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"FINANZKRISE"

"FINANZKRISE"

10.01.2021 19:05

Deutschland wundert sich dieser Tage über sich selbst, warum es sich so schwer damit tut, Impfstoff klug und ausreichend einzukaufen, und dann auch zu verteilen, Kindern den notwendigen Digitalunterricht zu sichern – oder auch nur dafür zu sorgen, dass die Bürger die Regierung nicht nur hinnehmen, sondern gerade in Krisenzeiten ernst nehmen. Ich meine, darlegen zu können, dass es alles mit einer alten lateinischen Weisheit zu tun hat, und dass es keineswegs rätselhaft ist! (Kein Rätsel ist rätselhaft, wenn es gelöst ist.)
Er ist aus einem anderen Grund und bei einem anderen Lichteinfallswinkel falsch, dumm und unmoralisch, jener Sinnspruch, der im Lateinischen »suum cuique« heißt, und zu Deutsch »jedem das seine«, als aus dem, warum er heute quasi-offiziell als böse gilt. Er ist als Gedanke schon bei Platon zu finden. Er wurde seitdem durch alle Zeiten hindurch gebraucht und bedacht. In der NDI (»Neue Deutsche Idiokratie«) nun gilt er dank der von Social-Media gespeisten Medien-Unkultur als geächtet, denn auch die Nazis haben ihn gebraucht (also die echten Nazis, welche Buchenwald bauten – nicht »Nazi« im neuen Sinne von »wer sich seines Gewissens und des Verstandes bedient«). (Dushan Wegner)
"Waschen & Schminken: Endlich! Der reale Unterhaltungswert der US-Politik scheint seine grandiose Wiederkehr zu feiern. Und das ausgerechnet mitten in der schwersten Verfassungskrise der USA? Das ist eine gute Botschaft, möchte man meinen … zumindest für die Zyniker. Und tatsächlich die Themen sind knackig-frisch und haben zumindest die Sprengkraft von Knallerbsen. Die Chefin der Demokraten im Kongress, Nancy Pelosi, ist sich nicht zu fein, um noch einmal herzlichst nachzutreten. Nur was mag diese Trulla wirklich im Schilde führen? Gutes kann es nicht sein." (Qpress)
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Der Überfluss und sein Mangel


