwissenschaftlich, kausallogisch erklärt werden. Sie haben das intellektuelle begriffliche Denken des Erwachsenen noch nicht. Sie ahmen es höchstens ihrer Puppe gegenüber karikierend nach, aber verstehen tun sie es nicht, weil ihnen das begriffliche Urteilsvermögen noch völlig fehlt. Das Gehirn muss ja dazu erst allmählich als Träger und Instrument dieses Denkens herangebildet werden. Vorher schaden wir gerade der rechten Strukturbildung des Gehirns, und die Kinder bleiben in ihrer Entwicklung zurück.
„Nicht ein Diskutieren mit Kindern, nicht ein Herantreten mit Erklärungen und Begründungen wird den Naturgegebenheiten dieses Alters gerecht, sondern ein Gelegenheit-Geben, dass Kinder Handlungen von Erwachsenen miterleben können, die ihnen eine Orientierung im Leben vermitteln. Mit dem, was wir vor dem Kinde im täglichen Leben tun, nicht was wir ihm sagen, sind wir in erster Linie seine Erzieher.“
Es wäre natürlich auch nicht gut, das Kind ständig mit lauter Verboten zu umstellen, die seine natürliche Spielaktivität ersticken. Aber man kann sie, auf das Spiel eingehend, geschickt lenken. Doch manchmal ist ein deutliches „Nein“ das einzig Richtige und auch durchaus Heilsame. „Eine klare Entscheidung eines Erwachsenen zu erhalten, ist für die Orientierung im Leben wichtig. Dabei erlebt und empfindet das Kind, dass es im Leben nicht willkürlich zugeht, sondern dass Notwendigkeit und Gesetze walten.“
Orte der Entwickung der Psyche brechen weg
Die Behandlung des Kindes als kleinen Erwachsenen setzt sich in den Schulen fort. Dr. Winterhoff, der sich eingehend mit den Verhältnissen vertraut gemacht hat, schildert, wie die Grundschüler im sogenannten „offenen Unterricht“ zur autonomen Selbstorganisation angeregt werden sollen, indem sie sich unter vielfältigen Lernangeboten selbst das aussuchen, was sie gerade interessiert und dem sie sich in ihrem individuellen Lerntempo widmen möchten. Und etwas ironisierend fährt er fort:
„Ob allein an Lernstationen oder gemeinsam in Lerngruppen – es gibt kein Korsett mehr, in das ihre freiheitsliebenden Kinderseelen gepresst werden. Der Frontalunterricht hat ausgedient. Kein bedrohlich vor der Tafel aufragender Lehrer mehr, der endlos monologisiert und die Schüler nach vorne holt und sie vor der ganzen Klasse der Lächerlichkeit preisgibt. Was für eine Traumschule, könnte man meinen.“

