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"TOTALITARISMUS"

"TOTALITARISMUS"

23.11.2020 18:09

Das Jahr 2020 hat es in sich, nicht nur, weil die Corona-Krise die Welt im Griff hat. Über der Pandemie tritt fast in den Hintergrund, dass es auch ein Gedenkjahr ist. Vor 250 Jahren wurden Ludwig van Beethoven und Georg Wilhelm Friedrich Hegel geboren. Am 3. Oktober jährte sich auch die Herstellung der politischen Einheit Deutschlands zum 30. Mal.
Darüber könnte fast in Vergessenheit geraten, dass 2020 auch ein Jahr des zweifachen Gedenkens an den Dirigenten Herbert Kegel ist: Vor hundert Jahren, am 29. Juli 1920, wurde er in Dresden geboren, vor dreißig Jahren, am 20. November 1990 beging er dort Suizid, knapp sechs Wochen nach dem Vollzug der deutschen Einheit.
Neben Kurt Masur war Herbert Kegel einer der namhaftesten Dirigenten der DDR. Er galt als strenger Chor- und Orchestererzieher und akribischer Arbeiter, der sich bei der Einstudierung eines Werks bis zur Erschöpfung verausgabte. Seine Leistungen schufen ihm auch internationale Anerkennung und Bewunderung. Besonders in Japan wird er bis heute verehrt, in Westdeutschland blieb er lange eher unbekannt. Er bezeichnete sich selbst als Romantiker, und doch galt ein Groß-, wenn nicht der Hauptteil seines Schaffens der zeitgenössischen Moderne, für die er sich vielen Uraufführungen leidenschaftlich einsetzte. Der Katalog seiner auf CD zugänglichen Einspielungen wächst bis heute ständig an. (von Thomas Bargatzky)
"Studie könnte Strategiewechsel auslösen
Die Wuhan-Studie trifft auf eine international wachsende Debatte über die Wirksamkeit der Covid-19-Maßnahmen, die das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben massiv einschränken. Sie könnte zu einem Strategiewechsel beitragen. Bisher wurden Stadt- und sogar landesweite Abriegelungen und das Tragen von Masken in allen Lebenslagen unter anderem mit dem Argument begründet, dass selbst asymptomatische Personen die Krankheit verbreiten und so dazu beitragen könnten, die Gesundheitsdienste zu überlasten." (Unzensuriert online)
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Ein Suizid kontrastiert das Selbstlob der Regierenden


Am 20.11.1990 schied Herbert Kegel, einer der größten Dirigenten der DDR, durch Suizid aus dem Leben. Eine eng mit der politischen Lage verwobene Tragödie.
Die Gestaltung von Kegels Konzertprogrammen war oft revolutionär und forderte seinem Publikum einiges ab – oft auch seinen Musikern und Sängern. So führte er beispielsweise Beethovens 9. Sinfonie nicht am Silvesterabend auf, weil er sich nicht damit abfinden wollte, dass das Publikum nach dem Gesang „Freude schöner Götterfunken“ nur hochgestimmt nach Hause zurückkehrt, sondern setzte das Werk auf den Vorabend des 1. Mai an, dem „Kampf- und Feiertag der Werktätigen“, wie er in der DDR bezeichnet wurde.
Vor der Beethoven-Sinfonie ließ er gerne ein herausforderndes Werk der zeitgenössischen Musik mit politischem Bezug spielen, so z.B. Paul Dessaus „Vietnam-Gesänge“ oder Arnold Schönbergs „Ein Überlebender von Warschau“. Dabei schloss Kegel die „Neunte“ jeweils direkt, ohne Pause, an das zeitgenössische Werk an. „Noch immer sind Beethovens Visionen Aufgabe, schaut Euch die Welt an“, mahnte er.
Herbert Kegel leitete ab 1949 den Leipziger Rundfunkchor und ab 1953 das „Große Rundfunkorchester“ (die spätere Radio Philharmonie). Von 1960 bis 1978 war er Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Leipzig, des ältesten deutschen Rundfunkorchesters. Unter diesem Namen, den es bis 1991 führte, präsentierte sich das 1946 neugegründete Funkorchester allerdings erst ab der Spielzeit 1954/55. Von 1977 bis 1985 war Kegel Chefdirigent der Dresdner Philharmonie; für viele Aufnahmen mit diesem Orchester zog er auch „seinen“ Rundfunkchor Leipzig heran. Die Chef-Position in Dresden ermöglichte ihm auch, eher als die Position in Leipzig, Tourneen ins westliche Ausland.
Wendezeit und Globalisierung