Jedoch, nicht nur den nationalen Sozialisten schien jener Sinnspruch zu gefallen, die internationalen Sozialisten erklärten ihn gleich zum Wesensmerkmal ihres ideologiegewordenen Extrempopulismus. Die Menschenfeinde mit dem roten Stern auf den Kappen und dem Gulag im Herzen nennen eine Abwandlung jenes Sinnspruchs das »sozialistische Leistungsprinzip«. Im 12. Artikel der Stalin-Verfassung von 1936, aber auch etwa im 2. Artikel der DDR-Verfassung heißt es: »Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung.«
Eigentlich – und in diesem »eigentlich« klingt natürlich ein Seufzer mit – eigentlich ist mit dem »suum cuique« eine Regel gemeint, die Teil jener Gedanken ist, denen wir heute nostalgisch als »rechtsstaatlich« und »utopisch« hinterherwinken. Es ist eigentlich verwandt mit jenem Prinzip, das die Bibel als »Auge um Auge, Zahn um Zahn« (2. Mose 21:23-25) festhält: Eine Strafe soll ihrer Tat angemessen sein, nicht mutwillig über diese hinausgehen. Beide aber, das »Auge um Auge«-Prinzip wie auch das »suum cuique«, werden heute ein klein wenig anders verstanden als sie einst gemeint waren – ihr Erfolg wie auch ihre Uminterpretation sind in beiden Fällen in ihren verführerischen Leerstellen begründet.
Wie es sonst doch eher für Kunstwerke typisch ist, eröffnete die Idee des »suum cuique« gleich mehrere Leerstellen, die der Sprecher wie auch der Hörer sich jeweils passend zurechtlegen können.
Überm Tor des Mordlagers Buchenwald war bekanntlich ein geschmiedetes »Jedem das Seine« angebracht, und anders als sonst war es vom Inneren des Lagers aus lesbar. Die Häftlinge sollten lesen können, dass es irgendwie ihre »Schuld« sei, was ihnen angetan wurde, dass ihr Schicksal eben jenes sei, das ihnen zustünde, man blieb also bei der Deutung einer Schuld, erfand diese aber frei und auf abscheuliche Weise.
Während es auch bei den Sozialisten stalinscher Prägung die Zuschreibung einer Schuld gibt, die von den Sozialisten frei erfunden wurde (in der DDR etwa die »staatsfeindliche Hetze«, siehe Essay vom 23.8.2018), so werden doch in der Übernahme jenes Leitspruchs andere Leerstellen gefüllt: Jeder soll an guten Dingen erhalten, was ihm eben an guten Dingen zusteht – und fast jedes Wort ist eine Leerstelle: Wirklich jedes? Was sind gute Dinge? Wem steht denn nach welchen Kriterien was und wieviel zu ? – Das sozialistische Leistungsprinzip enthält derart viele Leerstellen, dass es heute anders als bloß zitierend ausgesprochen bereits einen Akt der Lüge darstellt.
»Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung«, das könnte den Armen und Geknechteten wie eine süße Hoffnung klingen – und es ist verständlich. Wer sich ausgebeutet und ungerecht behandelt fühlt, wie lieblich muss ihm die Hoffnung schmecken, dass wenn er nur die Macht über sich und sein Land den »Revolutionären« in die Hand gibt, dem Armen endlich Gerechtigkeit widerfahren würde. (Sozialisten wissen, dass ihre Macht aufs lodernde Ungerechtigkeitsgefühl baut, davon, dass das »Proletariat« darüber wütet, sie bekämen »das ihre«, und wenn es keine Ungerechtigkeit mehr gibt, dann erfinden sie eben welche, wie etwa die mehrfach und unzweideutig widerlegte 79%-Lüge, welche die SPD so faul wie dreist sogar auf Plakate drucken lässt; siehe welt.de, 19.9.2017.)
Wenn ein Sozialistenbonze aber, der es durch geschicktes Strippenziehen (oder schlicht dummes Glück) an die Macht geschafft hat, und wenn er sich dann auf Kosten des Proletariats eine feine Datscha gönnt oder einen mehrere Hunderttausend Euro teuren Dienst-Mercedes, dann ist er der festen Überzeugung, dies stünde ihm »nach seinen Fähigkeiten« und »nach seiner Leistung« zweifellos zu – wobei seine angeblichen »Fähigkeiten« und »Leistungen« selten von mehr als eben dem Aufstieg im sozialistischen Apparat belegt sind. (Faustregel: Je gescheiterter der Failed State, umso stattlicher die Limousinen der Sozenbonzen.)