„Für mich als Psychiater stellt sich die Sache aber ganz anders dar. Genau dieses Konzept des ´offenen Unterrichts`, der Kindern heute fast flächendeckend von der Bildungspolitik zwangsverordnet wird, ist das Schlimmste, was ihnen passieren kann. Seine Auswirkungen erlebe ich Tag für Tag bei der Arbeit mit dadurch beeinträchtigten Kindern in meiner Praxis. Die Resonanz von Pädagogen, mit denen ich anlässlich meiner Vorträge überall im deutschsprachigen Raum ins Gespräch gekommen bin, bestätigt nur meine Erkenntnis: Kindergärten und Grundschulen sind zu Stätten des organisierten Verwahrens mutiert, in denen Kinder auf sich selbst gestellt keine Entwicklungsmöglichkeit für ihre emotionale und soziale Psyche haben und von daher verdummen oder sogar krank werden und zu Lernbegleitern degradierte Erzieher und Lehrer in eine völlige Überforderung geraten.“
„Mit den heutigen Lernkonzepten werden wichtige psychische Funktionen des Kindes gar nicht abverlangt und eingeübt. Denn auch wenn die Anhänger des ´offenen Unterrichts` dies nicht wahrhaben wollen – vor die Wahl gestellt, suchen sich Kinder meist das aus, was sie schon können (das tun wir Erwachsenen übrigens auch). Damit es Fortschritte macht, braucht es die Aufforderung des Erwachsenen: ´Komm, versuch das mal! Ich denke, du schaffst das`.
Das bedeutet: Für viele Kinder sind sowohl das Elternhaus als auch die Schule als Orte der Entwicklung ihrer Psyche weggebrochen – sie bleiben auf der psychischen Entwicklungsstufe eines kleinen Kindes stehen. Erkennbar ist das daran, dass sie Aufträge des Lehrers (z.B. ´Holt das Deutschbuch heraus!`) erst nach mehrfacher Aufforderung ausführen (sie steuern den Lehrer), sie sind weder lernwillig noch wissbegierig, sie konzentrieren sich nur nach Lust und Laune und sind somit zu angemessenen Lern- und Arbeitsleistungen gar nicht fähig. Auf pädagogische Interventionen reagieren sie mit frechem, respektlosem Verhalten oder mit Verweigerung. Sie verhalten sich bestimmend und steuernd, verfügen über keine Frustrationstoleranz und meiden Anstrengung.
Es fehlt ihnen die Reife, aus Konflikten zu lernen und ihren eigenen Beitrag zur Konfliktsituation zu erkennen – immer sind die anderen oder die Umstände schuld. Sie kreisen um sich selbst, leben häufig autistoid (wie Autisten) in sich zurückgezogen und nehmen außerhalb von sich wenig wahr. (…) Sozial sind sie eher rücksichtslos und egozentrisch sowie emotional und zwischenmenschlich arm. Sie leben lustorientiert im Moment und sind weder beziehungs- noch arbeitsfähig. Sie sind nicht unglücklich – etwas anderes kennen sie ja nicht. Aber ihr Leben entbehrt der Tiefe. (…)
Was die Kinder am dringendsten brauchen, wird ihnen verweigert: Erwachsene, die sie an die Hand nehmen und ihnen den Weg in die Selbstbestimmung zeigen. Ohne diese Unterstützung kann sich ihre Psyche nicht entwickeln. So werden aus vernachlässigten Kindern beziehungs- und arbeitsunfähige Jugendliche ohne Chance auf ein erfülltes Leben sowie eine Gefahr für die mühsam erkämpften Errungenschaften einer funktionierenden Solidar-Gesellschaft.“

Der Lehrer und der Lernende
Während die Erinnerungsvorstellungen der Kinder bis dahin nicht frei aufgerufen werden können, sondern nur bei Gelegenheit unwillkürlich aufsteigen, ist die Schulreife dadurch gekennzeichnet, dass die Kinder nun imstande sind, sich Vorstellungen aus der Erinnerung zu rufen, wenn es gewollt oder gefordert wird. Das Erinnern wird frei handhabbar, so dass wiederholendes Lernen möglich wird. Dies hat seine Ursache darin, dass Teile der Lebenskräfte, die bis dahin nur Leib-bildend tätig waren, mit ihrer Arbeit am physischen Leib zu einem gewissen Abschluss gekommen sind und für das Bilden von Gedanken und Vorstellungen frei werden.