Die persönliche Tragödie Herbert Kegels ist untrennbar mit der politischen Gesamtlage verwoben, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Mauerfall herrschte und mit der Art und Weise, in der die „Wende“ im Zeichen der Globalisierung vollzogen wurde. Der Zusammenbruch der planwirtschaftlichen Systeme und das Ende des Kalten Kriegs lösten eine auftrumpfende Hochstimmung im Westen aus. Die wirtschaftliche Globalisierung stand auf der Agenda: US-Präsident George H.W. Bush proklamierte eine „Neue Weltordnung“, Francis Fukuyama, der Hof-Philosoph der amerikanischen Neokonservativen, verkündete den Sieg des American way of life und folglich das „Ende der Geschichte“.
Die „Charta“ dieser neuen Ordnung wurde im „Washington Consensus“ niedergelegt, dem 1989 formulierten, von neoliberalen Prinzipien durchdrungenen Programm zur Förderung von wirtschaftlicher Stabilität und Wachstum durch „Freihandel" im Zeichen eines weitgehenden Rückzugs des Staates aus seinen wirtschaftlichen Regulierungsfunktionen. Der Washington Consensus wird von in Washington ansässigen mächtigen Institutionen wie dem US-Finanzministerium, der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) unterstützt.
Mit diesem dogmatischen Wirtschaftsprogramm sind jene immer wieder in die Kritik geratenen Maßnahmen zur „Strukturanpassung“ verbunden, die die in die Verschuldung geratenen Staaten immer weiter in die Krise führen, statt ihnen zu helfen: die Gewährung von Krediten und im Gegenzug die Kürzung der Staatsausgaben, der Abbau von Handelsbeschränkungen, die Deregulierung von Märkten und Preisen bis hin zur Abschaffung von Preissubventionen für Benzin, Nahrungsmittel und andere Grundbedarfsartikel, die Privatisierung öffentlicher Einrichtungen und der Infrastruktur, die Entmachtung der Gewerkschaften, Lohnkürzungen, Massenentlassungen (auf Globalisierungsdeutsch: „Freisetzungen“

Der Hartz IV-Umbau des Arbeitslosengeldes in Deutschland ist ein Ausfluss dieses neoliberalen Denkens, das von vielen als System der Bestrafung und Disziplinierung der Arbeitslosen angesehen wird, die zuvor „freigesetzt“ wurden. Anders als beispielsweise in Polen und Russland unter Präsident Boris Jelzin konnte Westeuropa jedoch nicht einfach im Sinne des Washington Consensus umgeformt werden, zu sehr waren hier noch die Strukturen des Wohlfahrtsstaates verankert, zu stabil noch immer die Wirtschaft trotz vieler Probleme, zu stark war noch die Zustimmung der Völker zu diesen Strukturen.
Dennoch ergriff neoliberales Denken und der damit einhergehende Jargon immer weitere gesellschaftliche Bereiche, etwa den Bildungssektor und die Kulturförderung. An manchen Universitäten der alten Bundesrepublik berauschte man sich im Zeichen des sogenannten „Bologna-Prozesses“, der Abwicklung von Instituten und der wirtschaftsgerechten Zuschneidung universitärer Studiengänge, an der „culture of competitiveness“. Es zählte nicht mehr, welche Werke ein Wissenschaftler geschrieben hatte, sondern die Zuteilung universitärer Mittel wurde von der Höhe der eingeworbenen Drittmittel abhängig gemacht. „Wissenschaftliche Exzellenz“ war die mit monetärer Bedeutung aufgeladene Devise jener Tage.
Kultur in der Wendezeit
In der politischen Wendezeit 1989/90 stellte sich die Existenzfrage für viele mitteldeutsche Kultureinrichtungen. Theater und Opernhäuser wurden zusammengelegt – auch in den alten Bundesländern – wobei sich der Einsparungseffekt allerdings oft kaum einstellte. Obwohl es in Mitteldeutschland nach wie vor eine hohe Orchesterdichte wie sonst in keinem Teil Deutschlands gibt, mussten die Orchester etwa ein Drittel der Planstellen nach der Wende abbauen. Angesichts der bevorstehenden Neugründung des Mitteldeutschen Rundfunks war zeitweilig auch das Überleben der Rundfunkorchester nicht gesichert. Effektivität durch Einsparungen waren auch hier angesagt.
Dabei wurde völlig vergessen, dass es ja der Wettbewerb der großen und kleinen Landesherren und Städte in der Ära der „deutschen Kleinstaaterei“ war, dem Deutschland sein einmaliges und bewundertes „Alleinstellungsmerkmal“ als Land mit der weltweit größten Dichte an Orchestern, Theatern und Opernhäusern verdankt. Wettbewerb war damals gerade nicht verdrängend und zerstörerisch, sondern führte zum Reichtum an vielfältiger Kultur! Statt mit diesem Pfund zu wuchern, wurde die Kultur in der nach-wendezeitlichen neuen Weltanschauung erst einmal als Kostenfaktor angesehen.
„Das Rundfunk-Sinfonieorchester verstummt für immer“, lautete eine Zeitungsmeldung vom Juni 1990. Noch kurz vor seinem 70. Geburtstag schrieb Herbert Kegel in einem Brief vom 23. Juli an den Präsidenten des Internationalen Musikrats, Georg Katzer: „Anläßlich meines bevorstehenden 70. Geburtstages schicken Sie mir eine Todesanzeige (meines) Leipziger Rundfunkchores – meines Lebenswerkes – und des Rundfunk-Sinfonieorchesters zu. Theoretisch könnten Sie gleich eine Grabstelle für mich … reservieren“