Jedoch, wir sind noch nicht fertig mit den möglichen Leerstellen und ihrer Einsetzung jener Weisheit, oh nein!
Da wäre noch eine Deutungsmöglichkeit, und es ist der Grund, warum wir Probleme bei der Impfstoffverteilung erleben.
Im Geist des »suum cuique«, wie es von Kommunisten (und solchen, die sich heute nicht mehr solche nennen) gedacht wird, ist stets enthalten: Jeder soll maximal so viel enthalten, wie er braucht – und mit »braucht« meinen wir, »hinnimmt, ohne dass es einen unkontrollierten Aufstand gibt«, sprich: so wenig wie möglich.
Was ist denn, neben dem blanken Machterhalt natürlich, das Leitprinzip und die Leitfrage des Merkel-Staatsfunk-Regimes?
Es ist: Wie maximal viel kann man dem Bürger nehmen? Wie minimal wenig kann man dem Bürger lassen und (zurück-) geben, bevor er rebelliert?
Bei der Geldpolitik etwa – Frage: Wie viel Zinsen kann man dem deutschen Sparer nehmen, bevor er rebelliert? Antwort: Alle.
Bei der Migrationspolitik – Frage: Wie viel erarbeitetes Vermögen und geerbte Heimat lässt sich der deutsche Steuerzahler nehmen, um damit die Bürger fremder Länder und Kunden der Schlepper lebenslang gratis zu versorgen? Antwort: Sehr viel, wenn man ihm droht, bei Widerspruch als »Nazi« gebrandmarkt zu werden.
Bei der Schulpolitik – Frage: Mit wie wenig (auch geistigem!) Aufwand lassen sich Schulen betreiben? Antwort: Mit erstaunlich wenig, wenn 1. die Eltern nicht andere, bessere Schulen kennen, und wenn 2. es etabliert wurde, dass die Aufgabe der Schulen nicht die Vorbereitung der Kinder auf die digitale »Welt der Ingenieure« ist, sondern die Ausbildung der korrekten »Haltung« als williger Untertan im Propagandastaat Deutschland.
In der für Sozialistenbonzen typischen kognitiven Dissonanz erscheint der politisch-medialen Klasse ganz selbstverständlich, dass sie selbst sorgenfrei und reichhaltig bedient werden – doch dem Bürger auch nur einen Groschen mehr zu lassen als dieser nach Funktionärsmeinung braucht, das bereitet denen geradezu Bauchweh.
Dem Bürger nicht alles fortzunehmen, was dieser nicht unbedingt braucht, das gilt in Deutschland heute als unmoralisch.
Der Überfluss gilt in Deutschland als unanständig – und das ist, wo das Problem der Impfverteilung beginnt.
Deutschland scheitert an der Bereitstellung und Verteilung von Impfstoff. Bei welt.de, 9.1.2021, etwa fragt man teils spöttisch, teils verwundert: »Wie klein muss eine Corona-Aufgabe sein, damit Deutschland sie meistert?
Deutschland fragte nicht, wie viele Impfungen man braucht und also kaufen will, sondern ganz automatisch wie wenig: Mit wie wenigen Impfungen kommen wir aus, damit auch alle anderen Nationen dieses Planeten und, falls bis dahin welche entdeckt werden sollten, auch die Nationen der Nachbarplaneten versorgt sind?
Alle Stärke, die Deutschland heute noch an den Tag legt, verdankt es den Unternehmern, Ingenieuren und Arbeitern »alter Schule«, die sich an alten Werten ausrichten, die lieber »›ne Schippe extra« drauflegen, die »lieber zweimal messen« und dabei »sicher ist sicher« brüllen.
Was Deutschland stark und bewundernswert machte, war ein »Überfluss« und ein »Zuviel« an guten, einst »typisch deutschen« Eigenschaften wie Vorsicht, Planung und ganz praktischer Bevorratung. Was Deutschland einst zum Land der Dichter und Denker machte, war ein »Überfluss« und auch ein gewisses »Zuviel« an strukturiertem Nachdenken, ein Reichtum nicht nur an Geld, sondern auch der »unnützen« Gedanken, der Denkfreude um ihrer selbst Willen.
Was Deutschland heute schwach werden lässt, ist das sozialistische Prinzip des »jedem Bürger und jeder staatlichen Aufgabe nur so viel Geld und Aufmerksamkeit, wie er/es gerade dringend braucht, bevor er kracht« – und wenn die Krise kommt und es mehr braucht, dann ist halt zu wenig da.
Merkels Haltung zu den Impfstoffen: »Ist mir egal ob ich am Mangel der Impfstoffe schuld bind, jetzt sind halt zu wenige da.«
Im Essay »Die Katze ist tot, lang lebe die (neue) Katze!« vom 5.8.2020 schrieb ich:

›Schon Monate und Jahre vor dem Lockdown konnte jeder Nichtblinde sehen, dass das »System Deutschland« auf Kante genäht ist (siehe schlicht meine Essays) – und die überspannten Fäden platzen nun einer nach dem anderen.‹
Die Besorgung und Verteilung des Impfstoffes hapert, weil Merkel-Deutschland »auf Kante genäht« ist – und dass immer weniger Bürger, selbst und oft gerade wenn sie brav »gehorchen«, dieses System täglich weniger ernst nehmen (weder die Skifahrer in den Bergen noch die Feiernden in illegalen Clubs sind allesamt merkelfeindliche Querdenker – es können CDU-, Grünen- oder Nichtwähler sein, was im Effekt ja dasselbe ist – und sie glauben und folgen also »denen da oben« einfach nicht mehr), rührt schlicht auch vom »intellektuellen So-wenig-wie-möglich-Prinzip« des Propagandastaates her.
Die Lehre aus dem Impfdebakel des Merkelsystems ist denkbar schlicht: Der Einzelne muss für sich selbst »Überfluss schaffen« – und wir reden längst nicht nur von Geld.
Der Bürger wäre gut beraten, für sich und seine Familie das gedankenlose »Wir-schaffen-das-Prinzip« durch einen Überfluss an Vorbereitung und Abwägung zu ersetzen.
Der Bürger täte sich selbst einen großen Gefallen, wenn er regelmäßig den ständigen medialen Bullshitstrom ausschaltet und seine Gedanken zur Ruhe kommen lässt. Die großen Gedanken flackern im Wald oder am See auf, im Sessel oder sogar unter der Dusche, nie aber, wirklich nie, vor der Glotze (aber auch nicht etwa im familiären Stress, selbst wenn dessen Bewältigung noch so moralisch edel sein mag).
Wo die-da-oben so wenige Gedanken in unseren Angelegenheiten aufwenden, wie denen nur irgend möglich ist, müssen wir so klug sein, wie es uns nur gegeben ist.
Ja, ich sage: »Schafft euch Überfluss!« – Nein, es ist nicht nur eine Frage des Geldes, es ist eine Frage der Lebensphilosophie.
Legt euch einen Überfluss an guten Gedanken parat!
Schafft euch auch einen Überfluss an Plänen – wenn der erste und zweite Plan scheitern, haltet ihr lächelnd einen dritten Plan parat!
Pflegt einen wohlsortierten Überfluss an Vorsicht – nicht nur die sprichwörtliche Porzellankiste ist froh, diese zur Mutter gehabt zu haben und, wenn es euch irgendwie möglich ist, schafft euch einen Überfluss an Weisheit!
Seid klüger, weiser und vorsichtiger als ihr heute meint, es unbedingt zu benötigen – was auf uns zukommt, wird alle Weisheit und Klugheit beanspruchen, die wir nur ergattern können.