Damit ist das Kind nicht mehr dem Erwachsenen nachahmend hingegeben, sondern den Schilderungen des Lehrers staunend zugewendet, die ihm den Zugang zur Welt auf einem gedanklich-vorstellenden Niveau vermitteln, das aber noch immer bildhaft sein muss. Die Begriffe müssen noch in Vorstellungsbilder eingebettet sein, die aus der unbewussten Verschmelzung von Wahrnehmung und Begriff bestehen, sie können noch nicht davon abstrahiert kausallogisch gehandhabt werden, was erst ab dem 12. Lebensjahr sukzessive möglich wird.
Im Lehrer tritt dem Kind der erfahrene Erwachsene entgegen, der schon länger auf der Erde lebt, der ihm voraus ist und die Welt kennt, in die es erlebend und erkennend hineinwachsen will. Er repräsentiert ihm die Welt, die in ihrer Vielfalt und Bedeutung aus seinem Munde zu ihm spricht. Und zum Lehrer schaut es daher als zu einer selbstverständlichen Autorität auf, von der es lernen will.
„Daher kommt es vor allen Dingen darauf an, dass der junge Mensch in diesen Jahren in seinen Erziehern selbst Persönlichkeiten um sich hat, durch deren Anschauung in ihm die wünschenswerten intellektuellen und moralischen Kräfte erweckt werden können. Wie für die ersten Kindesjahre Nachahmung und Vorbild die Zauberworte der Erziehung sind, so sind es für die jetzt in Rede stehenden Jahre: Nachfolge und Autorität. Die selbstverständliche, nicht erzwungene Autorität muss die unmittelbare geistige Anschauung darstellen, an der sich der junge Mensch Gewissen, Gewohnheiten, Neigungen herausbildet, an der sich sein Temperament in geregelte Bahnen bringt, mit deren Augen er die Dinge der Welt betrachtet.“
Mit der Selbstbedienung aus verschiedenen Lernangeboten und dem autonomen, selbständigen Lernen werden die Kinder aber völlig allein gelassen. Der Lehrer tritt nicht aktiv in eine tragende, bindende Beziehung zu ihnen. „Weder ungefragte Zuwendung noch ein Angebot an Orientierung sind vorgesehen“ (M. Winterhoff). Der Lehrer bleibt im Hintergrund. Er zieht sich als geliebte Autorität, die ihnen die Welt vermitteln soll, von den Kindern zurück, überlässt sie ihrem unfertigen Zustand, so dass sie selbstverständlich in ihrer Entwicklung zurückbleiben. Denn Kinder können nicht selbständig lernen, weil sie noch nicht selbständig sind. Und dadurch werden sie daran gehindert, als junge Erwachsene einmal selbständig zu werden.

Das kann mehr oder weniger unbewusst nur zu einer tiefen Enttäuschung gegenüber dem Lehrer führen, die sich zu Ironie, Aggression und Zerstörungswut steigert, wenn er irgendwie organisierend oder fordernd in Erscheinung tritt. Sie nehmen ihn, der ihre unbewussten Bedürfnisse und Erwartungen so ins Leere gehen lässt, nicht mehr ernst, und Disziplinlosigkeit ist die Folge, über die Lehrer aller Schulstufen klagen. Auf sich zurückgeworfen, werden sie, auch untereinander, rücksichtslos und egozentrisch.
„Die absolute Respektlosigkeit der Kinder macht mir sehr zu schaffen“, klagte eine Lehrerin stellvertretend für viele. „Das gilt für Fünftklässler genauso wie für die 16- und 17-Jährigen aus der zehnten Klasse. Egal, was man ihnen sagt, es kommt immer ein blöder Spruch oder eine wüste Beschimpfung zurück.“
Kommt in Schulen ein hoher Anteil an Migrantenkindern hinzu, die vielfach aus religiösen Gründen die europäische individualistische Bildung ablehnen, entstehen z. T. katastrophal zu nennende Zustände, bei denen von Schule nicht mehr gesprochen werden kann. So schrieben die Lehrer der Rütli-Hauptschule in Berlin bereits 2006 einen Brandbrief an den Bildungssenator, in dem sie klagten, die Stimmung in einigen Klassen sei geprägt von „Aggressivität, Respektlosigkeit und Ignoranz uns Erwachsenen gegenüber. … Die Gewaltbereitschaft gegen Sachen wächst: Türen werden eingetreten (…), Knallkörper gezündet und Bilderrahmen von den Flurwänden gerissen. (…) In vielen Klassen ist das Verhalten im Unterricht geprägt durch totale Ablehnung des Unterrichtsstoffes und menschenverachtendes Auftreten. Lehrkräfte werden gar nicht wahrgenommen, Gegenstände fliegen zielgerichtet gegen Lehrkräfte durch die Klassen, Anweisungen werden ignoriert.“
Die Migrantenkinder sind nur ein Teilproblem. Denn Brandbriefe gibt es seitdem auch von ganz anderen Schulen. Im Februar 2018 schaffte es der folgende Hilferuf einer Schule in die Zeitung:
„Die Problematik äußert sich im Unterrichts- und Pausengeschehen in extremer körperlicher Gewalt, Körperverletzungen anderer Schüler, dem Nichteinhalten bekannter Verhaltensregeln oder durch Nichtkenntnis von Regeln des zwischenmenschlichen Umgangs, Sabotage des Unterrichts durch permanente Störungen und Schlägereien, unerlaubtes Verlassen des Unterrichts, Sabotage des Unterrichts durch Nichterscheinen zum Unterricht oder durch Verstecken auf dem Schulgelände.“
Es handelt sich um keine Hauptschule in einem Problembezirk, sondern um eine Grundschule der ländlichen Gemeinde Hessen im Harzkreis, östlich von Hannover. Von den 163 Schülern hatte nur ein einziges Kind Migrationshintergrund.

