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"NOT+ELEND"

"NOT+ELEND"

12.11.2020 19:49

Eine Grundannahme der heutigen Ökonomie ist das rücksichts- und grenzenlose Streben der Wirtschaftsunternehmen nach ständiger Steigerung des Gewinns, also des Profits für die Eigentümer. Dieses Wirtschaftsverständnis wird den Ökonomie-Studenten bereits im ersten Semester wie ein Axiom, ein festes Postulat eingebläut und lebt in ihnen unhinterfragt als vollkommen selbstverständlich weiter. Dabei sind die Auswirkungen für die Gesellschaft verheerend. (von Herbert Ludwig)
"Die Menschenrechtsverteidigerin (i. S. v. Uno-Resolution 53/144) Sarah Luzia Hassel-Reusing bereitet eine Strafanzeige an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag wegen der Anwendung der Schockstrategie unter dem Deckmantel von Corona vor. Es geht um die Maßnahmen, welche die Schwere eines Verbrechens an der Menschlichkeit (Art. 7 Römisches Statut) erreicht haben. Zivilisten werden im Rahmen einer grossangelegten und systematischen Politik geschädigt in Form der Einzeldelikte Tötung (lit. a), Freiheitsentzug (lit. e), Folter (lit. f), Verfolgung (lit. h) und schwere Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit oder der geistigen oder körperlichen Gesundheit (lit. k). Diese Schockmaßnahmen dienen Macht-, Ideologie- und Profitinteressen verschiedener einander überschneidender privater Kreise.
Die Menschenrechtsaktivistin hebt hervor: „Todesfälle und ernsthafte Gesundheitsschäden durch die Corona-Schockmaßnahmen gibt es global vor allem in Form von Hunger (in 2020 voraussichtlich 130.000.000 zusätzliche akut hungernde Menschen laut Schätzung des Welternährungsprogramms aus April 2020). Dazu tragen außerdem aufgeschobene Operationen bei, darunter allein bei rund 50.000 Krebspatienten in Deutschland, sowie Isolation, Schock und wirtschaftlicher Ruin. Auch die Zwangsmasken führen zu physischen und psychischen Schäden. Auffällig ist auch, dass Todesfälle in Zusammenhang mit der Überdosierung von Medikamenten und mit voreiliger invasiver Beatmung mit für die Schockpropaganda genutzt worden sind.“
Freiheitsentziehend sind aus Sicht der Menschenrechtsverteidigerin vor allem die Isolation von Heimbewohnern sowie die Quarantäne, insbesondere bei Isolation von Kindern innerhalb der Familie unter Drohung mit Inobhutnahme, strenge Ausgangsbeschränkungen und freiwillige Selbstisolierung auf Grund der Traumatisierung durch die Schockpropaganda. Als Grundlage dient ein nicht amtlich validierter und damit medizinisch sowie juristisch fragwürdiger PCR-Test." (sternbald - Archiv des verbotenen Wissens)
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Eine die Gesellschaft zerstörende Wirtschaft
Studenten wird bereits im ersten Semester eingebläut, Sinn und Zweck allen Wirtschaftens sei der Profit. Die Auswirkungen für die Gesellschaft sind verheerend
.


„Im meistverbreiteten … deutschen BWL-Lehrbuch, dem ´Wöhe´, steht: ´Für die traditionelle Betriebswirtschaftslehre ist das Prinzip der langfristigen Gewinnmaximierung das oberste Formalziel, an dem betriebswirtschaftliche Entscheidungen ausgerichtet werden. (…) Das Gewinnstreben ist die Triebfeder unternehmerischen Handelns´.“ ( Volkswirtschaftler Prof. Christian Kreiß )
Dabei gelte die Devise, dass die Gewinnhöhe unbegrenzt sei. Das Prinzip der Gewinnmaximierung ziehe sich nicht als wissenschaftliches Ergebnis, sondern gleichsam als zentrales ethisches Postulat wie selbstverständlich durch praktisch sämtliche Lehrbücher der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. „Die Zunft der Ökonomen hat sich voll und ganz dem Glaubenssatz von Milton Friedman angeschlossen: ´Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ist es, die Gewinne zu erhöhen.“
Der nackte Egoismus des Einzelnen wird zur „gesellschaftlichen Verantwortung“ hochgelogen.
„Martin Luther brachte bereits 1524 den Glaubenssatz der Gewinnmaximierung und ihre Auswirkungen gut auf den Punkt: ´Erstlich haben die Kaufleute unter sich eine gemeine Regel, das ist ihr Hauptspruch und Grund aller Finanzen, dass sie sagen: Ich mag meine Waar so theur geben, als ich kann. Das halten sie für ein Recht. Das ist dem Geiz Raum gemacht, und der Hölle Thur und Fenster alle aufgethan. Was ist das anders gesagt, denn so viel: Ich frage nichts nach meinem Nähisten (Nächsten), hätte ich nur meinen Gewinn und Geiz voll; was gehet michs an, dass es zehen Schaden meinem Nähisten thät auf einmal?´“
(S. 22)
Selbstverständlich kann es nicht darum gehen, dass die Unternehmen keine Gewinne machen sollen. Sie brauchen natürlich Gewinne, um investieren und das Unternehmen ausbauen zu können, sowie als Rücklagen für schlechte Zeiten. Gewinne sind das Ergebnis guten Wirtschaftens. Es ist aber ein großer Unterschied, ob sie das Ergebnis verantwortungsvollen Handelns zur Bedürfnisbefriedigung der Menschen sind oder das Motiv zu immer größerer Bereicherung, ohne Rücksicht auf die Nachteile und Schäden für andere.