Quelle: "ÜBERFLUSS"
Die drohende Finanzkrise überleben (Wolfgang Prabel)

(Bildquelle: screenshot_Ueberleben in der Finanzkrise: Da ist nichts mehr zu holen. / Quelle: Pixabay, lizenezfrei Bilder, open library: https://pixabay.com/de/illustrations/kei...-krise-2070384/)
Zweimal schon ist den Deutschen das Geld „kaputtgegangen“. Jetzt droht erneut eine Finanzkrise, und die meisten fragen sich, wie sie ihr Geld schützen können.
Die derzeitige Bundesregierung verlegt sich wieder aufs Schuldenmachen. Diesen lockeren Umgang mit Geld praktizierten einst auch Kaiser Wilhelm II., Friedrich Ebert und die Nationalsozialisten. Beide Male führte das Verhalten in eine schwere Finanzkrise. In der Frühzeit der Weimarer Republik und nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus kam es deshalb zu Währungsreformen mit weitgehender Entwertung der Geldvermögen. Sachwerte wurden zwar besteuert, aber sie kamen vergleichsweise glimpflich davon. Aktien kamen noch glimpflicher weg. Das lag im Wesentlichen daran, dass Aktien auch jeweils eine Kniebeuge gemacht und gerade auf dem Höhepunkt der Enteignungen geringen Wert hatten. Aber sie erholten sich danach schnell.
Es gibt eine wunderbare Arbeit zur Wertentwicklung der deutschen Aktien von 1945 bis 1999 mit Schwerpunkt auf der Zeit der Währungsreform: „Die Rendite deutscher Blue-chip-Aktien in der Nachkriegszeit – Rückberechnung des DAX für die Jahre 1948 bis 1954“ Von Richard Stehle, Christian Wulff und Yvett Richter. Bei Wulff handelt es sich nicht um den Luftikus, der mal Bundespräsident war, sondern um einen seriösen Mitarbeiter von Prof. Stehle.