Kegel hatte mit Depressionen zu kämpfen, seine dritte Ehe war gescheitert. Er fürchtete, nicht mehr arbeiten zu können. Aber mit 70 Jahren ist ein Dirigent noch gleichsam im besten Schaffensalter, und in Japan hätte man ihn immer wieder aufs herzlichste willkommen geheißen. Am 18. November 1990 unterzeichnete er zwar noch einen Vertrag für zwei Konzerte mit den Moskauer und Leningrader Philharmonikern, aber zwei Tage später nahm er sich das Leben.
Ein gutes Orchester kann man nicht beliebig auseinandernehmen und wieder anders zusammensetzen, ohne dass die Qualität leidet. Immer wieder berichten Dirigenten, dass bestimmte Sinfonieorchester, zu denen sie nach mehrjähriger Pause zum gemeinsamen Konzertieren zurückkehrten, noch den gleichen unverwechselbaren Klang besaßen, obwohl in der Zwischenzeit viele Mitglieder in den Ruhestand verabschiedet wurden und neue, junge Musiker ihren Platz übernommen hatten.
„Corporations never die“, schrieb der Rechtshistoriker Henry Maine im fünften Kapitel seines 1861 erschienen Werkes „Ancient Law“. Er dachte dabei nicht nur an Firmen, sondern vor allem auch an die Familienformen in ihrer überindividuellen Verfassung. Sicher, konkrete Firmen können mit anderen verschmolzen oder schlicht liquidiert werden, Familien sterben aus.
Es ging Maine um die Idee, die legale Fiktion hinter der auf Dauer gestellten Institution. Auch Sinfonieorchester sind solche überindividuellen Quasi-Organismen, sofern sie eine Geschichte, eine Tradition besitzen und nicht nur ad hoc für eine bestimmte Aufführung, eine Plattenaufnahme zusammengewürfelt wurden. Die älteren Mitglieder nehmen die neuen unter ihre Fittiche, üben sie in den spezifischen Klang ein – wenn die „Chemie stimmt“.
Ob Herbert Kegel auch dann Suizid begangen hätte, wenn er in die Zukunft hätte sehen können, werden wir natürlich niemals erfahren. Es ging ja weiter in Leipzig, mit dem MDR-Sinfonieorchester und dem MDR-Rundfunkchor. Aber dass die Existenz großer Kultureinrichtungen vom Range des Rundfunkchors und des RSO Leipzig überhaupt in Frage gestellt wurde, ist kein Ruhmesblatt für ein so reiches Land wie Deutschland.
Der Suizid als Kontrapunkt zur Politik
Was die wirtschaftliche Wertschöpfung anlangt, so dürfte die Kultur mit ihren subventionierten Orchestern, Theatern und Opernhäusern eher wenig ins Gewicht fallen, umso mehr aber ihr ideeller Wert, gerade in Krisenzeiten. Das gilt auch für Gegenwart, den drohenden Verlust vieler Kultureinrichtungen und die Zerstörung von Künstlerexistenzen als Folge der Corona-Krise, in der manche Politiker „Extrawürste“ für die Kulturszene ablehnen. Oft sind es die gleichen Politiker, die sich bei anderer Gelegenheit gerne für Pressefotos mit Künstlern ablichten lassen.
Es gibt nicht mehr vieles, wodurch unsere säkularen Gesellschaften heute noch zusammengehalten werden. Die Einstimmung auf die gemeinsame Kultur wäre ein Weg, Trennendes zu überwinden und den Sinn für das Gemeinsame zu stärken. Kein geringerer als Antonio Gramsci hatte ja einst im Anschluss an den italienischen Literaturkritiker und Politiker des Risorgimento, Francesco de Sanctis, die Kultur eines Landes eine „laizistische Religion“ genannt. Dies verlange „eine neue Einstellung gegenüber den Volksklassen, einen neuen Begriff davon, was ‚national‘ sei … umfassender, weniger exklusiv, weniger ‚polizeimäßig‘ sozusagen“.
Nach der Wiedervereinigung bot sich die Chance, mit solch einer „neuen Einstellung“, auch durch die Pflege der Kultureinrichtungen, einen Staat zu schaffen, in dem den Erfahrungen der DDR-Bürger mit dem Respekt begegnet würde, der gleichberechtigten Landsleuten zukommt, die sich ja nicht aussuchen konnten, in welchem Teil Deutschlands sie geboren wurden. Stattdessen wandte man sich ihnen mit paternalistischer Geste zu, lautet Jens Biskys bitteres Fazit: „Man schüttelt den Kopf über die aus der Art geschlagenen Kinder, sieht sie als hilfsbedürftige Opfer mitleidig an. Äußern sie Unzufriedenheit oder Wut, springt eine Schar von Fachleuten herbei: Ein Schmeichler, der ihre Leistungen lobt, ein Völkerkundler, der ihre Eigenarten erklärt, ein Sozialingenieur, der Patentrezepte präsentiert, ein Löwenbändiger, der das ‚böse Tier‘ Ost zu besänftigen sucht … Nähme man den Ostdeutschen als Bürger ernst, müsste gemeinsam über einen Neuanfang gestritten werden“. Hat sich bis in die Gegenwart daran etwas geändert?
Herbert Kegel sah keinen Neuanfang für sich im geeinten Deutschland. Auch deshalb sind sein Leben, sein Wirken und sein tragischer Tod eine Mahnung, ein Kontrapunkt zu all dem Selbstlob der Regierenden aus Anlass der 30. Wiederkehr des Jahrestags der Wiedervereinigung. Es gilt, über die Art und Weise nachzudenken, in der die staatliche Einheit hergestellt wurde. Herbert Kegel hat einen Anspruch darauf, dass 2020 auch seiner gedacht wird, und dies nicht nur, weil er ein großer Künstler war.