„Hermann Josef Abs (1901-1994), der frühere Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, wies auf diesen Unterschied hin: ´Gewinne zu machen, ist so wichtig wie die Luft zum Atmen. Es wäre traurig, wenn wir nur auf der Welt wären, um Luft zu atmen, genauso wie es schlimm wäre, würden wir nur Unternehmen führen, um Gewinne zu machen.´“
(S. 74)
Der Siegeszug der Gewinnmaximierung
Das Dogma, dass Sinn, Zweck und oberstes Ziel von Unternehmen die ständige Maximierung des Gewinnes sei, ist noch nicht besonders alt. „Bis weit in die 1980er Jahre hinein wurde ganz anders unterrichtet: dass die zentrale Aufgabe von Managern sei, sich mit Blick auf das öffentliche Wohl um die Kunden zu kümmern und gerade ´nicht selbstzerstörerische Gewinnmaximierung´ zu betreiben. Führende Ökonomen vertraten noch bis in die 1970er Jahre die Meinung, dass Management auf einem moralischen Fundament ruhen und dessen Entscheidungen im Hinblick auf das öffentliche Wohl getroffen werden müssen. Es hieß ausdrücklich, dass Gewinn nicht das Ziel von Unternehmen, sondern das Ergebnis der Erfüllung von Kundenbedürfnissen sei.“
Erst ab den 1980er Jahren habe sich in der intellektuellen Auseinandersetzung besonders durch Milton Friedman und Alfred Rappaport die Theorie der Gewinnmaximierung durchgesetzt. Der geistige Siegeszug sei bereits ab den 1950er Jahren langfristig und systematisch durch die 1947 von Friedrich August von Hayek und anderen in der Schweiz gegründete neoliberale Mont Pèlerin Gesellschaft vorbereitet worden, die jahrzehntelang im Hintergrund bis in höchsten Gesellschaftskreise hinein arbeitete (s. dazu die ZDF-Sendung „Die Anstalt“).
Der Sieg des Postulats der Gewinnmaximierung war schließlich so fundamental, dass die gegenteilige Ansicht heute praktisch vollkommen diskreditiert und in den Lehrbüchern gezielt eliminiert ist.
Die systematisch betriebene Verdrehung der Begriffe ist inzwischen so weit gediehen, dass sie für die meisten Menschen selbstverständlich ist. In der einflussreichen Wirtschaftszeitschrift Forbes kann man als Antwort auf die Frage nach dem Zweck einer Firma lesen: „Der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass der Zweck von Unternehmen ist, Geld zu machen.“ Also die völlige Pervertierung des Unternehmensziels wird hier sogar als ´gesunder Menschenverstand´ ausgegeben. Der Lügengeist Mephisto hat in den Gedanken der Menschen bereits ganze Arbeit geleistet.
„Heute handeln praktisch alle Großkonzerne nach diesem menschenverachtenden Prinzip. Spitzenmanager, die sich nicht danach richten, werden schnell gefeuert. Andere Namen dafür sind ´Shareholder Value´, ´Economic Value Added´, ´wertorientierte Unternehmensführung´ oder einfach Renditeorientierung.“
Der Zweck heiligt die Mittel aus den Arbeitnehmern so viel rausholen und sie so gering bezahlen wie möglich, die Kosten des Umweltschutzes minimieren oder vermeiden, sowie auch die Steuern weitgehend umgehen. Und auf der Einnahmenseite gilt, für die Produkte und Dienstleistungen maximal hohe Preise rauszuholen.
Konsequent gedacht führt die Aufforderung, die Gewinne zu maximieren dazu, dass Unternehmen versuchen sollen, so stark wie möglich zu Lasten aller übrigen Menschen zu leben und zu handeln, also den rücksichtslosesten Egoismus in höchstem Maße zu verfolgen.