Wohin mit dem Geld angesichts der drohenden Finanzkrise?
Diesen Eintrag möchte ich jedem empfehlen, der seine Alterssicherung über die drohende Finanzkrise bzw. das kommende Jahrzehnt hinüberretten will. Natürlich gehören auch Edelmetalle und selbstgenutzte Immobilien zur Rettung. Aber ich möchte daran erinnern, dass Goldbesitz in den westlichen Besatzungszonen erst wieder seit 1955 legal war (nach 32 Jahren Verbot), Aktien aber nur kurzzeitig nicht handelbar waren.
Bis vor zehn Jahren waren Lebensversicherungen und Termingelder der Renner bei der Vorsorge. 2008 kam meine Cousine auf dem Weg zur Sparkasse Altmark-West ums Leben, als sie ein Termingeld prolongieren wollte. Sie wurde auf dem Fahrrad von einer Windböe erfasst und stürzte unglücklich. Ein Jahr später wäre ihr dieses fatale Unglück vermutlich nicht mehr passiert, die Umlaufrendite war im Keller gelandet und der Weg hätte sich erübrigt.
2008 war noch ein Viertel der deutschen Geldvermögen in solchen verzinslichen Sparbriefen geparkt, die inzwischen keine Rolle mehr spielen. Rätselhafterweise sind die in LV geparkten Gelder nicht gesunken, obwohl die Verzinsung mickrig und das Risiko hoch ist. Da spielen ungute Traditionen wohl eine Rolle. Für riskant halte ich die LV, weil sie eine Beimischung von Staatsanleihen haben, die für den Kunden intransparent ist. Es sind solche Wundertüten wie die berüchtigten ABS-Papiere vor 2008.
Bei einer soliden Aktie mit einem durchschaubaren Geschäftsmodell (ein breiter Korb von Lebensmitteln, Rohstoffen oder Konsumgütern, Zigaretten, Telefonie usw.), einer kontinuierlichen Gewinnentwicklung, einem hohen Eigenkapital und einer guten Dividendenrendite ist das Risiko durchschaubarer.
Unternehmen, die keine Gewinne machen (Tesla), die kein Eigenkapital haben (Lufthansa), die nicht schütten (Delivery Hero), die in Ungnade fallen können (Alibaba) und wo man nicht weiß, was sie eigentlich anstellen (Wirecard), sind was für Spieler, aber nicht für risikoscheue Investoren. Man muss sich die Betriebe kritisch anschauen, wie die Prinzessin die Brautwerber in König Drosselbart. Aber wegen einem spitzen Kinn des CEO sollte man eine Aktie nicht ausschließen. Sonst geht es einem wie der Prinzessin, die rumjammert: „Ich arme Jungfer zart, ach, hätt ich doch genommen den König Drosselbart“.
Nach der richtigen Geldanlage suchen
Gestern Abend hatte ich eine wunderbare Lebensmittelaktie gefunden. Ein Gewinnwachstum von 50 % gegenüber 2019, 45% Eingenkapital, der Kurs seit einem Jahr um 36 % gefallen, das Kurs-Gewinn-Verhältnis bereits 2019 bei 10,34. Sie wurde von Aktionären verschmäht, weil bedauerlicherweise fünf Arbeiter ihr Leben bei einer Corona-Infektion verloren hatten und das Schlagzeilen produzierte. Das kommt in vielen Betrieben vor, wo aufgrund staatlicher Gesetze und wegen der Hygiene und Frische auch nicht ganz unbegründet unter extremen Kühlbedingungen gearbeitet wird. In der Windkraftindustrie verlieren deutlich mehr Leute ihr Leben, purzeln mehrere hundert Meter in die Tiefe und kein politisch korrekter Hahn kräht danach. Ich hatte die Lebensmittelaktie gestern morgen gekauft und gestern Abend waren die Transaktionskosten schon rein und ein Gewinn da. Aber solche Gelegenheiten sind leider rar.
Eine Woche vorher hatte ich eine schwedische Rohstoffaktie gefunden, die den enormen Anstieg des Eisenerzpreises noch nicht nachvollzogen hatte. Im März kaufte ich eine stark unterbewertete polnische Kupfer- und Silberaktie, welche seitdem ihren Kurs fast verdreifacht hat. Zugegeben, es ist mühevoll, aber es lohnt sich zu suchen.
Zurück zur Nachkriegsentwicklung der Aktien. Die im Folgenden betrachteten Jahre 1948 bis 1954 stellen eine Zeitperiode dar, die durch eine vorausgehende Krise gekennzeichnet war. In diesen Jahren wurden insbesondere die Teilung Deutschlands und die Währungsreform vollzogen, der Lastenausgleich wurde konkretisiert, der Wiederaufbau machte enorme Fortschritte.