Quelle: "GLOBALISIERUNG_AUSWIRKUNG"
Großbritannien: mit grossen Schritten auf dem Weg zum Totalitarismus (von Andrew Ash)

° Es ist fast schon eine alltägliche Erscheinung geworden, dass Eltern von ihren neu politisierten Kindern angeprangert werden, weil sie in den sozialen Medien "falsche", "unwoke" Ansichten geäußert haben, oder dass Menschen wegen etwas entlassen werden, was sie vielleicht vor Jahren gesagt oder nicht gesagt haben.
° Dieses Anspruchsdenken hat sich zu einem Kennzeichen einer Gruppe entwickelt, deren jüngere Demographie anscheinend kein Verständnis für die Schrecken eines Krieges – oder sogar für viele authentische Nöte – in ihrem eigenen relativ bequemen Leben hat.
° Dieser Mangel an Respekt und Verständnis für die Geschichte, zusammen mit dem anscheinenden Bedürfnis, Missstände aus der Vergangenheit zu erfinden, zu importieren oder wiederzubeleben, veranlassen diese Demonstranten dazu, dafür einzutreten, dass Menschen, die an der Verursachung eines Missstandes nicht beteiligt waren, mit dem, was sie für die angemessene Rache für einen Missstand halten, bestraft werden.
° Toleranz ist nur von anderen zu erwarten... Die Freiheit des einen ist, wie es scheint, zum Anlass für Ressentiments eines anderen geworden.
° Die Ablehnung des britischen Erbes durch die Demonstranten, ein Versuch, die Geschichte "auszulöschen", scheint eine Bedrohung für die Nation zu sein. Wir haben angeblich nichts, worauf wir stolz sein können. Unsere Errungenschaften waren vermutlich kaum mehr als die Beute eines bösen, bigotten patriarchalischen Systems. Diese Unzufriedenheit und indem sie den marxistischen Architekten dieses Narrativs Treue schwören, beleidigt nicht nur die Erinnerung an diejenigen, die für die Freiheiten, die wir heute als selbstverständlich ansehen, gekämpft haben und für sie gestorben sind; sie ist auch ein grosser Schritt in Richtung Totalitarismus.