Für die Kunden bedeutet das Postulat der Gewinnmaximierung, dass es dem Unternehmen nicht um ihre Bedürfnissen geht, sondern darum, aus ihnen so viel Geld wie möglich herauszuholen, „nach dem Motto: Wir wollen nur dein Bestes, dein Geld. Die Folgen liegen auf der Hand: Man versucht mit aller Energie, Intelligenz, Tricks und Kniffen, die Ware so teuer wie möglich zu verkaufen oder bei gleichbleibenden Preisen die Qualität zu verschlechtern – oder beides gleichzeitig.“
Besonders deutlich wird dies an der Privatisierung der kommunalen Wasserwerke. Dann ist das Ziel nicht mehr, die Menschen mit günstigem und sauberem Trinkwasser zu versorgen, sondern maximale Gewinne und Rendite zu erzielen. „Das erreicht man, indem die Investitionen in die Leitungen verringert und die Preise erhöht werden. Und genau das ist in fast allen Fällen von Privatisierung der Wasserversorgung auch eingetreten. ´Fast überall, wo eine solche Privatisierung schon versucht wurde, haben Verbraucher und Kommunen ihr Waterloo erlebt´, d.h. steigende Preise bei sinkender Wasserqualität, schreibt die Süddeutsche Zeitung im Juli 2018.“ (S. 80)
Christian Kreiß war selbst sieben Jahre lang Investmentbanker und schildert seine Erfahrungen: „Wenn wir einen Unternehmenskauf finanziert hatten, gab es danach drei Unternehmensziele: Profit, Profit und Profit. Für einen Controller sind Konzernprodukte Gewinnträger. Diejenigen Produkte oder Dienstleistungen mit den höchsten Deckungs- bzw. Gewinnbeiträgen müssen über das Marketing gepusht werden. Es geht, wie das Prinzip schon sagt, nicht um Kundennutzen oder Bedürfnisbefriedigung, das sind nur Randbedingungen. Der eigentliche Unternehmenszweck ist maximale Gewinnerzielung. Das Mittel sind die Produkte. Der Zweck heiligt die Mittel.“
Man solle sich mit aller Deutlichkeit klarmachen, dass es Unternehmen, die der Gewinnmaximierung folgen, nicht um das Wohl der Kunden, sondern um das Wohl der Kaitalgeber gehe. Die Ökonomie-Lehrbücher versuchten das zwar in dieser Konsequenz zu verschleiern, doch seien das nur Ablenkungsmanöver. Der Verbraucher sei Profitbeschaffer, sonst nichts.
Das egoistische Prinzip der Profitmaximierung ist ein unerschöpfliches Füllhorn, um Sand in das Getriebe der Ökonomie zu streuen, die Verbraucher in großem Umfang zu schädigen und so ein Gegeneinander statt Für- und Miteinander zu bewirken. Kundenbetrug und Verbraucherübervorteilung bewirken permanentes Misstrauen, zerstören das fundamentale Prinzip von Treu und Glauben und jegliche Moral und Anständigkeit zwischen den Menschen im Wirtschaftsleben. – Profitmaximierung ist ein wahrhaft diabolisches Mittel.
Ausbeutung der Mitarbeiter
Ein sehr großer Kostenfaktor für profitorientierte Unternehmen sind die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter, gönnerhaft als Arbeitnehmer bezeichnet, ohne die indessen kein Profit zustande kommen könnte. Hier lassen sich durch „Kosten“-Reduktionen die Profite besonders gut maximieren. Dazu kann man bei ihnen von zwei Seiten her ansetzen: Die Löhne drücken und von den Mitarbeitern mehr Leistungen verlangen. Beides wird von den Konzernen vielfach auch umfangreich praktiziert. Besondere Ausprägungen dieser Praktiken sind Zeitarbeit, Werkverträge und Scheinselbständigkeit, durch die in den letzten Jahrzehnten in Deutschland ein Niedriglohnsektor mit besonders prekären Arbeitsverhältnissen entstanden ist, wie es etwa in den 1960er Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Das ist eine Steigerung der skrupellosen Ausbeutung der Menschen.

„Symptomatisch für diese Entwicklungen ist der Begriff ´Human Resources´, der sich mittlerweile in der BWL (Betriebswirtschaftslehre) eingebürgert hat, und der von vielen Personalabteilungen verwendet wird. Unter Human Resources kann man menschliche Rohstoffe, Menschenmaterial, Menschennachschub, menschliche Reserve oder Humankapital – das Unwort des Jahres 2004 – verstehen. … Die Begriffe stammen aus dem Bergbau, wo man Ressourcen ausbeutet, oder aus dem Militärbereich, wo man aufgerieben Bataillone durch frisches Menschenmaterial ersetzen muss.“
Die eigentliche Ursache der Abhängigkeit und Ausbeutbarkeit der Beschäftigten, die auch die Verschärfung im Zuge der Gewinnmaximierung erst möglich macht, liegt allerdings noch tiefer. Sie liegt im privatrechtlichen Eigentum am Unternehmen und seinem Gewinn, das die Mitarbeiter von vorneherein in ein existenzielles Abhängigkeitsverhältnis bringt. Die unbeschränkte Verfügungsbefugnis über das Eigentum muss dringend in ein soziales Verantwortungseigentum umgewandelt werden
(vgl. dazu „Die ungezügelte Macht des Kapitals“).
Der Zynismus des „Arbeiters als Produktionsfaktor“, als Ware, kommt auch darin zum Ausdruck, dass es neben dem Warenmarkt einen „Arbeitsmarkt“ gibt, auf dem die Arbeitskraft der Mitarbeiter nach Angebot und Nachfrage wie auf einem modernen Sklavenmarkt gehandelt wird (siehe dazu „Zeit für echten Unternehmer-Ethos“).