Im Rahmen der Währungsreform im Juni 1948 fielen die Aktienkurse der 30 betrachteten „Blue chips“ um durchschnittlich 82,73%. Da die offiziellen Börsenkurse vor der Währungsreform als Folge der noch geltenden, vom AH am 31.01.1943 veranlassten Stoppkurse teilweise beträchtlich unter den wahren Werten lagen, ist ein Vergleich der Schwarzmarktkurse vor der Währungsreform mit den Kursen nach der Reform aussagekräftiger. Dieser Vergleich führt zum Ergebnis, dass die Aktienkurse der „Blue chips“ im Rahmen der Währungsreform um durchschnittlich 90,45% fielen.

(Bildquelle: screenshot_Die Rendite deutscher Blue-chip-Aktien in der Nachkriegszeit – Rückberechnung des DAX für die Jahre 1948 bis 1954)
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Erholung bis Ende 1949:

(Bildquelle: screenshot_Die Rendite deutscher Blue-chip-Aktien in der Nachkriegszeit – Rückberechnung des DAX für die Jahre 1948 bis 1954)
Die meisten Aktien befanden sich bei Kriegsende in den Depots der Reichsbank und der Großbanken im sowjetisch besetzten Teil Berlins und waren damit der Verfügungsgewalt ihrer Eigentümer entzogen. Ab Oktober 1947 musste für den Aktienhandel eine Lieferbarkeitsbescheinigung nachgewiesen werden, die von den Geldinstituten in den Fällen ausgestellt wurde, in denen die Rechtmäßigkeit des Aktienbesitzes eindeutig geklärt werden konnte.
Eine endgültige Regelung der Eigentumsverhältnisse an Wertpapieren erfolgte aber erst mit dem Gesetz zur Bereinigung des Wertpapierwesens vom 2. September 1949. Möglicherweise erlitten viele Anleger dadurch Verluste, dass sie ihr rechtmäßiges Eigentum nicht nachweisen konnten, z.B. weil sämtliche Unterlagen in den Kriegswirren abhandengekommen waren.
Kurssturz nach der Währungsreform
Die Funktionsfähigkeit des Aktienhandels wurde in den ersten Nachkriegsjahren nicht nur durch die bereits angesprochenen ungeklärten Eigentumsverhältnisse, sondern auch durch die im Januar 1943 eingeführte und weiterhin gültige Kursstoppverordnung behindert. Das führte dazu, dass es neben dem regulären Börsenhandel einen verstärkten außerbörslichen Handel bzw. einen Aktienschwarzmarkt gab.
Weil in den Jahren 1945 bis 1947 fast alle europäischen Staaten eine Währungsreform durchgeführt hatten, war es wahrscheinlich, dass Deutschland früher oder später folgen werde. Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass einzelne Börsenteilnehmer ein über diese allgemeine Erwartungshaltung hinausgehendes Detailwissen über Zeitpunkt und Modalitäten der Währungsreform hatten. Bis einschließlich Freitag, den 18. Juni 1948, fand ein regulärer Börsenhandel statt.
Am Sonntag, dem 20. Juni 1948, wurde in den westlichen Besatzungszonen die DM als Zahlungsmittel eingeführt. Bankguthaben und Spareinlagen wurden im Verhältnis 100 RM zu 6,5 DM umgestellt. Andere Schuldverhältnisse, darunter auch Industrieobligationen, Pfandbriefe, Kommunalschuldverschreibungen und Lebensversicherungen wurden aus Gläubigersicht im Verhältnis 10:1 umgestellt. Die Reichsschulden wurden annulliert. Mieten, Löhne, Renten und Preise wurden 1:1 umgestellt. Im Hinblick auf Aktien gab es keine Festlegungen.
Der Kurssturz der Aktien nach der Währungsreform ist so zu erklären, dass die Marktteilnehmer mit einer Rasur auch beim Aktienbesitz rechneten. Es kam aber anders. Bereits der Entwurf für das Erste Lastenausgleichsgesetz vom 3. November 1948 sah nur eine 50-prozentige Abgabe auf das am 21. Juni 1948 vorhandene Vermögen vor, die zudem nicht sofort fällig werden sollte, sondern in jährlichen Raten in Höhe von 2% – 3% des zum Stichtag festgestellten Vermögens zu bezahlen war.
Weitere Abmilderungen folgten. Die Deutsche Bundesbank schätzt, dass schon 1950 die Vermögensabgabe die laufenden Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen nur um etwa 5% gemindert haben dürfte. Deutsche Blue-chip-Aktien hatten trotz des Kurseinbruchs im Zusammenhang mit der Währungsreform in den sieben Jahren von Januar 1948 bis Dezember 1954 eine positive Durchschnittsrendite von 4,57 % pro Jahr.
Eine ähnliche Entwicklung wurde in der Hyperinflaton 1923 und danach verzeichnet. Aktien verloren seit 1913 gemessen an der Goldmark etwa 80 % ihres Werts. Höhere Verluste als Aktienbesitzer mussten Inhaber verzinslicher Wertpapiere hinnehmen. Die Wechsel für die Kriegsanleihen an den Staat wurden 1923 wertlos. Die Währungsreform bedeutete für die restlichen Zinspapiere nahezu einen Totalausfall. Guthaben verloren durch die Hyperinflation an Wert und wurden 1923 ausgelöscht. 1914 angelegte 100 Mark Spareinlagen besaßen nur noch die Kaufkraft von Pfennigen. Die Lebensversicherungen wurden vom Staat nur wenig gestützt und erlitten daher hohe Verluste. Der Preisverfall der Anleihen und die Hyperinflation löschte das angesparte Vermögen der Versicherten aus.
Immobilienbesitzer wurden ab 1924 mit einer Hauszinssteuer belegt, wodurch die Rendite der Immobilien gedrückt wurde. Edelmetalle waren durch das Verbot des privaten Besitzes von 1923 bis 1931 und ab 1934 vorübergehend eine Anlageklasse mit der geringsten Fungibilität. Die Inflation hatten nur Aktien mit Blessuren überstanden.
Beide Fallbeispiele zeigen, dass Aktien in Krisen besser wegkommen, als Lebensversicherungen, Anleihen, Sichteinlagen und sogar Immobilien. Das Vermögen der kleinen Leute war immer weg, weil sie zu Versicherungen neigten. Gegen die Dummheit der Medien und der von ihnen getriebenen Regierungen kann man sich zwar versichern, aber nicht ausgerechnet mit Versicherungen.
Die Geschichte zeigt eben, dass man statt eine Versicherung abzuschließen oder Staaten zu finanzieren, das Geld auch im Klo wegspülen kann. Das ist keine Spezialität der Merkelzeit, auch vor ihr gab es schon Enttäuschungen wie den Dreißigjährigen Krieg, die Napoleonischen Kriege und die beiden Weltkriege.

Quelle: "drohende_FINANZKRISE"

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  • Erstellt von meineHeimat In der Kategorie Allgemein am 10.01.2021 19:05:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 10.01.2021 19:14
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