Es gab eine Zeit, in der die Briten für ihren Stoizismus bekannt waren, für ihre Fähigkeit, sich durch Widrigkeiten hindurch zu kämpfen, egal wie die Chancen standen. Der so genannte "Blitzgeist" von vor achtzig Jahren, der die Nation "an einem Strang ziehen und weitermachen" liess, ungeachtet der Bombardierung unserer Städte durch die Nazis, kennzeichnete eine Generation, die zwei Weltkriege erlitten hatte und dennoch nicht gebeugt werden konnte.
Während der Covid-Pandemie war dieser "Blitzgeist" jedoch spürbar abwesend. Da gab es sicherlich wenig von einer Nation, die an einem Strang zieht; stattdessen gab es nur eine Menge Gezänk, Schlammschlachten und Beschimpfungen unter Politikern, Aktivisten und der zunehmend zersplitterten Bevölkerung.
Es war vorhersehbar, dass Covid-19 in den oppositionellen Medien von vielen schnell zu einem spaltenden politischen Thema gemacht wurde. Die Behauptung, dass jeder, der gegen Gesichtsbedeckungen, Impfstoffe oder Tests ist, sich in der extremen Rechten befindet, während diejenigen, die sich an die Sicherheitsregeln halten, auf der linken Seite stehen, ist heute ebenso einfach wie verrückt. Man hätte sich vorstellen können, dass eine tödliche Pandemie als große Einheit wirken und endlich den Streit beenden würde, der die Politik Großbritanniens (und der USA) in den letzten Jahren geprägt hat. Stattdessen sind wir in Identitätspolitik gebadet worden, was eine ohnehin schon turbulente Zeit noch turbulenter macht als je zuvor.
Einige Unzufriedene haben ihr Vitriol auf eine neue Stufe der Böswilligkeit gehoben, in der öffentlichen Hoffnung zum Beispiel, dass sich der britische Premierminister Boris Johnson nicht vom Coronavirus erholen sollte. Kein an einem Strang ziehen. Kein Blitzgeist. Kein Mitgefühl. Nur Bitterkeit, Fehden und immer tiefer werdende Trennung.
Der fruchtbare, wenn auch luftige "Boden" des Cyberspace ist zum perfekten Nährboden für Radikale aller Couleur geworden, um während der Abriegelung ihre Doktrinen der Trennung unter den jungen, politisch reifen Millenials zu verbreiten. Jeden gegen jeden auszuspielen – links gegen rechts, jung gegen alt, schwarz gegen weiß, Frauen gegen Männer, Trans (scheinbar) gegen jeden – scheint das Ziel zu sein. All das scheint erfolgreich einen Keil des brodelnden Ressentiments zwischen die Gemeinschaften zu treiben.
Es ist fast schon eine alltägliche Erscheinung geworden, dass Eltern von ihren neu politisierten Kindern angeprangert werden, weil sie in den sozialen Medien "falsche", "unwoke" Ansichten geäußert haben, oder dass Menschen wegen etwas entlassen werden, was sie vielleicht vor Jahren gesagt oder nicht gesagt haben. Jeder, der es offen wagt, das "Große" in "Großbritannien" zu betonen, bittet einfach darum, als "Rassist" abgestempelt zu werden. Für diejenigen, die naiv genug sind, an die grundlegende Biologie zu glauben – dass die Anatomie von Frauen und Männern unterschiedlich ist – wartet der Gulag. Wenn Sie es wagen, das Undenkbare auszusprechen, dass "All Lives Matter", dann bereiten Sie sich vor, die Stadt zu verlassen.
Viele Agitatoren – unbekümmert um Höflichkeit oder Toleranz – halten an der von frühreifen Zweijährigen entwickelten Vorstellung fest, dass Ihre Wünsche erfüllt werden könnten, wenn Sie nur lange genug schreien. Diese Anspruchshaltung hat sich zu einem Kennzeichen einer Gruppe entwickelt, deren jüngere Demographie die Schrecken eines Krieges – oder gar vieler authentischer Nöte – in ihrem eigenen relativ bequemen Leben nicht zu verstehen scheint. Dieser Mangel an Respekt vor oder Verständnis für die Geschichte, zusammen mit dem anscheinenden Bedürfnis, Missstände aus der Vergangenheit zu erfinden, zu importieren oder neu zu beleben, führt dazu, dass sie sich dafür einsetzen, Menschen, die keinen Anteil an der Verursachung eines Missstandes hatten, das zuzufügen, was ihrer Meinung nach die angemessene Rache für einen Missstand ist. Toleranz ist nur von anderen zu erwarten. Für viele "Progressive" gibt es so etwas wie einen Zweiwege-Verkehr-ä$ nicht. Agitatoren scheinen nun ihre Energie und ihren Fokus darauf zu richten, ihren Lieblingsanliegen, denen ihrer Meinung nach alle anderen nachgeben sollten, Vorrang einzuräumen. Dazu gehören z.B. Männer, die ihr Geschlecht gewechselt haben und nun im Frauensport antreten, Budgetreduktionen der Polizei zu fordern, so dass die am stärksten benachteiligten Gemeinschaften noch weniger in der Lage sein werden, sich selbst zu schützen, die Ausweitung der Zensur im akademischen Bereich und in der Big Tech oder die Zahlung von Milliarden an Steuergeldern an andere Länder für Versprechen, die Nutzung fossiler Brennstoffe irgendwann in ferner Zukunft und ohne Durchsetzungsmöglichkeiten einzustellen. Ach, und übrigens, es gibt keine Debatte. Tun Sie einfach, was Ihnen gesagt wird.
Während die "Remainer"-Störer ihre Opposition gegen Brexit so lange wie möglich vorangetrieben und dabei zwei verschiedene Premierminister gesehen haben, haben sie ihre Macht vielleicht genossen. Erst nach dem erdrutschartigen Sieg der Tories im Dezember 2019 ließen sie endlich ihren Traum vom Kippen des Brexits fallen – aber nicht ohne all diejenigen, die dafür waren, die EU zu verlassen, als bigotte Fremdenhasser zu brandmarken.