Diese Zustände sind kein Zufall, sondern werden gezielt herbeigeführt. Sie sind ganz im Sinne Mephistos, dem es darauf ankommt, Arbeitsverhältnisse zu schaffen, in denen steigende Arbeitslast, Misstrauen, hierarchische statt kooperative Strukturen und die Entwürdigung von Menschenmassen zu Produktionsfaktoren, die man wie Maschinen oder Material ausnützen kann, das Leben buchstäblich zur Hölle machen.
Herrschaft der Rücksichtslosen
„Das System der Menschenausbeutung funktioniert nur mit Führungskräften, die diese Denkweise verinnerlichen und umsetzen. Die langjährige Investmentbankerin und Coach von Führungspersonen, Ulrike von Aufschnaiter, hat in ihren umfangreichen eigenen Erfahrungen festgestellt, dass viele hohe Führungskräfte ´gravierende Persönlichkeitsstörungen´ aufweisen. Sie beschreibt die Spitzenkräfte in Wirtschaft (und Politik) folgendermaßen: ´Bei vielen von diesen Charakteren beobachtet man auch narzisstische oder autistische, teilweise sogar psychopatische Züge. Diesen Menschen fehlt es oft an Empathie und jeglichem Gefühl von Verhältnismäßigkeit. Sie haben einen Drang, sich selbst zu verwirklichen und zu gewinnen. Egal wie.´ Sie beruft sich dabei nicht nur auf ihre eigenen umfangreichen persönlichen Erfahrungen, sondern auch auf etliche internationale Studien.“
(S. 85-86)
Chr. Kreiß schließt daran an, das rücksichtslose Konkurrenzsystem innerhalb der Großunternehmen erzwinge ja auch geradezu den Aufstieg von möglichst herrschsüchtigen, skrupellosen, gefühllosen und narzisstischen Menschen mit Hang zu Überheblichkeit und Selbstüberschätzung. Das Hau- und Stechsystem um Karriere und Aufstieg in vielen Konzernen sorge für eine solche Selektion der Asozialen und Rücksichtslosen. Belohnt werde, wer so rücksichtslos wie möglich die Maximierung der Gewinne durchsetze. Das gehe nicht mit Empathie und menschlichem, sozialem Denken. Und die Belohnung sei hoch: Millionen-Saläre, Ansehen und Macht über Tausende von Menschen. Mephisto hält seine Versprechen.
Von den Großinvestoren an den internationalen Kapitalmärkten werde zudem auf die börsennotierten Unternehmen ständig ein gewaltiger Renditedruck ausgeübt. Von ihnen werde erwartet, dass Quartal für Quartal die Gewinne steigen. Der dadurch entstehende Wettbewerbsdruck führe dazu, dass die Unternehmen, die bei diesem Konkurrenzkampf nicht mithalten, in ihren Aktienkursen zurückbleiben und ständig unter der Drohung stehen, von Konkurrenten oder Großinvestoren aufgekauft, vereinnahmt oder zerschlagen zu werden. So könne permanenter Druck auf die Führungskräfte der Unternehmen ausgeübt werden, die ihn nach unten weitergeben.
Auszehrung des Gemeinwesens

Die Konsequenzen der egoistischen Profitmaximierung, die immer auf Kosten anderer verläuft, sind vielfältig. Selbstverständlich führt sie in dem Bestreben, zugunsten der Gewinnmaximierung alle Kosten zu minimieren, auch dazu, so wenig wie möglich Steuern zu zahlen. Das bedeutet, der Allgemeinheit von den Millionen-, ja Milliardengewinnen so wenig wie möglich abzugeben und sie stattdessen ungeschmälert einer kleinen Minderheit von Superreichen zuzuschieben. Denn der Großteil des Unternehmenseigentums ist in den Händen von sehr wenigen, sehr reichen Familien. In Deutschland z.B. kontrollieren 7.700 Haushalte, das sind 0,02 % aller Haushalte, über die Hälfte des deutschen Betriebsvermögens. (S. 89. Anm. 104)
Zu diesem Zweck beschäftigen die Großunternehmen ein ganzes Heer von hochbezahlten Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Firmenanwälten – die Kosten dafür lohnen sich allemal -, die sich raffinierte, extrem intelligente Steuersparmodelle ausdenken. Einige international bekannte Unternehmen haben es inzwischen erreicht, dass sie durch Steuerflucht und Steueroasen fast überhaupt keine Steuern mehr zu zahlen brauchen.
„Das Vermögen vermehrt sich dadurch bei den Vermögenden immer weiter, und so soll es auch bleiben – das lehren die Ökonomen tagtäglich Millionen von jungen Menschen.“
Es ist klar, dass so langfristig die öffentlichen Finanzen geschwächt, das Gemeinwesen ausgehöhlt und der langsame Zerfall der Gesellschaft durch immer stärkere Umverteilung gefördert wird.