Fazit
M. Winterhoff fasst zusammen: „Die Rückmeldungen der Lehrer bestätigen mir, dass im Schnitt 70 bis 80 Prozent der Grundschulkinder in ihrer Entwicklung hinterherhinken; an den weiterführenden Schulen liegt die Quote (noch) etwas darunter. Diese Kinder werden zu Hause komplett bedient, sehen nur sich selbst, haben keine intrinsische (von innen kommende) Lernmotivation und nur ein geringes Konzentrationsvermögen. Sie können keine Regeln erkennen, geschweige denn befolgen.“
„Heute hat jeder zweite Schulabgänger Probleme in der Berufsfindung. … Wir haben im Bereich der IHK-Studie ein Drittel der Lehrstellen gar nicht besetzt, ein Viertel Abbrecher, ein Drittel braucht Nachhilfe in Deutsch und Mathe und im Studium ist es dasselbe. Eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung sagt, dass 50 Prozent gar keine herkömmliche Hochschulreife mit sich bringen, auch hier gibt es große Probleme in Deutsch und Mathe. Auch hier muss Nachhilfe gegeben werden. Ich finde es äußerst bedenklich, wenn nach Studienabschluss mit dem Bachelor oder Master 38 Prozent in der Probezeit in Firmen nicht übernommen werden, weil beklagt wird, dass ihnen soziale Fähigkeiten fehlen.“
Die zentrale Problematik besteht in dem Verlust jeder tieferen Erkenntnis vom Wesen des Kindes und seiner Entwicklungsbedingungen. Mit dem Verschwinden des Erwachsenen als nachzuahmendes Vorbild bzw. nachzufolgender Autorität (die sich nach der Pubertät natürlich ändern muss) verschwindet der liebevoll helfende und leitende Mensch und damit die Menschlichkeit aus der Erziehung. Die Behandlung der Kinder als kleine Erwachsene zerstört ihre Kindheit, die eine notwendige Zeit der Entwicklung bedeutet, um erst ein selbstbestimmter erwachsener Mensch werden zu können. Die weiteren, schon jetzt als katastrophal sich abzeichnenden Folgen sind nicht absehbar.
Man muss sich klar sein, dass ein solch zerstörerischer pädagogischer Unsinn flächendeckend nurdurch ein hierarchisches staatliches Bildungssystem durchgesetzt werden kann. Welche Beweise braucht es eigentlich noch, dass Erziehung und Bildung vom Kindergarten bis zur Hochschule nicht in die Hände des Staates, also der Politik gehören, sondern in von Staat und Wirtschaft unabhängige, miteinander in Wettbewerb tretende Schulen und Hochschulen, für die sich Eltern und volljährige Lernende frei entscheiden? Dann würden Lehrer einer Schule, die solche im Grunde Kinder-verachtende, ihre Zukunft zerstörende Methoden anwenden, schnell vor leeren Bänken stehen.

Quelle: "Kinder_verdummen_warum"?

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  • Erstellt von meineHeimat In der Kategorie Allgemein am 30.10.2019 21:51:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 30.10.2019 21:52
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