Diese Verunglimpfung ist ein besonderer Schlag ins Gesicht des Volkes dieser geduldigen Nation. Jahrzehntelang haben sie ihr Bestes getan, um mit den schleichenden, "fortschrittlichen" Zeiten, in denen wir leben, Schritt zu halten. Die Akzeptanz einer Vielzahl oft umstrittener gesellschaftlicher Veränderungen, wie z.B. die unter dem Banner der "Menschenrechte" eingeläuteten, sich immer weiter ausbreitenden Ansprüche verschiedenster sexueller Lobbys, scheint an den Liberalen verschwendet zu sein, so sehr sind sie darauf bedacht, ihre identitätspolitische Agenda voranzutreiben. Wenn auf diese Weise die stille, respektvolle Akzeptanz der oft umstrittenen "Wendepunkt"-Veränderungen innerhalb der Gesellschaft in der britischen Öffentlichkeit gewürdigt wird, dann ist es kein Wunder, dass ein großer Teil der Öffentlichkeit entschieden hat, dass er genug von dieser neuen Orthodoxie hat.

Obwohl der Ausbruch des Coronavirus mit seinen Bewegungseinschränkungen den Aktivismus für kurze Zeit gedämpft hat, dauerte es nicht lange, bis das extreme, aktivistische Milieu unruhig wurde. Bis zum Tod von George Floyd, einem schwarzen Amerikaner, der anscheinend von einem weißen Polizisten getötet wurde, waren diese Personen damit beschäftigt, Figuren auf der rechten Seite zu beschimpfen, weil sie Covid-19 nicht ernst genug nahmen. Plötzlich spielte das alles keine Rolle mehr. In ganz Großbritannien brach ein Rausch orchestrierter Black Lives Matter-Proteste aus, obwohl der Vorfall keinerlei Ähnlichkeit mit dem Geschehen auf Großbritanniens Straßen hatte und die BLM-Bewegung in Großbritannien bis zu diesem Zeitpunkt ziemlich anonym war.
Viele Medien stellten jedoch sicher, dass die Botschaft laut und deutlich war: Der Protest gegen den wahrgenommenen Rassismus – auch wenn er auf einem anderen Kontinent stattfand – war wichtiger als jede Pandemie.
Nachdem uns monatelang gesagt worden war, dass wir wegen Verstoßes gegen die Covid-Regeln strafrechtlich verfolgt werden würden, mussten wir dann im Fernsehen Tausende von Demonstranten zusehen, die nicht nur die Sicherheitsvorschriften missachteten, sondern auch historische Denkmäler niederrissen – alles aufgrund eines Missstands, der sich weitgehend importiert anfühlte.
Selbst als die Proteste gewalttätig wurden, wurde niemand verhaftet. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Regierung klargestellt, dass jeder Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften mit der vollen Härte des Gesetzes geahndet werden würde – ohne Vorwarnungen, ohne Ausnahmen. Wahrscheinlich war darüber niemand glücklich, aber wir haben uns trotzdem daran gehalten – zum Wohl der Allgemeinheit.