Kranke als Gewinnquelle
Besonders zynisch und menschenverachtend wirkt sich die skrupellose Gewinnmaximierung in der Pharmaindustrie aus. So habe, wie Chr. Kreiß schildert, der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline aus internen Studien gewusst, dass sein Antidepressivum Paroxetin bei der Behandlung von Kindern keinen Nutzen hat, im Gegenteil die Neigung zu Selbstmord auslöste oder verstärkte. In einem internen Dokument hieß es: „Es wäre wirtschaftlich inakzeptabel, einen Vermerk über die Unwirksamkeit aufzunehmen, denn das würde das Profil von Paroxetin unterminieren.“ Mit „Profil“ hat man sicher „Profit“ gemeint. Allein in Großbritannien wurde ein Jahr nach diesem internen Memo Paroxetin 32.000 mal an Kinder verschrieben. Auch in insgesamt neun weiteren Studien in den Folgejahren konnte keine Wirksamkeit des Medikaments festgestellt werden. Doch die Gewinninteressen des Konzerns waren wichtiger als die Gesundheit der Patienten
(S. 81-82).
„Das gilt für alle gewinnmaximierenden Pharmakonzerne. Sie versuchen systematisch diejenigen Medikamente durch massive Marketingmaßnahmen in den Markt zu drücken, die für die Konzerngewinne die besten sind, ohne Rücksicht darauf, ob sie auch für die Patienten die besten sind.
Der unabhängige britische Arzt Ben Goldacre fasst die Ergebnisse seiner jahrelangen Untersuchungen folgendermaßen zusammen: ´Ein Viertel der Pharmaausgaben fließt ins Marketing, zweimal so viel wie in Forschung und Entwicklung, und das Geld dafür liefern wir über unsere Medikamente. Wir bezahlen für Arzneimittel den enormen Aufschlag von 25 %, damit viele Milliarden Euro jährlich für die Herstellung von Materialien ausgegeben werden können, die Ärzte gezielt verwirren und die evidenzbasierte Medizin untergraben.´ (…)
´Gewinn geht vor Gesundheit´ ist das Grundprinzip gewinnmaximierender Pharmakonzerne. Dafür gibt es zahllose Beispiele´.“
(S. 91-92)
Für einen profitorientierten Pharmakonzern gibt es keine größere Schreckensvorstellung als lauter gesunde Menschen. Daher wird immer wieder versucht, neue Krankheiten zu erfinden (erhöhte Cholesterinwerte als Volkskrankheit, ADHS etc.), denn desto mehr Medikamente dagegen kann man verkaufen. Am besten für die Gewinne sind chronische Krankheiten, für die dauerhaft Medikamente verkauft werden können. Daher hat man kein Interesse an Medikamenten, die eine chronische Krankheit etwa heilen, das wäre katastrophal für den Gewinn. Daher werden Preise für extrem effiziente Medikamente in astronomische Höhen getrieben, „Beispielsweise kostet eine Spritze gegen Netzhautablösung 850.000 Dollar.“
Ein dänischer intimer Kenner der Pharmaindustrie-Praktiken sagte: „Der einzige Standard der Branche ist das Geld, und der Wert eines Menschen hängt davon ab, wie viel Geld er einbringt.“
Das bedeutet die völlige Zerstörung aller Moral. Und das genau ist das tiefere Ziel von Mephisto.
Ein besonders lukrativer Teil der Pharmaindustrie ist der Impfstoff. „In Deutschland haben sich die Impfungen im ersten Lebensjahr von 1970 bis heute versechsunddreißigfacht. 1970 gab es für Säuglinge und Kleinkinder in der Regel eine Impfung, heute werden sie innerhalb des ersten Lebensjahres 36 mal geimpft. (…) Wieviel und wann in Deutschland geimpft wird, entscheidet die Ständige Impfkommission am RKI in Berlin, die Stiko. Die ´Stiko´ ist mehrheitlich mit Vertretern besetzt, die finanzielle und geistige Verflechtungen mit den Impfstoffherstellern haben.“
(S. 96)
Es ist deutlich, dass in den derzeitigen skandalösen Corona-Vorgängen wieder Interessen der Impfstoffhersteller eine große Rolle spielen, mit denen offensichtlich auch die Politik verflochten ist, wenn man sich allein vor Augen führt, was Bundeskanzlerin Merkel am 9.4.2020 offen äußerte: „Auch wenn die Zahlen mal einen Tag besser werden, sie (die Pandemie) wird nicht verschwinden, bis wir wirklich einen Impfstoff haben, mit dem wir die Bevölkerung immunisieren können.“ – Die Pandemie ist also nicht vorbei, wenn sie tatsächlich vorbei ist, sondern die Regierung bestimmt, wann sie vorbei ist: wenn die ganze Bevölkerung geimpft ist (und die Pharmaindustrie ihre entsprechenden Gewinne gemacht hat).
Die Lügen der Werbung
Für die alles Denken und Handeln beherrschende Sucht der ständigen Steigerung des Profits ist letztlich jedes Mittel recht, auch Lüge, Täuschung und Betrug. Die Tabakindustrie z.B. beschönigte über Jahrzehnte systematisch das Rauchen und bestach scheinbar unabhängige Wissenschaftler an Hochschulen, um „wissenschaftliche“ Studien vorzulegen, die den Menschen suggerierten, dass Rauchen bzw. Passivrauchen nur wenig schädlich sei. „Dadurch konnten Schutz-Gesetze wie Tabakwerbeverbote, Rauchverbote in Gaststätten, Tabaksteuern usw. jahrzehntelang erfolgreich verhindert werden. Das systematische Lügen hat der Zigarettenindustrie auf diese Weise bis 2006 Zusatzgewinne von über 700 Milliarden US-Dollar verschafft. Die Tabakindustrie wurde daher von einer US-Richterin 2006 offiziell als ´kriminelle Vereinigung´ bezeichnet.“
(S. 102 f.)
Die Konzerne versuchen seit Jahren zunehmend, die Autorität der Wissenschaftler in den Hochschulen für ihre Interessen zu nutzen, indem sie deren Forschungen finanziell unterstützen, um Einfluss auf für sie günstige Ergebnisse zu nehmen. Dies ist umso wirksamer, je knapper der Haushalt der Hochschulen vom Staat bemessen ist. „Prominente Beispiele sind außer der Tabakindustrie die Automobilkonzerne, Facebook, Glyphosat, Stromkonzerne, Arbeitgeberverbände, Gen-Food, Lebensmittelkonzerne, Pharmakonzerne, die Finanzindustrie usw. Sie alle fördern industriefreundliche Lehrstühle. Durch subtile Anreizsysteme und Auswahl industriefreundlicher Professoren wird versucht, auf unehrliche Weise mit Milliardenbeträgen die Universitäten vor den Karren der Gewinnmaximierung zu spannen. Einseitige Studienergebnisse werden als unabhängige Wissenschaft präsentiert, um höhere Gewinne machen zu können.“ (S. 104)
Das hat natürlich nichts mit Wissenschaft, sondern mit geistiger Prostitution zu tun.
Schließlich ist die Werbung das beste Beispiel dafür, wie das Prinzip der Profitmaximierung Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit bis ins Mark korrumpiert. 1984 schrieb der damals führende Werbeprofi David Ogilvy: „All diejenigen von uns, die regelmäßig die Meinungsumfragen lesen, sind sich bewusst, dass die breite Öffentlichkeit uns Werbeleute für Gauner hält.“ In kaum einer anderen Branche herrscht so viel systematische Irreführung, Manipulation, suggestive Verführung zum Kauf, Einseitigkeit und Lüge. Der sehr erfolgreiche und seinerzeit führende Werbeprofi Samm Baker brachte die Methoden bereits 1969 auf den Punkt: „Um die Umsätze hochzufahren, ist so ziemlich alles erlaubt – Falschdarstellung, Täuschung, Lügen -, außer es ist strafbar. Normalerweise geht man so vor, die Kampagne, die die besten Verkäufe bringt, zu fahren, ohne nachweisbaren Betrug zu verüben. Diese Einstellung führt unweigerlich zur erlaubten Lüge.“ (S. 106 f.)
Wir leben durch die uns permanent umgebende und auf uns eindringende Werbung von Kindesbeinen an ständig in einer Atmosphäre der Unaufrichtigkeit, Unehrlichkeit und Unwahrhaftigkeit. Das selbstverständliche Gefühl für Ehrlichkeit und Anstand wird so systematisch untergraben.
Fazit: Aus der Sicht Mephistos ist das Prinzip der Gewinnmaximierung kaum zu überbieten. Wenn er sich fragt: Wie kann ich erreichen, dass
– systematisch schlechte, unnötige oder kurzlebige Produkte zu überhöhten Preisen angeboten werden;
– die arbeitenden Menschen im Unternehmen in Abhängigkeit gebracht und wie Produktionsfaktoren ausgebeutet werden;
– maximale Leistungen bei minimalen Löhnen gefordert, Ängste vor Kündigung erzeugt werden;
– die herrschsüchtigsten und rücksichtslosesten Menschen in die Führungsetage gelangen;
– Unternehmen gegeneinander in einen zerstörerischen Konkurrenzkampf gehetzt werden;
– Unternehmen die Natur möglichst rücksichtslos ausbeuten und zerstören;
– Unternehmen systematisch Produkte in die Welt setzen, die schlecht für die Gesundheit sind;
– Unternehmen ihre PR so unaufrichtig wie möglich ist und es auf die Wahrheit nicht ankommt?

dann ist die Antwort: Alles dies erreiche ich, wenn ich dafür sorge, dass in den Gesinnungen der Menschen das Prinzip der Gewinnmaximierung fest verankert wird, das aus dem sozial zerstörerischen Element des Egoismus aufsteigt.
Rudolf Steiner bezeichnete es geradezu eine Gesetzmäßigkeit, dass der Egoismus negative Folgen im gesellschaftlichen Zusammenleben haben muss:
„Not, Elend und Leid sind nichts anderes als eine Folge des Egoismus. Dies ist wie ein Naturgesetz aufzufassen. Aber dieser Satz ist nicht so aufzufassen, dass es etwa bei einem einzelnen Menschen eintreten müsse. Es kann an ganz anderen Orten zur Erscheinung kommen. Auch hier kommt es darauf an, nicht kurz zu denken, sondern weit im Umkreis um einen solchen Satz herumzugehen.“

Quelle: "ZERSTÖRUNG_GESELLSCHAFT"
Türkei: Die Rückkehr der Dämonen (von Amir Taheri)

° Als Imperium-Erbauer erster Güte waren die Osmanen stets darauf bedacht, nicht mehr zu beißen, als sie kauen konnten. Erdogan führt die Türkei jedoch in ein Reichsbildungsabenteuer, das sie nicht will und sich nicht leisten kann.