Dann, ganz plötzlich, brach in Städten und Gemeinden in ganz Großbritannien Chaos aus. Inmitten der gewalttätigen Bürgerunruhen wurden in den Nachrichten nicht nur die Lockdown-Vorschriften missachtet, sondern unter dem Banner von Black Lives Matter auch eine Reihe von weit verbreiteten unsozialen Verhaltensweisen toleriert. Als die Statue von Winston Churchill auf dem Parliament Square vandalisiert wurde, stand die Polizei, die offensichtlich als Geisel der politischen Korrektheit gehalten wurde, daneben und sah zu, wie ihre Rolle öffentlich durch offene Missachtung des Gesetzes untergraben wurde.
Die Ablehnung des britischen Erbes durch die Demonstranten, ein Versuch, die Geschichte "auszulöschen", scheint eine Bedrohung für die Nation darzustellen. Wir haben angeblich nichts, worauf wir stolz sein können. Unsere Errungenschaften waren vermutlich kaum mehr als die Beute eines bösen, bigotten patriarchalischen Systems. Diese Unzufriedenheit, und indem sie den marxistischen Architekten dieses Narrativs Treue schwören, beleidigt nicht nur die Erinnerung an diejenigen, die für die Freiheiten, die wir heute als selbstverständlich ansehen, gekämpft haben und für sie gestorben sind; sie ist auch ein zweistufiger Schritt in Richtung Totalitarismus.
Während die Rechte von sexuellen und ethnischen Minderheiten unverrückbar in Stein gemeißelt zu sein scheinen, kann die Freiheit, unsere Familien, die Kneipe oder die Bibliothek zu besuchen, vom Staat jederzeit zurückgezogen werden. Tausende von Demonstranten, die am selben Tag durch die Städte marschieren: kein Problem. Menschenmassen, die an einem Sommertag ans Meer strömen: da riskiert man die Verhaftung. Die Freiheit des einen ist, wie es scheint, zum Anlass für Ressentiments des anderen geworden.
Was wird uns also bleiben, wenn wir versuchen, unser nach-Covid-Leben in einer noch nicht post-woken Welt zurückzufordern? Eine zunehmende Atmosphäre des Misstrauens und des Laufens wie auf Eiern. Die Menschen haben zunehmend Angst davor, ihre Meinung zu sagen. Selbst die Strafverfolgungsbehörden befinden sich in einem Zustand politisch korrekter Lähmung.
Während Großbritannien damit beschäftigt war, den Multikulturalismus zu fördern und Entscheidungen wie das Christentum, die Kernfamilie und ein kulturelles Erbe, das von Menschen, die häufig als weiß und tot abgeschrieben werden, liebevoll zusammengetragen wurde, zurückzustufen, scheinen wir die dadurch verursachten gesellschaftlichen Spaltungen nicht bemerkt zu haben. Berichten zufolge sind zum Beispiel etwa 19.000 unserer Kinder von Loverboys hörig gemacht und dann gruppenvergewaltigt worden. Die Coronavirus-Pandemie hat uns nicht zusammengeführt, sondern die Spaltungen deutlich gemacht, die Großbritannien in etwas Rückschrittliches, Unentwickeltes und Unkenntliches verwandeln. Bedauerlicherweise ist Großbritannien derzeit alles andere als geeint.

Quelle: "GROSSBRITANNIEN_TOTALITARISMUS"

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  • Erstellt von meineHeimat In der Kategorie Allgemein am 23.11.2020 18:09:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 23.11.2020 18:09
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