° Sie hat... einen Krieg der Worte mit der Europäischen Union als Ganzes begonnen. Angeblich geht es der Türkei bei dem Streit um alte maritime Demarkationslinien, die ihr das Recht verweigern, Öl- und Gasvorkommen unter Wasser anzuzapfen. Was Erdogan nicht erkennt, ist, dass der potenzielle Markt für diese Ressourcen genau die Europäische Union ist, die er jetzt zum Feind macht. Auf jeden Fall können die umstrittenen Ressourcen nicht ohne massive Investitionen aus dem Westen erschlossen werden, ganz zu schweigen von der notwendigen Technologie.
° Indem Erdogan für einen strategischen Bruch mit Europa wirbt, führt er die Türkei ins Ungewisse, mit Dämonen als Einflüsterern.

"Unsere Vergangenheit lag in Asien, aber unsere Zukunft liegt in Europa!" So schilderte Mesut Yilmaz seine Vision für die Türkei in einer Podiumsdiskussion in Davos in den 1990er Jahren.
Damals war Yilmaz, der letzte Woche im Alter von 73 Jahren starb, einer der aufstrebenden Stars der türkischen Politik und einer Generation, die dazu bestimmt schien, eine Revolution zu vollenden, die in den 1880er Jahren im Osmanischen Reich begonnen hatte. Diese Revolution zielte darauf ab, das sterbende Reich in einen modernen Staat westlichen Stils umzuwandeln, der in der Lage war, mehr als ein Jahrhundert des Niedergangs umzukehren, das dem Kalifat den Beinamen "Kranker Mann am Bosporus" eingebracht hatte.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war jedoch klar geworden, dass der Aufbau eines modernen, auf westfälischen Prinzipien basierenden Staates nach europäischem Vorbild die Existenz einer Nation auch im europäischen Sinne voraussetzte; eine unmögliche Aufgabe, solange der osmanische Staat ein multinationales Imperium blieb, dessen Legitimität auf einer Religion beruhte, die per definitionem das Konzept eines Nationalstaates ausschließt.
Der Erste Weltkrieg und der Zerfall des Osmanischen Reiches boten den Raum, in dem die militärische und intellektuelle Elite unter der Führung von Mustafa Kemal Pascha (Atatürk) eine Nation erfinden konnte, die zu dem modernen Staat westlichen Stils passte, den sie zu schmieden wünschte. Mit Hilfe französischer Sprachwissenschaftler nahm die neue Türkei ein neues, auf dem lateinischen basierendes Alphabet an, bereinigte ihre Sprache von möglichst vielen persischen und arabischen Wörtern und übernahm im Namen des Säkularismus die Kontrolle über religiöse Institutionen.
In den 1980er Jahren hatte die Türkei alle Vorzüge eines Nationalstaates westlichen Stils. Sie war auch ein geschätzter Verbündeter in der Nordatlantikpakt-Organisation und ein Kandidat für die Vollmitgliedschaft in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (später Europäische Union). Als Minister und dann dreimaliger Premierminister spielte Yilmaz eine entscheidende Rolle in den Verhandlungen mit den Europäern, oft mit einer Mischung aus Naivität und Pessimismus.


Yilmaz und seine Generation von türkischen Politikern ignorierten zwei Tatsachen.
Erstens hatte die post-Kalifat-Türkei zwar die Errungenschaften eines Nationalstaates westlicher Prägung erworben, war jedoch mit einem vormodernen, weitgehend ländlichen Wirtschaftssystem belastet, das auf staatlicher Kontrolle und Pachtmissbrauch basierte. Dank weitreichender Reformen, die von Turgot Ozal eingeleitet und von Recep Tayyip Erdogan, wenn auch unregelmäßig, fortgeführt wurden, gelang es der Türkei, ihre Wirtschaft auf den Weg der Modernisierung zu bringen, häufig durch die Übernahme von Kriterien, die von der Europäischen Union festgelegt wurden.
Die zweite Tatsache, die Yilmaz und seine Generation ignorierten, war ihr Versagen bei der Entwicklung einer modernen politischen Kultur, ohne die eine moderne Staatsstruktur und Wirtschaft im Dienste vormoderner und undemokratischer Narrative und Projekte benutzt und missbraucht werden konnte. Dies ist unter Erdogan in der letzten Phase seiner Saga geschehen. In dieser Phase hat Erdogan die Türkei von einem EU-Beitrittskandidaten und Anwärter auf einen vorderen Platz in der westlichen Welt verwandelt in einen Herausforderer, um nicht zu sagen Störenfried, mit einem zunehmend virulenten anti-westlichen Diskurs.
Diese Kursänderung hat zur Rückkehr einiger alter Dämonen geführt.
Der erste dieser Dämonen ist ein Autoritarismus der Art, wie er von Sultan Salim, dem umstrittensten osmanischen Kalifen, praktiziert wurde. Zunehmend versucht Erdogan, die Türkei auf Geheiß zu regieren, wobei er oft auch nur ein Minimum an formaler Achtung vor seinem Kabinett, dem Parlament oder sogar seiner eigenen politischen Partei vermissen lässt. Manchmal sind die Minister überrascht, wenn sie über die Medien und nicht über die offiziellen Entscheidungswege von neuen Entscheidungen erfahren. In einigen Schlüsselbereichen, vor allem in der Außenpolitik, hat Erdogan ein Muster persönlicher Politik etabliert, das eher einem Despotismus im Stile der Dritten Welt ähnelt als moderner demokratischer Politik.
Der zweite Dämon, der die türkische Politik wieder heimsucht, ist das Streben nach Legitimität auf der Grundlage religiöser Anmaßungen. So verkleidet sich Erdogan nun als "ghazi" (heiliger Krieger) und bezeichnet jeden, der es wagt, seine Politik herauszufordern, als "Feind des einzig wahren Glaubens".
Einige Kommentatoren, darunter auch dieser (mea culpa, maxima culpa), haben Erdogans Projekt als neo-osmanisch bezeichnet. Inzwischen ist jedoch klar, dass es sich bei dem, was er anbietet, um einen falschen Osmanismus und nicht um den alten Osmanen in neuen Schläuchen handelt. Das Osmanische Reich war ein multinationaler, multireligiöser Raum, der selbst in kulturellen, persönlichen und rechtlichen Bereichen oft ein gutes Maß an Vielfalt akzeptierte, wenn nicht sogar ermutigte, während Erdogan unter seiner Herrschaft die Fata Morgana der Konformität verfolgt.
Der dritte Dämon ist der des Imperium-Baus.
Als Imperium-Erbauer erster Güte waren die Osmanen stets darauf bedacht, nicht mehr zu beißen, als sie kauen konnten. Erdogan führt die Türkei jedoch in ein Reichsbildungsabenteuer, das sie nicht will und sich nicht leisten kann. Die Türkei ist jetzt tief in Zypern, Libyen, dem Balkan und seit kurzem auch in Transkaukasien verwickelt, wo sie einen direkten Konflikt mit Russland und dem Iran riskiert. Sie hat eine potenziell gefährliche Pattsituation mit Griechenland und Frankreich in der Ägäis provoziert und einen Krieg der Worte mit der Europäischen Union als Ganzes begonnen. Angeblich geht es bei dem Streit um die alten maritimen Demarkationslinien, die der Türkei das Recht verweigern, Öl- und Gasvorkommen unter Wasser anzuzapfen. Was Erdogan nicht erkennt, ist, dass der potenzielle Markt für diese Ressourcen genau die Europäische Union ist, die er jetzt zum Feind macht. Auf jeden Fall können die umstrittenen Ressourcen nicht ohne massive Investitionen aus dem Westen erschlossen werden, ganz zu schweigen von der notwendigen Technologie.
In Subsahara-Afrika versucht die Türkei mit einer Mischung aus Bestechung und religiöser Propaganda einen Fuß auf den Boden zu kriegen.
Erdogans Projekt zum Aufbau eines Imperiums hat ihn auch zu einer tieferen Auseinandersetzung mit den Überresten der Muslimbruderschaft geführt, und durch sie mit dschihadistischen Nattern, die eines Tages beschließen könnten, die Türkei selbst zu beissen. Erdogan kopiert die Khomeinisten, die ihre ausländischen Legionen im Irak, in Syrien, im Libanon und im Jemen gebildet haben, und rekrutiert Söldner unter den Türken im Irak und den lokalen Dschihadisten in der syrischen Provinz Idlib.

Schließlich ist auch der Dämon der Korruption mit einem grossen Einstieg in die türkische Politik und Wirtschaft zurückgekehrt. Sicherlich gab es Korruption sowohl im Osmanischen Reich als auch in der kemalistischen Republik, die sie in Kleinasien ablöste. Aber in beiden Fällen wurden im Namen der religiösen Redlichkeit oder des nationalen Interesses gewisse Grenzen eingehalten. Jetzt jedoch überschreitet die Korruption alle Grenzen, sie überschreitet die alte Grenze, die in einer Studie der Vereinten Nationen in den 1970er Jahren festgelegt wurde, wonach sie zu einem Lebensstil und nicht mehr nur zu einer bloßen Verirrung wird.
Yilmaz und viele türkische Politiker seiner Generation erwiesen sich als falsche Prediger eines Evangeliums der Verwestlichung. Indirekt unterstützt von eurozentrischen Politikern wie Jacques Chirac, der "den Türken" immer noch als Bedrohung für das Christentum ansah, verpassten sie die Chance einer endgültigen Versöhnung mit einem Kontinent, zu dem die Türkei seit Jahrtausenden gehört.
Indem Erdogan für einen strategischen Bruch mit Europa wirbt, führt er die Türkei ins Ungewisse, mit Dämonen als Einflüsterern.

Quelle: "ERDOGAN_STRATEGIE"

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  • Erstellt von meineHeimat In der Kategorie Allgemein am 12.11.2020 19:49:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 12.11.2020 19:49
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